Am Mittwoch, 28. Oktober, ist es im Saale-Orla-Kreis zu einem vollendeten und zu einem versuchten Telefontrickbetrug gekommen. Das teilte die Landespolizeiinspektion Saalfeld mit.

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Am frühen Mittwochnachmittag haben Unbekannte einen 78-Jährigen mit der Nachricht geschockt, dass eine Familienangehörige einen tödlichen Verkehrsunfall verursacht habe. Zur Abwendung einer Haft müsse eine Kaution von 100.000 Euro gezahlt werden. Da der Senior lediglich 20.000 Euro zu Hause hatte, übergab er diesen Betrag im Bereich der Kirche in Kolba einem unbekannten, „dunkel gekleideten Mann mit ausländischem Erscheinungsbild“, der zu Fuß erschien und anschließend mit dem Geld verschwand, so die Mitteilung.

Hintergrund: Was steckt hinter dem Enkeltrick?

Der sogenannte Enkeltrick ist eine hinterhältige Betrugsmasche, bei der meist ältere Menschen um hohe Geldbeträge oder ihre Ersparnisse gebracht werden. Die Täter rufen mit Worten wie „Rate mal, wer hier spricht“ an, geben sich als Verwandte oder Bekannte aus und täuschen eine dringende finanzielle Notlage vor – etwa durch einen Unfall oder einen geplanten Kauf. Unter massivem Zeitdruck werden die Opfer zur Geldübergabe gedrängt. Oft wird ein Bote geschickt oder das Opfer gebeten, das Geld von der Bank zu holen – notfalls sogar per Taxi.

Kommt Ihnen ein Anruf verdächtig vor? Dann informieren Sie unverzüglich die Polizei unter der Nummer 110. Die Maschen von Betrügern sind vielfältig und perfide. Wir haben die bekanntesten Techniken für Sie zusammengetragen.

Zeugen beobachteten in Tatortnähe einen silbernen bzw. grauen Pkw-Kombi mit Zeulenrodaer Kennzeichen, in dem zwei Männer saßen. Einer von ihnen habe fortlaufend telefoniert. Ein Zusammenhang mit der Tat könne nicht ausgeschlossen werden. So suchen die Ermittler der Polizeiinspektion Saale-Orla aus Schleiz weitere Zeugen, die insbesondere im Bereich der Kirche in Kolba „verdächtige Personen oder Fahrzeuge“ beobachtet haben. Hinweise sind unter Telefon 03663/4310 willkommen.

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Ein weiterer Betrug wird gerade noch rechtzeitig verhindert

Gegen 17 Uhr am Mittwoch versuchten Betrüger dann erneut mit einer ähnlichen Masche, einen 87-Jährigen aus Pößneck zur Übergabe von 20.000 Euro zu bewegen. Der Senior sei bereits auf dem Weg in die Stadt gewesen, sei sich jedoch rechtzeitig des Betrugsversuchs bewusst geworden. Eine durch seine Ehefrau informierte Polizeistreife habe ihn wenig später mit dem Geld angetroffen. Zu einer Geldübergabe sei es glücklicherweise nicht gekommen.

„Weder Polizei noch Staatsanwaltschaft fordern telefonisch Geld oder Kautionen“, erinnert die Landespolizeiinspektion Saalfeld einmal mehr. „Beenden Sie solche Gespräche und kontaktieren Sie Ihre Angehörigen über bekannte Telefonnummern“, so der Appell an Betroffene. „Übergeben Sie niemals Geld, Schmuck oder persönliche Bankdaten an Unbekannte und informieren Sie im Verdachtsfall umgehend die Polizei.“

red