Es ist schon eine ganze Weile her, dass wir den Großvater der TV-Unterhaltung einfach nur noch in den Arm nehmen wollten. Jetzt aber möchten wir es von Herzen tun, aus Respekt für seine Offenheit. Thomas Gottschalk (75) ist an Krebs erkrankt, wie er gegenüber „Bild“ sagte. Es handelt sich um ein aggressives „epitheloides Angiosarkom“. Der Show-Dino hat seine Krankheit öffentlich gemacht. Endlich.
Was ist ein epitheloides Angiosarkom: An diesem Krebs ist Thomas Gottschalk erkrankt
Viele mögen sich fragen, warum er das nicht längst getan hat. Ja, es hätte ihm eine Menge Häme erspart. Was hat man nicht in der letzten Zeit über ihn abgelästert, dass er nicht mehr Herr seiner Sinne sei. Gut, als Show-Titan einzugestehen, lebensbedrohlich erkrankt zu sein, ist nicht so einfach. Er, über Jahrzehnte die Verkörperung der guten Laune, der als Entertainer der alten Schule seine Aufgabe darin sah, die Sorgen der Zuschauer vergessen zu lassen. So einer stellt sich so schnell nicht hin und sagt: Ich habe Krebs. Für einen Profi, wie er es war, wäre es das Eingestehen einer Schwäche.
Thomas Gottschalk: Diagnose Krebs macht Millionen immer noch Angst
Auch wenn Krebs im höheren Alter von Ärzten oft als „chronische Krankheit“ bezeichnet wird, die Millionen betrifft, macht die Diagnose immer noch Angst. Wer dann noch diese Aura des ewig Junggebliebenen ausstrahlt, hat vielleicht besonders stark zu hadern. Der Show-König versuchte zu verdrängen und einfach weiterzumachen. Im Grunde nur menschlich. Gottschalk weiß, wie das Business tickt: „The Show must go on.“ Ein angeschlagener Sunnyboy gerät schnell zur Lachnummer.

Wer Gottschalk zuletzt gesehen hat, fragte sich schon: Was ist nur los mit ihm? Der sonst so schlagfertige Blondschopf, so gut wie nie um eine Antwort verlegen, wirkte auch bei der „Romy“-Verleihung wieder teilweise zerstreut und hilflos. Und wer ihn zuvor bei Kerners „Quiz Champion“ erlebt hatte, war geradezu entsetzte: Ihm, dem Unterhaltungs-Guru, fiel gar nichts Kluges ein. Vor dem Fernseher hielt man die Luft an, man wollte nicht, dass sich die Show-Ikone so blamiert.
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Thomas Gottschalk spricht über Krebs: Warum wir ihm danken sollten
Wie Falschgeld stand er am Ende der Quizshow neben den anderen Gästen herum. Gottschalk wird alt, dachte man, und wünschte ihm, dass er gute Berater hat, wenn er schon selbst nicht merkt, wie es bergab geht. Dabei stand er unter schweren Schmerzmitteln. Als er sich dann noch bei der „Bambi“-Verleihung zu seltsamen Sätzen gegenüber der Pop-Ikone Cher verstieg und später erklärte, dass er wohl nicht so auf der Höhe war, kam das Schlimmste für einen Star seines Formats auf: Mitleid.
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Nun also geht er mit der schwierigen Diagnose selbst an die Öffentlichkeit. Dafür möchten wir ihm einfach nur danken. Der Dino der TV-Unterhaltung, der Millionen Zuschauer bei „Wetten, dass..?“ über Jahrzehnte den Samstagabend versüßt hatte, hat endlich wieder dafür gesorgt, dass die Menschen ihm wieder Respekt zollen. Nochmals Applaus von uns, lieber Tommy. Es macht uns allen Mut, mehr über das zu reden, was uns bedrückt. Das ist wahre Stärke. Denn aus Angst, Schwäche zu zeigen, verkriechen sich nicht nur Promis. Danke auch für dieses Signal.






