Ich habe gelesen, dass es bei dynamischen Stromtarifen manchmal Strom für 0 Cent oder sogar negative Preise gibt. Heißt das, ich kann einfach die günstigen Stunden abwarten und bekomme Geld zurück? Es antwortet Ramona Ballod, Referatsleiterin Energie, Bauen und Nachhaltigkeit bei der Verbraucherzentrale Thüringen:

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Strom zum Nulltarif klingt erst einmal verlockend. Ganz so einfach ist es aber nicht. Bei dynamischen Stromtarifen gibt es keinen festen Arbeitspreis. Er richtet sich nach dem Börsenpreis für Strom und kann sich in der Regel alle 15 Minuten ändern. Ist viel Wind- oder Sonnenstrom im Netz und die Nachfrage niedrig, kann der Börsenpreis stark fallen, sogar negativ werden.
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Trotzdem heißt das nicht, dass Ihre Kilowattstunde zu Hause automatisch kostenlos ist. Denn der Börsenpreis ist nur ein Teil des Strompreises. Dazu kommen weiterhin Netzentgelte, Steuern, Abgaben, Umlagen und meist auch Gebühren des Anbieters. Diese Bestandteile zahlen Sie auch dann, wenn der Börsenpreis gerade bei null liegt oder darunter.
Für wen sich dynamische Stromtarife wirklich lohnen
Dynamische Tarife können sich vor allem für Haushalte lohnen, die viel Strom verbrauchen und die diesen Verbrauch gut verschieben können. Also etwa, wenn eine Wärmepumpe gesteuert oder ein Batteriespeicher genutzt wird. Wer dagegen hauptsächlich Licht, Kühlschrank, Laptop und gelegentlich die Waschmaschine nutzt, hat meist wenig Spielraum. Für Haushalte mit wenig verschiebbarem Stromverbrauch überwiegt häufig das Risiko schwankender Preise. Für echte dynamische Tarife braucht man zudem ein intelligentes Messsystem, also einen Smart Meter. Nur damit lässt sich genau erfassen, wann wie viel Strom verbraucht wurde. Lassen Sie sich also nicht von Werbeversprechen wie „Strom für 0 Cent“ blenden – entscheidend ist die gesamte Rechnung.
Das Verbrauchertelefon ist immer freitags von 9 bis 10 Uhr unter 0361 227 55 55 erreichbar. Am Freitag, dem 24. Juli, beantwortet Jurist Ralf Reichertz Ihre Fragen zu Verbraucherrecht und Verträgen.







