„Top“, ruft ein Passant, der mit einer Plastiktüte in der Hand zum Einkaufszentrum am Roten Berg schlendert. „Wirklich top“, wiederholt er und hebt den Daumen: Der Stadtteil im Erfurter Norden hat einen neuen Hingucker.

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Die der Straßenbahnhaltestelle zugewandte Außenwand des „Zoopark Centers“ hat ein beeindruckendes Wandgemälde bekommen. Von weitem betören Farben und Strukturen. Aus der Nähe betrachtet wird die Fassadenmalerei zum Suchbild, auf dem sich rund ein Dutzend wilde Tiere mal mehr, mal weniger offensichtlich verstecken.
Ein Bild in allen Farben des Lebens
„Das ist unheimlich ansprechend und gibt den Charakter unseres Quartiers wieder“, sagt die Ortsteilbürgermeisterin Marina Rothe. „Es leuchtet in allen Farbvarianten, die das Leben bereithält.“

Entworfen und umgesetzt hat das Wandbild die Erfurter Künstlerin Rosmarie Weinlich, die schon in der Ega-Unterführung oder beim Torten-Graffiti in der Johannesstraße ihre künstlerischen Spuren hinterließ. „Ich war zuerst im Quartier unterwegs und habe mich von den Hochhäusern inspirieren lassen“, erzählt sie. Die Strukturen der Hochhäuser spiegeln sich im oberen Bereich des Wandbildes wider.
Der Rote Berg und die Hochhäuser
Davor ragt dominant in Orange und Tiefrot der Rote Berg in die Höhe. „Der Rote Berg und eine Verbindung zum Zoopark waren gesetzt“, erläutert Marina Rothe. „Und dann durften wir uns austoben“, fügt Rosmarie Weinlich hinzu.
Ihr Entwurf setzte sich im Herbst bei einer Ausschreibung für die Wandgestaltung durch, die der Bauherr vom Zoopark Center, die Zehentner und Seidel Immobiliengesellschaft aus Weimar, gestartet hatte. Der Investor hat das Wandbild auch finanziert.
Ein Wandbild, das Geschichten erzählt
In dem Welttheater „Theatrum Mundi“, wie Rosmarie Weinlich ihr Wandbild betitelt, spielen die den Erfurter Zoo verkörpernden Tiere inmitten natürlich scheinender Felsformationen ganz unterschiedliche Rollen. Manche sind im Farbton verändert, wie ein lilanes Zebra. Ein Gecko hüllt sich in Tarnfarbe. Ein Gorilla ist aus Steinbrocken zusammengesetzt, und vom Tiger ist eine Felszeichnung zu sehen – nicht die einzige Felszeichnung übrigens.
Heimische und exotische Bäume wachsen in diesem Welttheater, und wer genau hinschaut, kann nicht nur einen Eisbären, sondern auch schmelzende Gletscher erkennen. „Es geht nicht nur um die Deko, das Bild soll auch Geschichten erzählen“, sagt Rosmarie Weinlich.
Umformerstation wird auch bemalt
Das Wandbild wird noch Gesellschaft bekommen. Ortsteilbürgermeisterin Marina Rothe führt Gespräche mit den Stadtwerken mit dem Ziel, auch die nahe Umformerstation thematisch und farblich passend zu gestalten.
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Rosmarie Weinlich nimmt noch einmal den Pinsel in die Hand: „Ich will noch einen Igel verstecken“, sagt sie.







