Die Gewinnerinnen und Gewinner des Gewinnspiels der Thüringischen Landeszeitung (TLZ) unternahmen am vergangenen Freitagnachmittag eine Entdeckungstour der ganz besonderen Art. Gemeinsam mit Chefredakteurin Gerlinde Sommer erforschten sie die Tiefen der Geraer Altstadt – und eine Zeit, in der Gera ein bedeutendes Zentrum des Brauwesens war. Bei der „Gerschen Biertour“ führte Gästeführer Ulrich Braumann die Gruppe durch das weit verzweigte Labyrinth aus unterirdischen Höhlern, die bereits im 16. und 17. Jahrhundert als Bierlagerstätten dienten.

TLZ-Lesertreff in den Geraer Höhlern

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    Dass die Führung zum 80-jährigen Jubiläum in Gera stattfindet, ist bei weitem kein Zufall, wie Gerlinde Sommer zur Begrüßung sagte: „Mit der TLZ waren wir zu Beginn in zwei Bezirken: in Erfurt und in Gera. Gera war daher von Anfang an ein wichtiger Standort. Wir sollten die 80 Jahre TLZ und die unterschiedlichen Zeitschichten feiern.“

    Museumshöhler überstand Stadtbrand unversehrt

    Bevor es in die Tiefen der Geraer Altstadt ging, gab Ulrich Braumann Entwarnung: Es gehe nicht in die Unterwelt, witzelte er. Dafür machte er schnell klar, dass man beim Hinuntergehen auf sich und vor allem seinen Kopf achten sollte: „Ich habe nicht von ungefähr eine Kappe auf. Also bitte die Köpfe einziehen.“ Denn der etwa 12 bis 13 Grad kalte Keller war nicht nur rutschig, sondern auch eng.

    Gästeführer Ulrich Braumann (dritter von links) mit den Gewinnerinnen und Gewinnern des Gewinnspiels der Thüringischen Landeszeitung (TLZ) in den Geraer Höhlen.
    Gästeführer Ulrich Braumann (dritter von links) mit den Gewinnerinnen und Gewinnern des Gewinnspiels der Thüringischen Landeszeitung (TLZ) in den Geraer Höhlen.© Funke Medien Thüringen | Julian Sondhauß

    Zu Beginn wies er auf die lange Geschichte des Museumsgebäudes hin, das glücklicherweise nach einem verheerenden Stadtbrand im Jahr 1780 unversehrt geblieben ist – und auf eine Besonderheit: Der Museumshöhler liegt direkt neben dem Naturkundemuseum.

    Höhler reichen bis ins 17. Jahrhundert zurück

    Die Führung führte durch die zehn Höhler und in die Stadtgeschichte Geras. Hier erklärte Braumann, wie es zu dem Begriff „Höhler“ gekommen ist. Dieser reicht nämlich bis ins 17. Jahrhundert zurück, als jährlich 1,4 Millionen Liter Bier gebraut wurden. „Da fällt es nicht schwer, darauf zu kommen, dass die Hauskeller gar nicht ausreichen konnten“, sagte er. In der Folge wurden Höhlen unter die Keller geschlagen. So entstand aus den beiden Worten „Höhle“ und „Keller“ die Neuschöpfung „Höhler“.

    Die Stalagmiten zählen zu den Höhepunkten in den Gängen von Geras Höhlern.
    Die Stalagmiten zählen zu den Höhepunkten in den Gängen von Geras Höhlern.© Funke Medien Thüringen | Julian Sondhauß

    Dass die Höhler im Laufe der Jahrhunderte nicht nur zur Lagerung von Bier genutzt wurden, zeigen die vereinzelt an der Decke steckenden Haken. Sie deuten darauf hin, dass dort unter anderem Schweine zum Ausbluten aufgehängt wurden. „Das war also auch ein Wirtschaftskeller“, sagte Braumann.

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    Während des Zweiten Weltkriegs erhielten die Höhler eine überlebenswichtige Funktion: Sie sollten im Kriegsfall als Luftschutzkeller genutzt werden. Dafür wurden sie unter anderem mit Sitz- oder Schlafgelegenheiten ausgestattet. Ein Zeugnis aus dieser Zeit, das noch heute besichtigt werden kann, sind die Phosphormarkierungen.

    Bierverkostung und Fettbemmen begeistern die Gäste

    Für die Leser endete der Nachmittag mit einer Bierverkostung, Gerschen Fettbemmen und gemeinsamen Gesprächen. Dabei ließen sie nichts übrig: Alle der begehrten Fettbemmen wurden am Ende aufgegessen.

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    Für die Leser war der Rundgang ein echtes Highlight: „Ich habe nicht gedacht, dass es so interessant wird. Das hat mich sogar überrascht“, sagte Elzbieta Hopf, die mit ihrem Mann Andreas Hopf an diesem Tag extra aus Gotha angereist war. „Es war sehr lustig. Und der kleine Imbiss war auch überraschend gut“, ergänzte er.

    Alle Gewinnspiele sind auf den Gewinnspielseiten der TLZ sowie auf der Jubiläums-Website zu finden: https://www.tlz.de/80jahre/