Robert Madden ist es gelungen, Würfel zu identifizieren, die ein Alter von etwa 12.000 Jahren aufweisen – und damit die ältesten Exemplare der Welt sind. Bei den untersuchten Artefakten handelt es sich nicht um Neuentdeckungen, wie der Doktorand an der Colorado State University und Autor einer aktuellen Studie, ausführt. Vielmehr entwickelte er ein analytisches Verfahren, mit dem sich antike Objekte systematisch als Würfel klassifizieren lassen.

Systematische Suche nach antiken Würfeln

Die untersuchten Artefakte entsprechen nicht der klassischen Form eines Würfels mit punktförmigen Markierungen. Stattdessen handelt es sich um zweiseitige Objekte, deren Flächen jeweils unterschiedliche Kennzeichnungen aufweisen. Das zugrunde liegende Prinzip bleibt jedoch vergleichbar: Sie konnten geworfen werden, um im Rahmen eines Glücksspiels eine zufallsbasierte binäre Entscheidung herbeizuführen, ähnlich dem Münzwurf.

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Indigene Gruppen in Nordamerika nutzten solche Objekte, um innerhalb verschiedener Spiele zufällige Ergebnisse zu erzeugen. Der Anthropologe Robert Madden entwickelte auf Grundlage bereits identifizierter antiker Würfel ein systematisches Prüfverfahren. Dieses basiert auf vier zentralen Merkmalen, die allen untersuchten Objekten gemeinsam waren. Anschließend analysierte er Artefakte, die potenziell als Würfel in Betracht kamen. Auf diese Weise identifizierte er 565 Objekte, die sämtliche Kriterien erfüllten, sowie weitere 94 Objekte, die mit hoher Wahrscheinlichkeit ebenfalls als Würfel einzuordnen sind.

„Die Ergebnisse dieser Untersuchung deuten darauf hin, dass Würfelspiele, Glücksspiele und das Wetten seit mindestens 12.000 Jahren ein fester Bestandteil der Kultur der amerikanischen Ureinwohner sind – ein Bestandteil, der eine entscheidende Rolle bei der sozialen Integration spielte – und bis in die Gegenwart hineinreichen“, schreibt Madden.

Was zeichnet antike Würfel aus?

Um eine belastbare Bewertung potenzieller Würfel zu ermöglichen, entwickelte Robert Madden vier zentrale Kriterien zur Identifikation antiker Objekte dieser Art. Demnach mussten die Artefakte zweiseitig sein und aus Materialien wie Holz oder Knochen bestehen. Zudem sollte sich jede Seite eindeutig von der anderen unterscheiden, etwa durch Farben, Pigmente oder andere Markierungen. Die Oberflächen waren typischerweise flach oder leicht gewölbt. Ein weiteres Kriterium betraf Größe und Form der Objekte, da sie so gestaltet sein mussten, dass mehrere Exemplare gleichzeitig in der Hand gehalten und gemeinsam auf eine Oberfläche geworfen werden konnten.

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Gleichzeitig weist Madden darauf hin, dass nicht alle von ihm als Würfel klassifizierten Artefakte zwangsläufig dieser Funktion dienten. So ist beispielsweise denkbar, dass einige Objekte in rituellen Kontexten oder zur Wahrsagung verwendet wurden. Die in der Studie präsentierten Befunde sprechen jedoch insgesamt stärker für eine Nutzung im Rahmen von Spielpraktiken als für alternative Verwendungszwecke.