Im westlichen Havelland hat eine Hobby-Archäologin ein besonderes Bronze-Radkreuz aus dem 10. oder 11. Jahrhundert ausgegraben. Bei der Präsentation des Fundes in Potsdam sprach Brandenburgs Kulturministerin Manja Schüle (SPD) von einem „spektakulären Fund“. Das Kreuz passe exakt zu einer Gussform, die vor mehr als 40 Jahren entdeckt wurde – eine einzigartige Verbindung für einen Fund aus dieser Epoche.

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Das Stück stehe zudem exemplarisch für die frühe Christianisierung in Brandenburg und verdeutliche die Bedeutung des Christentums in der damals überwiegend slawisch besiedelten Region. Es zeige, dass Christen dort schon deutlich früher lebten, als bisher oft angenommen, erklärte Schüle.

Entdeckt wurde das Kreuz von der ehrenamtlichen Bodendenkmalpflegerin Juliane Rangnow. Sie gehört zu den rund 350 ehrenamtlichen Bodendenkmalpflegerinnen und -pflegern des Landesamts für Denkmalpflege und Archäologischen Landesmuseums (BLDAM).

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„Eine Brücke in die Vergangenheit“

„Ein solches Fundstück in der Hand zu halten, ist wie eine Brücke in die Vergangenheit“, sagte Rangnow. Wenn sie einen Gegenstand in den Händen halte, von dem sie wisse, dass ihn zuletzt jemand vor hunderten Jahren in den Händen hielt, finde sie das sehr spannend. „Man fragt sich: Wie hat derjenige wohl gelebt?“

Pressekonferenz zu archäologischem Fund im Havelland
Juliane Rangnow lebt ihren Kindheitstraum und widmet sich als Hobby-Archäologin der Suche nach historischen Schätzen.© Soeren Stache/dpa | Soeren Stache

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Neben dem Kreuz kamen weitere Funde aus dem 10. und 11. Jahrhundert zutage, darunter Münzen, Schmuckfragmente und Waffen. Nach Restaurierung und Vermessung konnte das BLDAM die Übereinstimmung der Gussform nachweisen, die 1983 bei Ausgrabungen auf dem slawischen Burgwall in Berlin-Spandau gefunden worden war.

Zeugnisse früherer Kulturkontakte und Regeln der Schatzsuche

Nach Einschätzung der Archäologen belegt das Kreuz weiträumige Kulturkontakte. Die Gussform gelte als einer der ältesten archäologischen Hinweise auf das Christentum zwischen Elbe und Oder.

Im Land Brandenburg gibt es über 40.000 archäologische Fundplätze. Es ist jedoch nicht erlaubt, dass Bürgerinnen und Bürger eigenständig nach Artefakten suchen, erklärte Franz Schopper, Landesarchäologe von Brandenburg. Dafür brauche es Genehmigungen und Schulungen. 

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Ab Samstag sollen das Bronzekreuz und seine Gussform bis zum 11. März in einer Sonderausstellung im Archäologischen Landesmuseum in Brandenburg an der Havel gezeigt werden. Danach wird beides ab Ende März für rund zwei Monate im Neuen Museum in Berlin präsentiert.

ra mit dpa/epd