Der Tod einer Katze namens Kit Kat hat in San Francisco eine hitzige Debatte über Robotaxis entfacht, insbesondere über die Flotte der Alphabet-Tochter Waymo. Kurz vor Mitternacht des 27. Oktobers wurde die getigerte Katze von einem der mittlerweile in San Francisco allgegenwärtigen Waymos überfahren.

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Wahrscheinlich hätte dieser Vorfall die Gemüter in San Francisco niemals so erhitzt, wenn es sich bei dem Opfer nicht um eine lokale Berühmtheit handeln würde: Kit Kat, liebevoll „Bürgermeisterin der 16th Street“ genannt, hatte über die Jahre hinweg die Herzen der Anwohner des Missions District erobert. Sie streunte von Bar zu Bar, ließ sich kraulen und war Stammgast in Randa‘s Market, wo sie der Besitzer Mike Zeidan einst bei sich aufgenommen hatte.
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Waymo: Unterschiedliche Schilderungen des Unfallhergangs
Über den Unfallhergang gibt es im Nachhinein verschiedene Schilderungen: Augenzeugen berichten, dass Kit Kat noch für einige Sekunden vor dem Waymo-Fahrzeug gesessen, bevor es losfuhr und sie überrollte. Waymo erklärt, Kit Kat sei unvermittelt unter das Fahrzeug gelaufen, als dieses gerade losfuhr, und drückte in einer Stellungnahme, die mehrere US-Medien zitieren, Mitgefühl für den Verlust aus: „Unser tiefstes Mitgefühl gilt dem Besitzer der Katze und der Gemeinschaft, die sie kannte und liebte.“
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Jackie Fielder, Stadträtin des Mission Districts und entschiedene Kritikerin der Robotaxis, nahm den Fall jedoch zum Anlass, um stärkere Regulierungen zu fordern. In einem Instagram-Post behauptete sie ebenfalls, dass die Katze bereits vor dem Fahrzeug saß und spricht von einer mangelnden Verantwortlichkeit bei autonomen Autos: „Ein menschlicher Fahrer kann aussteigen und sich entschuldigen oder von der Polizei aufgespürt werden – hier gibt es niemanden, der zur Verantwortung gezogen werden kann.“

Kit Kats Tod hat eine Welle der Empörung ausgelöst, die auch mehr als zwei Wochen nach dem Unfall nicht abgeflacht ist: Vor dem Geschäft, in dem sie einst aufgenommen wurde – ein kleiner Markt im Mission District –, entstand eine Gedenkstätte: Fotos der Katze, Blumensträuße, eine Skizze mit einem Heiligenschein und Protestschilder gegen Waymo prägen das Straßenbild. In sozialen Medien wird über autonomes Fahren debattiert – Kritiker bemängeln die Allgegenwärtigkeit von Robotaxis und argumentieren, diese würden den öffentlichen Nahverkehr schwächen, Arbeitsplätze vernichten und dem Silicon Valley noch mehr Profite einbringen.
‘Waymo Was Thriving in San Francisco. Then One of Its Driverless Cars Killed a Cat” - @nytimes $KITKAT #RememberKitKat https://t.co/WNJ9qiEL7e pic.twitter.com/0MtFXly3lA
— KitKat (@rememberkitkat) 16. November 2025
Waymo: Über 1000 Auto in San Francisco und Umgebung
Trotz der Empörung ist Waymo weiterhin erfolgreich in der Bay Area. Mit einer Flotte von über 1000 Autos hat der Dienst nach eigenen Angaben 2025 rund 250.000 bezahlte Fahrten pro Woche durchgeführt. Das Unternehmen strebt eine Ausweitung des Betriebs an, einschließlich neuer Verbindungen zu den Flughäfen von San Jose und San Francisco. Waymo selbst beruft sich auf eine firmeneigene Studie, die belegt, dass ihre Fahrzeuge 91 Prozent weniger schwere Unfälle verursachen als menschliche Fahrer. Der Bürgermeister von San Francisco, Daniel Lurie, zeigte sich ebenfalls als Verfechter der Robotaxis und erklärte: „Waymo ist unglaublich sicher. Es ist sicherer, als wenn du oder ich hinter dem Steuer sitzen.“
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Dieser Vorfall erinnert auch an vergangene Probleme der Robotaxi-Branche. Bereits im Oktober 2023 hatte ein Unfall mit einem Robotaxi von Cruise dazu geführt, dass der Anbieter den Betrieb in San Francisco vorübergehend einstellen musste, bevor er das Geschäft schließlich ganz einstellte. Waymo profitierte davon und konnte seine Expansion fortsetzen. Dabei sehen viele Bewohner in der Automatisierung die Zukunft. „Ich bin selbst skeptisch, was diese Waymo-Autos angeht“, sagte ein Anwohner. „Aber künstliche Intelligenz ist die Zukunft. Wir können sie nicht aufhalten, ob wir wollen oder nicht.“







