- Beim ESC 2026 setzt Großbritannien auf einen Song mit deutschem Text
- Der Titel „Eins, Zwei, Drei“ klingt wie ein Kinderreim
- Sichern sich die Briten damit einmal mehr den letzten Platz
Der Titel klingt zunächst, als habe ihn sich ein deutscher Kandidat für den Eurovision Song Contest ausgedacht: „Eins, Zwei, Drei“. Tatsächlich aber tritt Großbritannien mit diesem zumindest teilweise deutschsprachigen Song beim ESC 2026 an. Hinter dem ungewöhnlichen Beitrag steht Sam Battle, besser bekannt unter seinem Künstlernamen Look Mum No Computer. Die British Broadcasting Corporation, kurz BBC, hat ihn intern ausgewählt.

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Schon Battles Künstlername erzählt viel über ihn: Look Mum No Computer klingt nach kindlichem Übermut, nach dem Ruf „Schau mal, Mama, ohne Computer!“ Bei Sam Battle bedeutet er vor allem: Popmusik, die nicht nur gesungen, sondern gebaut wird. Sam Battle ist kein klassischer Sänger, der nur vor einem Mikrofon steht, sondern Musiker, Erfinder und Bastler in einer Person. Damit schickt Großbritannien keinen typischen ESC-Act nach Wien, sondern einen Künstler, der den Wettbewerb eher wie eine Bühne für seine selbst gebaute Klangwelt nutzt.
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Look Mum No Computer beim ESC 2026: Vom Internet-Tüftler zum britischen Kandidaten
Sam Battle wurde am 3. Februar 1989 in Grantham geboren, einer Stadt in der Nähe von Nottingham, aus der auch Margaret Thatcher stammte. Bevor er als Look Mum No Computer ein größeres Publikum erreichte, war er Frontmann der Indie-Rock-Band Zibra. Wirklich unverwechselbar wurde Battle aber erst später – nicht auf einer klassischen Popbühne, sondern im Internet. Dort wechselte er vom Gitarrenband-Sound zu jenem Stil, der ihn heute ausmacht: experimentelle elektronische Musik und Pop, der mit künstlich erzeugten Klängen, selbst gebauten Instrumenten und einer guten Portion Bastlerwahnsinn arbeitet.
Zu seinen bekanntesten Erfindungen gehört eine Orgel aus Furby-Spielzeugen. Battle ließ aber auch Star-Wars-Droiden gemeinsam musizieren und verwandelte ein Fahrrad in einen Synthesizer, also ein elektronisches Instrument, das Klänge künstlich erzeugt. Battles Eigenkreationen haben mit „This Museum Is Not Obsolete“ in Ramsgate sogar ein eigenes Zuhause bekommen. Dort werden alte analoge Geräte neu zum Leben erweckt.
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Aus genau dieser Werkstatt kommt nun der britische ESC-Song. Die Idee zum Titel entstand, wie Battle erzählt, beim Verrücken eines Sofas: Beim Hochheben habe er auf Deutsch „eins, zwei, drei“ gezählt – und plötzlich sei klar gewesen, wie der Beitrag heißen könnte. Ganz so zufällig ist der gesamte Song aber nicht entstanden. Neben Battle arbeiteten mit Thomas Stengaard, Julie Aagaard und Lasse Midtsian Nymann erfahrene ESC-Autoren daran mit; Stengaard schrieb bereits am dänischen Siegertitel „Only Teardrops“ mit, Nymann am Schweizer Siegerbeitrag „The Code“.
Der Text des Lieds beginnt mit einer Pointe auf die Arbeitswelt. „So sick of doing the whole 9 to 5“, singt Battle – ausgerechnet ein Künstler, dessen Alltag kaum nach Büro, Stempeluhr und Feierabend aussieht. Doch „Eins, Zwei, Drei“ meint mehr als Jobfrust: Es geht um den Wunsch, aus einem zu engen Leben auszubrechen. Dieser Fluchtimpuls führt weg aus Großbritannien und nach Kontinentaleuropa, in eine Welt aus anderen Sprachen, Karaoke und Euro-Münzen. Für einen Beitrag, der unter dem Union Jack antritt, ist das erstaunlich selbstironisch.
Musikalisch bleibt der Song dennoch zugänglich: ein klassisch gebauter Popsong mit Strophen, Übergangsteil und wiederkehrendem Refrain, gespielt auf Battles selbst gebautem Synthesizer „Kosmo“.
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Sam Battle mit „Eins, zwei, drei“: Großbritanniens ESC-Beitrag im Video
Sam Battle: Der Songtext von „Eins, zwei, drei“
Songtext auf Englisch (und Deutsch)
So sick of doing the whole 9 to 5
I pay my dues, I‘m just stayin‘ alive
And I‘m so bored of it, bored of it
Oh, what‘s the point of it, point of it? (Oh, ja, ja, ja)
A paracetamol to quench the pain
The office cubicle has trapped me again
Am I a mouse in a cage, am I
D-d-d-demotivational?
Ah, if only there was a language that I could count in
That would make me feel better (Oh, ja)
Eins, zwei, drei
Darlin‘, I need something salty
Eins, zwei, drei
With a slice of pepperoni
I‘ll pay, you can owe me
That‘ll be a pony
Eins, zwei, drei
I‘m comin‘ back to life
Eins, zwei, drei
Got me feeling okеy-dokey
Eins, zwei, drei
Goodbyе drudgery, hello me
So light you can throw me
Kill at karaoke
Eins, zwei, drei
I‘m coming back to life
Countin‘ in English doesn‘t cut the mustard
So sick of munching roly-poly with custard
I‘m so bored with it, bored with it
Oh, what‘s the point of it, point of it? (Oh, ja, ja, ja)
I‘ve always been a fan of aviation
I‘m jumpin‘ on a plane to another nation
And all my pounds, they feel counterfeit
I need some euros to counter it
Eins, zwei, drei
Darlin‘, I need something salty
Eins, zwei, drei
With a slice of pepperoni
I‘ll pay, you can owe me
That‘ll be a pony
Eins, zwei, drei
I‘m comin‘ back to life
Eins, zwei, drei
Got me feeling okey-dokey
Eins, zwei, drei
Goodbye drudgery, hello me
So light you can throw me
Kill at karaoke
Eins, zwei, drei
I‘m comin‘ back to life
Eins
Zwei
Drei
Eins, zwei
Eins, zwei, drei
Eins, zwei, drei
Darlin‘, I need something salty
Eins, zwei, drei
With a slice of pepperoni
I‘ll pay, you can owe me
That‘ll be a pony
Eins, zwei, drei
I‘m comin‘ back to life
Eins, zwei, drei
Darlin‘, I need something salty
Eins, zwei, drei
With a slice of pepperoni
I‘ll pay, you can owe me
That‘ll be a pony
Eins, zwei, drei
I‘m comin‘ back to life
Eins, zwei, drei
Eins, zwei, drei
I‘m comin‘ back to life
Songtext auf Deutsch
So müde vom ganzen Neun-bis-fünf
Ich zahle meinen Preis, ich halte mich nur am Leben
Und ich bin so gelangweilt davon, so gelangweilt davon
Oh, was soll das alles, was soll das alles? (Oh ja, ja, ja)
Ein Paracetamol, um den Schmerz zu stillen
Die Bürozelle hat mich schon wieder gefangen
Bin ich eine Maus im Käfig, bin ich
d-d-d-demotivierend?
Ach, gäbe es doch nur eine Sprache, in der ich zählen könnte
Die mich besser fühlen ließe (Oh ja)
Eins, zwei, drei
Liebling, ich brauche etwas Salziges
Eins, zwei, drei
Mit einer Scheibe Pepperoni
Ich zahle, du kannst es mir später zurückgeben
Das macht dann ein Pony
Eins, zwei, drei
Ich komme wieder zum Leben
Eins, zwei, drei
Jetzt fühle ich mich okay-dokey
Eins, zwei, drei
Tschüss, grauer Alltag – hallo, neues Ich
So leicht, dass du mich werfen könntest
Ich räume beim Karaoke ab
Eins, zwei, drei
Ich komme wieder zum Leben
Auf Englisch zu zählen bringt es einfach nicht
So müde davon, Roly-Poly mit Vanillesoße zu mampfen
Ich bin so gelangweilt davon, so gelangweilt davon
Oh, was soll das alles, was soll das alles? (Oh ja, ja, ja)
Ich war schon immer ein Fan der Luftfahrt
Ich steige in ein Flugzeug in ein anderes Land
Und all meine Pfund fühlen sich wie Falschgeld an
Ich brauche ein paar Euros, um dem etwas entgegenzusetzen
Eins, zwei, drei
Liebling, ich brauche etwas Salziges
Eins, zwei, drei
Mit einer Scheibe Pepperoni
Ich zahle, du kannst es mir später zurückgeben
Das macht dann ein Pony
Eins, zwei, drei
Ich komme wieder zum Leben
Eins, zwei, drei
Jetzt fühle ich mich okay-dokey
Eins, zwei, drei
Tschüss, grauer Alltag – hallo, neues Ich
So leicht, dass du mich werfen könntest
Ich räume beim Karaoke ab
Eins, zwei, drei
Ich komme wieder zum Leben
Eins
Zwei
Drei
Eins, zwei
Eins, zwei, drei
Eins, zwei, drei
Liebling, ich brauche etwas Salziges
Eins, zwei, drei
Mit einer Scheibe Pepperoni
Ich zahle, du kannst es mir später zurückgeben
Das macht dann ein Pony
Eins, zwei, drei
Ich komme wieder zum Leben
Eins, zwei, drei
Liebling, ich brauche etwas Salziges
Eins, zwei, drei
Mit einer Scheibe Pepperoni
Ich zahle, du kannst es mir später zurückgeben
Das macht dann ein Pony
Eins, zwei, drei
Ich komme wieder zum Leben
Eins, zwei, drei
Eins, zwei, drei
Ich komme wieder zum Leben
So erfolgreich war Großbritannien zuletzt beim ESC
Historisch gehört Großbritannien zu den großen ESC-Nationen. Fünfmal gewann das Land den Eurovision Song Contest; nur Irland und Schweden liegen mit jeweils sieben Siegen davor. Der letzte britische Triumph liegt allerdings lange zurück: 1997 gewann Katrina and the Waves mit „Love Shine a Light“. Seitdem läuft das Land seiner ESC-Vergangenheit oft hinterher.
- 2025: Remember Monday – „What The Hell Just Happened?“ (Platz 19)
- 2024: Olly Alexander – „Dizzy“ (Platz 18)
- 2023: Mae Muller – „I Wrote A Song“ (Platz 25)
- 2022: Sam Ryder – „Space Man“ (Platz 2)
- 2021: James Newman – „Embers“ (Platz 26)
Beim ESC 2025 in Basel erreichte Remember Monday mit „What The Hell Just Happened?“ nur Platz 19 von 26. Gleichzeitig bleibt Großbritannien ein Land mit besonderer ESC-Geschichte: 16 Mal wurde es Zweiter, neunmal richtete es den Wettbewerb aus – so oft wie kein anderes Land.
Mit Look Mum No Computer setzt Großbritannien nun auf ein Risiko. Ob sich das lohnt? Die Buchmacher jedenfalls strafen „Eins, Zwei, Drei“ ab, sehen kaum Chancen auf einen Erfolg. Vielleicht wird es ja sogar, einmal mehr, der letzte Platz.
Alle ESC-Acts 2026 im Überblick
Eurovision Song Contest 2026: Die Startreihenfolge im Finale
- 01 Dänemark: Søren Torpegaard Lund – „Før Vi Går Hjem“
- 02 Deutschland: Sarah Engels – „Fire“
- 03 Israel: Noam Bettan – „Michelle“
- 04 Belgien: Essyla – „Dancing On The Ice“
- 05 Albanien: Alis – „Nân“
- 06 Griechenland: Akylas – „Ferto“
- 07 Ukraine: Leléka – „Ridnym“
- 08 Australien: Delta Goodrem – „Eclipse“
- 09 Serbien: Lavina – „Kraj Mene“
- 10 Malta: Aidan – „Bella“
- 11 Tschechien: Daniel Zizka – „Crossroads“
- 12 Bulgarien: Dara – „Bangaranga“
- 13 Kroatien: Lelek – „Andromeda“
- 14 Vereinigtes Königreich: Look Mum No Computer – „Eins Zwei Drei“
- 15 Frankreich: Monroe – „Regarde!“
- 16 Moldau: Satoshi – „Viva, Moldova!“
- 17 Finnland: Linda Lampenius x Pete Parkkonen – „Liekinheitin“
- 18 Polen: Alicja – „Pray“
- 19 Litauen: Lion Ceccah – „Sólo Quiero Más“
- 20 Schweden: Felicia – „My System“
- 21 Zypern: Antigoni – „Jalla“
- 22 Italien: Sal Da Vinci – „Per Sempre Sì“
- 23 Norwegen: Jonas Lovv – „Ya Ya Ya“
- 24 Rumänien: Alexandra Căpitănescu – „Choke Me“
- 25 Österreich: Cosmó – „Tanzschein“





