Als „echtes Armutszeugnis für Erfurt und das Stadtoberhaupt“ bewerten viele Erfurter die Aussage von Sicherheitsdezernentin Heike Langguth, bewusst kein zusätzliches Personal in der Silvesternacht auf dem Domplatz einzusetzen. Auf Nachfrage unserer Zeitung sagte sie, das sei „nicht zumutbar“ für die Mitarbeiter des Ordnungsamts, die zahlreichen Erfurter, die trotz Verbot auf dem Domplatz böllern, zu kontrollieren. Zudem könnten die Mitarbeiter laut Langguth sowieso nicht überall sein. Die Einschätzung der ehemaligen Chefin der Erfurter Bereitschaftspolizei stößt auf viel Unverständnis.

Auch interessant

„Warum dann erst ein Verbot wenn eh nicht kontrolliert wird  dann kann man es auch gleich lassen“, ist ein Satz, der auf der Straße und in den Sozialen Netzwerken gerade besonders häufig im Zusammenhang mit dem schweren Brand, von dem drei historische Häuser betroffen sind, fällt. „Richtig so. Lassen wir in einem Rechtsstaat der Kriminalität freien Lauf“, schreibt beispielsweise Jackie Henneberg sarkastisch via Facebook-Kommentar zu dem Umstand, dass Böllern auf dem Domplatz verboten ist, dieses Verbot aber nicht durchgesetzt wird.

Empfohlener externer Inhalt

An dieser Stelle befindet sich ein externer Inhalt von Facebook, der von unserer Redaktion empfohlen wird. Er ergänzt den Artikel und kann mit einem Klick angezeigt und wieder ausgeblendet werden.
Externer Inhalt
Ich bin damit einverstanden, dass mir dieser externe Inhalt angezeigt wird. Es können dabei personenbezogene Daten an den Anbieter des Inhalts und Drittdienste übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Erfurter hätten sich mehr Personal in der Silvesternacht gewünscht

Auch unsere Leserin Dani Kadner zeigt sich empört: „Wie ignorant kann die Stadt bzw die Ordnungsbehörde denn sein? Vor drei Jahren brannte es in der Marktstrasse, jetzt am Domplatz und glücklicherweise ohne Personenschäden. Beim nächsten Mal kommt ein oder mehrere Bewohner zu Schaden und dann ist das Geschrei groß!“. Mit diesen harten Worten ist sie nicht allein. Schwere Vorwürfe der Tatenlosigkeit wechseln sich mit polemischen Meinungen ab. So spekuliert Malte Zander, dass das Nicht-Handeln einer Kapitulationserklärung des [Ordnungs-]Amtes“ gleichkomme und Anett Lutz fragt: „Ein trauriges Verhalten der Stadt, was muss noch passieren, damit man endlich munter wird?!? Wieviel Geld kostet jetzt der Wiederaufbau der denkmalgeschützten Häuser, da kämen Kontrollen günstiger oder?“

Auch interessant

Schadenshöhe ist bisher unbekannt

Was bei der Begutachtung durch einen Statiker am Montag (5. Januar) herauskommt, steht noch in den Sternen. Abgesehen von der Bewertung der Standfestigkeit der Häuser wird dann wohl auch die Summe des Schadens und die Kosten von Wiederaufbau und Reparatur überschlagen werden können. Diese Fragen, und ob die Häuser nach den stundenlangen Löscharbeiten überhaupt stehen bleiben können, beschäftigen die Erfurter.

Mehr zum Brand auf dem Erfurter Domplatz:

Auch der Leser Hubertus Röder denkt an den historischen Wert der durch den Brand zerstörten Bauwerke: „Es ist nicht das erste Kulturdenkmal was durch eine Silvester Rakete zerstört wurde und es wird nicht das letzte sein - das verursachte menschliche Leid ist nichtmal sichtbar“. Zudem verweist er auf den Gedanken einer organisierten gemeinsamen Neujahrsfeier mit einem städtisch organisierten Feuerwerk, um individuelle Böllerabschüsse einzudämmen.

Empfohlener externer Inhalt

An dieser Stelle befindet sich ein externer Inhalt von Instagram, der von unserer Redaktion empfohlen wird. Er ergänzt den Artikel und kann mit einem Klick angezeigt und wieder ausgeblendet werden.
Externer Inhalt
Ich bin damit einverstanden, dass mir dieser externe Inhalt angezeigt wird. Es können dabei personenbezogene Daten an den Anbieter des Inhalts und Drittdienste übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Zwischen all dem Unmut über die die Folgen des Brandes und die Nicht-Kontrolle des Böllerverbots auf dem Domplatz bekommt die Stadt für einen anderen Aspekt der Tragödie aber auch lobende Worte: Die Bewohner der Gebäude wurden während und nach dem Brandgeschehen schnell und gut versorgt, schreiben einige Betroffene. Mittlerweile gibt es auch ein Video der Stadt Erfurt, in dem Heike Langguth das Vorgehen während des Brandes erklärt. Auch dort häufen sich Dankesworte in den Kommentaren.