An die Schicksale Erfurter Jüdinnen und Juden, die während der Zeit des Nationalsozialismus deportiert wurden, erinnern seit Donnerstag, 18. September, 15 neue Stolpersteine in der Stadt. In der Charlottenstraße, der Schillerstraße, der Clara-Zetkin-Straße, der Klausenerstraße, in der Schmidtstedter Straße sowie in der Pergamentergasse wurden sie auf Anregung der Initiative „Stolpersteine Erfurt“ verlegt. Sie erinnern an die Erfurter Antonia Marcus, Gertrud und Senta Wolff, Betty, Adolf, Max und Hanna Friedel Ardel, Joseph, Adele, Charlotte und Marion Feiner, Elly Dora und Nathan Meyerstein sowie Selma und Hermann Hersch Hacker.

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Verschiedene Einrichtungen der Stadt ermöglichten die Anfertigung und Verlegung der Stolpersteine durch Patenschaften, darunter die Reglergemeinde, der Erinnerungsort Topf & Söhne, die Musikschule Erfurt. Dem Beispiel folgen wollen auch die Kooperative Gesamtschule „Am Schwemmbach“ sowie die Friedrich-Schiller-Schule.

Mehr als 100.000 Stolpersteine in ganz Europa

Angehörige der jüdischen Familien waren bei der feierlichen Verlegung der Steine am Donnerstag ebenso anwesend wie der Künstler Gunter Demnig, der 1996 das Projekt Stolpersteine startete. Inzwischen wurden mehr als 100.000 solcher Gedenksteine in 31 Ländern Europas verlegt. In Erfurt wurde im vergangenen Jahr ein erster Stolperstein verlegt. In der Trommsdorffstraße erinnert er an den jüdischen Ladenbesitzer Karl Klaar.

Mit den Denknadeln hatte sich in Erfurt ein ähnliches Erinnerungsprojekt etabliert. Neun dieser Skulpturen in der Form stilisierter Stecknadeln, wie sie oft auf digitalen Landkarten zu finden sind, erinnern ebenfalls an von den Nazis deportierte und ermordete Erfurter.

red