Auf der wichtigen Bahnstrecke Berlin-München sind weiterhin starke Nerven gefragt. Nach der gerissenen Oberleitung müssen sich Fahrgäste am Sonntag weiterhin auf eine längere Reisezeit einstellen. Die Reparaturarbeiten dauern an, wie eine Bahnsprecherin am Morgen der Deutschen Presse-Agentur sagte. Ob die Strecke noch am Sonntag wieder komplett freigegeben wird oder erst am Montag, stehe noch nicht fest.

Oberleitung reißt: Zwei Leichtverletzte und stundenlange Verspätungen

Am Samstag war eine Oberleitung bei Zahna-Elster in Sachsen-Anhalt gerissen und auf einen ICE gefallen. Hunderte Reisende saßen stundenlang fest. An einer Stelle seien dadurch Fenster des Zuges beschädigt worden, zwei Fahrgäste wurden in der Folge leicht verletzt, berichtete eine Bahnsprecherin. Ein Sprecher des Landkreises Wittenberg teilte mit, ihm vorliegenden Informationen zufolge seien zwei Menschen an Bord wegen „Panik und Kreislauf“ kollabiert. Eine vorsorglich aufgebaute Rettungsbasis im Bahnhof Lutherstadt-Wittenberg sei aber letztlich nicht zur Versorgung von Verletzten benötigt worden. 

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Seit Samstagabend sei die Strecke an der betroffenen Stelle wieder eingleisig befahrbar, sagte die Sprecherin. Züge werden demnach auch über Dessau umgeleitet. Die Bahn sprach am Morgen von einer Verspätung von 30 bis 50 Minuten. „Unser Personal vor Ort arbeitet unter Hochdruck an der Beseitigung der Störung“, heißt es auf der Webseite.

ICE erreicht nach Oberleitungs-Schaden eigenständig Wittenberg

Der in Sachsen-Anhalt von einer Oberleitung beschädigte ICE mit Hunderten Reisenden an Bord war am Samstagabend im Bahnhof Wittenberg angekommen. Das bestätigte ein Sprecher des Landkreises Wittenberg. Einem dpa-Reporter vor Ort zufolge konnte der Zug am Abend eigenständig dorthin fahren und die Fahrgäste konnten umsteigen. 

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Zunächst hatte es von der Bahn geheißen, ein Ersatzzug könne wegen abgeschalteten Stroms nicht eingesetzt werden und die Reisenden müssten in Bussen weiterfahren. Dann war laut Landkreis und Feuerwehr das Abschleppen des Fernzugs mit den Passagieren an Bord geplant worden. Ein Schleppzug der Deutschen Bahn war bereits vor Ort und habe den Zug mit Druckluft aufgepumpt. 

dpa/pau/dw