Als Zohran Mamdani im Kabab King in Jackson Heights in New York City sitzt und mit viel Appetit sein Biryani genießt, wirkt er wie ein gewöhnlicher New Yorker. Doch der 34-Jährige ist mehr als ein Stammgast einfacher Restaurants: Der frisch gewählte Bürgermeister hat die New Yorker Politik und ihre Esskultur im Sturm erobert. Mit seiner Leidenschaft für unentdeckte Restaurants abseits der glamourösen Szene Manhattans begeistert er Einheimische und Touristen gleichermaßen für die kulinarische Vielfalt der Stadt.

Auch interessant

Schon während seines Wahlkampfs machte Mamdani, einst Rapper unter dem Namen Mr. Cardamom, das Essen zu seinem Markenzeichen. So drehte er ein Musikvideo mit der indischen Kochlegende Madhur Jaffrey in einem Kebab-Restaurant in Queens. Er lud Politiker ins afghanische Restaurant Sami’s Kabab House in Astoria ein, endete eine Schnitzeljagd in seinem Lieblingscafé mit nahöstlicher Küche und setzte sich unermüdlich für unbekannte, familiengeführte „versteckte Juwelen“ in den Außenbezirken ein. Neben Biryani isst er etwa „Lamm Adana Laffa“ mit Hummus in Astoria, oder auch das seltene „Koi Nur“ (scharfes rohes Rindfleisch). „Man sieht nicht viele Politiker, die lokale Lokale in den Außenbezirken vorstellen“, sagt Restaurantbetreiber Feras Al Zughier der „BBC“. „Das bringt uns mehr Aufmerksamkeit.“

Bei seinem Wahlkampf besuchte Zohran Mamdani kleine Restaurants und Cafés. Nach seiner Wahl zum Bürgermeister von New York können diese nun davon profitieren.
Bei seinem Wahlkampf besuchte Zohran Mamdani kleine Restaurants und Cafés. Nach seiner Wahl zum Bürgermeister von New York können diese nun davon profitieren.© Getty Images via AFP | Michael M. Santiago

Mamdanis Empfehlungen lockten bereits viele neue Kunden

„Er wird dafür sorgen, dass die New Yorker die Kulinarik von morgen entdecken, wie die indonesische oder malaysische Küche“, meint Jonathan Forgash, Gründer der Organisation Queens Together. Mamdanis Empfehlungen lockten in den letzten Monaten zahlreiche neue Kunden in Restaurants und gaben ihnen eine Bühne, die zuvor nicht existierte. Seine Begeisterung für Essen hat er nie verborgen. Schon seine erste politische Kampagne für die New Yorker Staatsversammlung 2020 lief unter dem Motto „Roti und Rosen“.

Auch interessant

Mamdanis Ansatz, kleine, oft familiengeführte Restaurants in den Außenbezirken ins Rampenlicht zu rücken, könnte auch die Art und Weise verändern, wie Touristen New York erleben. Während sich viele Besucher bislang auf bekannte Sehenswürdigkeiten und gehypte Restaurants in Manhattan konzentrieren, zeigt Mamdanis Begeisterung für die unbekannteren Orte, wie viel mehr die Stadt zu bieten hat. Seine authentische Art, Restaurants nicht nur zu besuchen, sondern ihre Geschichten und die Menschen dahinter zu teilen, inspirieren viele dazu, abseits der ausgetretenen Pfade die kulinarische Vielfalt der Stadt zu entdecken. Wie ein Restaurantbesitzer der „BBC“ sagte: „Er wird dazu beitragen, dass die Küchen aus allen Richtungen und Kulturen bekannter werden.“ Für Reisende bedeutet das nicht nur eine neue Art des Städteerlebens, sondern auch die einzigartige Möglichkeit, in die multikulturelle Seele New Yorks einzutauchen – einen Bissen nach dem anderen.

Lesen Sie auch: Neuer Bürgermeister von New York: Mamdani bringt Trump in Rage

Mamdani: „Halal wieder für 8 Dollar“

„[Mamdani] ist der Außenseiter, der aus dem Nichts kam und unaufhaltsam geworden ist. Er rückt die Restaurants ins Rampenlicht, die nicht über große Budgets verfügen und in einer Zeit überleben, in der das Geschäft in New York schwieriger denn je ist“, sagt Melissa McCart, Redakteurin von „Eater NY“.

Jeden 2. Sonntag

Ein FUNKE Liebe

Alle zwei Wochen sonntags: Antworten auf Beziehungsfragen – ehrlich, nah und alltagstauglich.

Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.

Doch Mamdanis Engagement endet nicht bei Restaurantempfehlungen. So kämpft er gegen die „Halaflation“, die durch überteuerte Schwarzmarktlizenzen verursacht wird, und für eine stadtweite Reform des Genehmigungssystems, um Straßenhändlern zu helfen. „Hühnchen mit Reis kostet jetzt 10 Dollar oder mehr. Es ist an der Zeit, Halal wieder für 8 Dollar anzubieten“, betonte Mamdani in einem seiner Videos. „Er wird sich für ein Straßenverkaufssystem einsetzen, das fair ist und Einwanderergemeinschaften unterstützt“, lobt Carina Kaufman-Gutierrez vom Street Vendor Project.