Das Lichterspektakel Genius Loci kehrt auch dieses Jahr im Spätsommer nach Weimar zurück und erweckt die Fassaden der Klassikerstadt mit Videomapping zum Leben. Fest steht bereits, dass vom 11. bis 13. September Schillers Wohnhaus, der Niketempel und das Haus der Weimarer Republik angestrahlt werden sollen. Nun stehen die Gewinner des Wettbewerbs fest, für den fast 100 Ideen aus aller Welt eingereicht wurden.

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Die 13. Ausgabe von Genius Loci Weimar widmet sich „Demokratie und Gesellschaft“. Zum demokratischen Zusammenleben gehört eine gute Kommunikation. Das chinesische New-Media-Studio AOTOO darf den Niketempel am Goetheplatz mit Projektoren in Szene setzen und macht daraus einen „Tempel der Stimmen“ – passend zum Radiostudio, das das Gebäude beherbergt. Das Konzept „Temple of Voices: An Unfinished Common Script“ macht Texte, Datenströme, Klangwellen sichtbar. Nach Lärm und Sprachlosigkeit gewinnt der Tempel schließlich seine Fähigkeit zum Zuhören zurück – so die Idee der chinesischen Kunstschaffenden.


Das Video-Mapping- und Stop-Motion-Animationsprojekt „STRATUM“ blickt hinter die Fassade des Hauses der Weimarer Republik. Projektionen legen die architektonische Anatomie des Gebäudes frei und verbildlichen ein Gedächtnis der Demokratie, das über 2000 Jahre zurückgeht. Hinter der Idee steckt der iranische Designer und visuelle Storyteller Amir Ahmadoghlu, der in seiner Arbeit die Schnittstellen von Design, Technologie und visueller Kultur untersucht und experimentelle Projekte zu kulturellem Erbe, immersiven Medien und interdisziplinären Designmethoden entwickelt.


In der auf Schillers Wohnhaus projizierten Arbeit „Fragĭlis“ der portugiesischen Künstlerin Rita Reis dient Spitze als Sinnbild für Demokratie: ein filigranes Geflecht, dessen Stabilität vom Zusammenwirken aller Elemente abhängt. Rita Reis’ Arbeit thematisiert die schleichende Aushöhlung von Freiheit und soll zeigen, wie der Verlust einzelner Rechte das demokratische Ganze gefährdet. Die entstehenden Löcher und Leerstellen sollen jedoch auch Perspektive auf Erneuerung und gemeinschaftlichen Wiederaufbau eröffnen.


Das Genius Loci Festival Weimar stellt den Gewinnern je 7000 Euro zur Verfügung, um ihre Ideen in Weimar umzusetzen. Am Festivalwochenende wird außerdem das gelungenste der drei Projekte mit einem Preisgeld von 3000 Euro prämiert. Auch die Stadt Weimar unterstützt das Festival und stellt 110.000 Euro bereit. Besucherinnen und Besucher können sich wieder darauf verlassen, keinen Eintritt zahlen zu müssen. 2025 wurden an drei Festivaltagen ein Publikum von rund 50.000 Menschen gezählt.





