Die italienische Ministerpräsidentin Giorgia Meloni ist in der römischen Basilika San Lorenzo verewigt worden. Einer der Engel am Grabmal des letzten italienischen Königs Umberto II. weist auffällige Gesichtszüge auf, die nach Ansicht von Beobachtern stark an die Regierungschefin erinnern. Die Zeitung La Repubblica machte dies öffentlich.

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Der Engel flankiert das marmorne Grabmal Umbertos II., der 1946 ins Exil ging, und hält ein Pergament mit der Darstellung der Landkarte Italiens. Nach Angaben der für die Basilika zuständigen Pfarrei stammt der Eingriff nicht von professionellen Restauratoren, die an anderen Teilen der Kirche tätig sind, sondern von Bruno Valentinetti, einem Sakristan und Dekorateur. Er wird als ehrenamtlicher Helfer beschrieben, der regelmäßig in der Kirche arbeitet.

Das neu restaurierte Fresko in der Basilika San Lorenzo zeigt einen Engel mit den Gesichtszügen von Giorgia Meloni.
Das neu restaurierte Fresko in der Basilika San Lorenzo zeigt einen Engel mit den Gesichtszügen von Giorgia Meloni.© AFP | Filippo Monteforte

Nach Angaben der Zeitung soll er politische Sympathien für die Rechte haben. Der Pfarrer der Kirche, Daniele Micheletti, sagte, das Gemälde sei vor Kurzem wegen eines Wasserschadens ausgebessert worden. Das Original stamme aus dem Jahr 2000 und stehe deswegen nicht unter Denkmalschutz. Ausgeführt wurden die Arbeiten von demselben Künstler, der bereits das Original angefertigt hatte, Bruno Valentinetti. „Ich habe restauriert, was vorher da war – seit 25 Jahren“, sagte Valentinetti zu Journalisten. Auf Fragen von Reportern antwortete er: „Wer sagt, dass es sich um Ministerpräsidentin Meloni handelt?“

Italien: Giorgia Meloni reagiert mit Humor auf den Vorfall

Der Vorfall löste politische Reaktionen aus. Die Sprecherin der oppositionellen Demokratischen Partei (PD) im Kulturausschuss der Abgeordnetenkammer, Irene Manzi, forderte Kulturminister Alessandro Giuli auf, umgehend die römische Denkmalbehörde einzuschalten. Der Vorgang stelle möglicherweise einen schweren Verstoß gegen den italienischen Kodex für Kulturgüter und Landschaftsschutz dar, der willkürliche Veränderungen, Personalisierungen und nicht wissenschaftlich begründete Eingriffe untersagt.

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Auch die Diözese Rom schaltete sich ein. Das Vikariat teilte mit, man werde die Angelegenheit gemeinsam mit dem für die Basilika zuständigen Pfarrer prüfen und mögliche Maßnahmen bewerten. Kardinal Baldo Reina, der päpstliche Vikar für die Diözese Rom, mahnte zudem, sakrale Kunst nicht zu instrumentalisieren. Bilder der christlichen Tradition dürften nicht für politische Deutungen oder andere unangebrachte Zwecke missbraucht werden, da sie ausschließlich der Liturgie sowie dem persönlichen und gemeinschaftlichen Gebet dienten.

Rom: Besucher strömen zum Meloni-Engel in der Basilika San Lorenzo

Meloni selbst reagierte mit Humor auf die Debatte. „Nein, ich sehe definitiv nicht wie ein Engel aus“, scherzte die Regierungschefin auf Instagram und veröffentlichte dazu ein Foto des betreffenden Fresko-Details.

Unterdessen verzeichnete die traditionsreiche Basilika, die in der Vergangenheit auch von bekannten Politikern wie Expremier Giulio Andreotti besucht wurde, einen regen Besucherandrang. Viele Menschen suchten gezielt nach dem umstrittenen Engel. Die Basilika San Lorenzo in Lucina zählt zu den ältesten Kirchen Roms. Ihre Ursprünge reichen bis in das Jahr 440 nach Christus zurück. Sie liegt unweit der stark frequentierten Einkaufsstraße Via del Corso.