Dieter Lücke hat zum 75. Jubiläum der Thüringischen Landeszeitung (TLZ) den ehemaligen Redaktionstechniker Albrecht Brömel getroffen, der für Jahrzehnte den Technikwandel der Zeitung mitgestaltet hat.

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Als Albrecht Brömel 1974 zum ersten Mal Zeitungsluft bei der TLZ in Weimar schnupperte, „roch es nebenan in der Druckerei nach Druckerschwärze und Bleidämpfe“. Das blieb noch etwa 15 Jahre so. Brömel, der später über ein Vierteljahrhundert bis zum Wechsel in den Ruhestand der verantwortliche Redakteur für Redaktionstechnik war, hat die gewaltigen Umbrüche erlebt und mitgestaltet.
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Technik der 70er: Antiquarische Schreibmaschinen
Redaktionstechnik Mitte der 1970er Jahre bei der TLZ: „Das waren zwei Telefone pro Ressort und antiquarisch anmutende Schreibmaschinen“. Nur die Sekretariate von Chefredakteur und Verlagsdirektor hatten „einen moderne elektrische“. Telefongespräche wurden in der Telefonzentrale vermittelt, „umgestöpselt“. Es gab den Fernschreiber, „eine überdimensionale Schreibmaschine, mit der Lochstreifen beschrieben wurden, die dann von den Empfängern ausgedruckt werden konnten“, erinnert sich Brömel.
Als die ersten Computer in der Redaktion Einzug hielten, wurde es nach und nach etwas leiser. Eine anfängliche Zurückhaltung einzelner Redakteure vor der technischen Veränderung löste sich rasch auf: Weniger verschmierte Hände durch Farbbandwechsel und Reinigung der Typen, das war angenehm. Und bei der Texterfassung durch die ersten Computer konnten ganze Wörter, Sätze und Textpassagen gelöscht oder eingefügt werden.
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Zur Wendezeit und kurz danach verabschiedete sich auch die TLZ von alter Satztechnik, etwa den Setzkästen in den Mettage, wo die Überschriften der Artikel aus einzelnen Lettern zusammengebaut wurden. Die sich ändernde Technik war schneller, sauberer und mit weniger körperlicher Anstrengung verbunden. Brömel: „Maschinensetzer wurden zu Texterfassern am PC, Metteure zu Layoutern umgeschult“. Problem: Weil sich die Zeitung von den Korrektoren verabschiedet hatte, häuften sich die Druckfehler.
Von Disketten zu digitalen Netzwerken
Der größte Einschnitt in der redaktionellen Arbeit kam durch die Vernetzung der Technik. Bis dahin wurden Texte auf Disketten erfasst, mussten dann zu den Layout-Computern gebracht und dort eingelesen werden. Die Textdisketten aus den Lokalredaktionen wurden damals per Bahn transportiert und vom Weimarer Bahnhof per Kurier in die Zentralredaktion gebracht. Der Ganzseitenumbruch, die vollständige Fotointegration waren weitere Schritte. Schließlich kamen mit den neuen modernen Druckhäusern in Erfurt-Bindersleben und in Gera-Löbichau Anfang der 1990er Jahre ganz einschneidende Veränderungen bei der technischen Zeitungsherstellung.
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Mit dem Vormarsch des Internets mussten bald auch Regionalzeitungen online präsent sein. Nachrichten der Regionalzeitung sollten aber nicht einfach so im Netz „verschenkt“ werden. Während überregionale Medien frühzeitig Onlineredaktionen mit dafür ausgebildetem Personal schufen, mussten vor allem in kleineren Regionalzeitungen die „normalen“ Redakteuredas Online-Geschäft quasi nebenbei erledigen. In der TLZ-Redaktion kam es im Verbund der Mediengruppe immer wieder zu Änderungen, erinnert sich Albrecht Brömel rückblickend.
Beispielsweise Bezahlmodelle für die Online-Nutzung. Und es stellt sich schon lange immer wieder die Frage: Print vor Online oder Online first? Inzwischen heißt es User first. Die sozialen Medien haben die Entwicklung beeinflusst; vor allem jüngere Redaktionskollegen, die damit aufgewachsen sind, nahmen diese Veränderungen leichter als einige der älteren Redakteure. Und bei manchen Redakteuren findet man noch eine alte „klapprige“ Schreibmaschine – inzwischen nur noch als nostalgisches Dekorationsstück.








