Wenn von der Gerstenbärter Bühne die männlichen Narren plötzlich verbannt werden, kann es nur bedeuten, dass die Damen des Kirchworbiser Carneval Clubs (KCC) die närrische Herrschaft übernommen haben. Eine der aktiven Gerstenbärterinnen ist Silvia Dietrich.

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Seit über 45 Jahren ist sie fester Bestandteil des hiesigen Karnevalsprogramms, stand sowohl als Funkenmariechen, Showballettmitglied sowie als Trainerin auf der Bühne und war viele Jahre Vorstandsmitglied des KCC, sagt die Vorstandsvorsitzende Annett Weber. Zudem hat sie vor nunmehr 29 Jahren gemeinsam mit zehn weiteren Damen ihres Heimatortes den Kirchworbiser Weiberfasching aus der Taufe gehoben.
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Im Alltag kann Silvia Dietrich, die auch zweifache Mutter ist, auf eine langjährige Berufserfahrung bei einem Duderstäder Optiker zurückblicken. Robert Dölle, Büttenredner des KCC, beschreibt selbst in seiner diesjährigen Bütt einen Besuch bei deren Arbeitgeber und bezeichnet sie augenzwinkernd als „Sehstärken-Silvia“.

Besonders stolz ist Silvia Dietrich auf ihre beiden Töchter, die erfreulicherweise in die karnevalistischen Fußstapfen ihrer Mutter traten und selbst seit frühester Kindheit aktiv beim heimischen Karneval sind. Außerhalb der fünften Jahreszeit wird es der Kirchworbiserin, die mittlerweile eine sechsjährige Enkeltochter und einen fünfjährigen Enkelsohn hat, auch nie langweilig.
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Die Oldies sangen und tanzten sich in die Herzen
In der jüngsten Vergangenheit hat sie das Wandern und Bergsteigen für sich entdeckt, und so wurde in diesem Jahr kurzerhand diese Wanderleidenschaft zum Thema des humorvollen Gesangs- und Tanzbeitrages ihrer „Oldies“, die alle Gründungsmitglieder des Weiberfaschings in Kirchworbis sind. Während die Gruppe um Sylvia Dietrich den „Jakobsweg“ bezwang, machte sie die eine oder andere feuchtfröhliche Rast und unterhielt die Gäste mit ihren außergewöhnlichen Erlebnissen und frechen Liedern.
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Der närrische Abend der Gerstenbärterinnen, der unter dem Motto „…andere Länder, andere Sitten – mal gibt’s Klöße, mal gibt’s Schnitten…“ stand, startete schon lange vor Silvia Dietrichs Auftritt mit dem spektakulären Einzug des Weiberelferrates. Passend zur außergewöhnlich dekorierten Bühne, die eine begehbare Weltkugel darstellte, betraten die Damen den Saal und repräsentierten so die unterschiedlichsten Nationen, erzählt Annett Weber.

Durch das vierstündige Programm, das ausschließlich die Damen des KCC gestalteten, führte bereits zum vierten Mal mit viel Witz und Humor Sylvia Weinrich und wurde dabei mit Bravour von Regina Siebert unterstützt. Als ersten Programmpunkt tratschten auf ihre typisch trockene Art die Klageweiber über das starke Geschlecht und gingen der Frage nach, warum eigentlich Männer schneller laufen könnten als Frauen.
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Die neun Mädels des Birkunger Balletts zeigten anschließend den karnevalbegeisterten Gästen ihr tänzerisches Können zum Thema „Dreams- and Nightmares“ und ließen unter stürmischem Applaus das Publikum an ihrer Traumwelt teilhaben. Humoristische Unterhaltung ganz ohne große Worte brachte das Trio „ViSaGe“ alias Viola Strube, Susanne Seeboth und Gerlinde Goedecke auf die heimische Bühne und brachte alle Anwesenden mit ihren schier unmöglichen „Schwanensee“-Ballettfiguren zum Staunen.

Janet Schwerdt und Franziska Burr unterhielten im Anschluss das Publikum mit ihren Anekdoten über Frauenfußball, sportarttypische Verletzungen und die Freundschaft zu ihrer „Kollegin“ Dolly Buster. Dass auch zu einem zünftigen Weiberfasching ein traditioneller Gardetanz gehört, wussten die sieben Funken, welche in den traditionellen Kostümen des Vereins die ausgelassenen Zuschauer mit ihrem Bella-Italia-Medley zu unterhalten wussten und so den Saal zum Kochen brachten.
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Discovögel schlüpfen aus ihrem selbstgebastelten Gefieder
Ebenso nahm Simone Kreye aus Buhla Männer im mittleren Alter auf die Schippe und behauptete, dass sie ihr Tagesziel schon erreicht hätten, wenn sie es schaffen würden, ihre Unterhose richtig anzuziehen. Die in ein schillerndes Federkleid gehüllten Discovögel warfen während ihres Auftritts ihr selbstgebasteltes Gefieder ab und überzeugten unter tosendem Applaus alle Anwesenden, dass sie Rhythmus im Blut haben.

Christin Biermann, als Schwester aus dem „Orden der Verschwiegenen“, erzählte von ihrer Midlife-Crisis, ihren Austrittsversuchen aus ihrem Orden und nahm unter lautem Gelächter so ganz nebenbei die eine oder andere Kommunalpolitikerpersönlichkeit auf die Schippe.
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Dass die Musik von Wolfgang Petry zeitlos ist, bewiesen zehn junge Gerstenbärterinnen in den für Petry typischen Holzfällerhemden mit ihrem Tanz, und sie animierten die zahlreichen Narren zum Mitsingen. Silwana Sauer und Petra Hartmann begeisterten als „Frieda und Erna“ und zeigten ihren närrischen Zuschauern, wie sie als Freundinnen sich gegenseitig bei Flirtversuchen sowie der Suche nach Mr. Right unterstützten und probierten dies auch gleich an Maurice Schneegans, einem freiwilligen Probanden, aus.
Die Leinefelder Showtanzgruppe „Straight Danceformation“ verwandelte die Bühne in einen Traum für Skifahrer und setzte ihr Thema „Abfahrt“ mit ihrem energiegeladenen Tanz gekonnt in Szene, was verdient mit stürmischem Applaus belohnt wurde.
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Anschließend übernahm ein letztes Mal der Weiberelferrat die Bühne und bedankte sich mit seinem traditionellen Abschiedstanz bei seinen treuen Fans und schuf so eine gespannte Vorfreude auf sein 30-jähriges Jubiläum im nächsten Jahr, sagt Annett Weber. Nach dem mehr als kurzweiligen Programm der Gerstenbärter Weiber konnte das Publikum im Anschluss noch zur Musik der Haus-und-Hof-Band Timeless das Tanzbein schwingen.
red/sma




































































































































