Große Sorge um den Papst: Dem 71-jährigen Kirchenoberhaupt war am Dienstag ein bösartiger Lungentumor entfernt worden. Bei der rund 90-minütigen Operation in der römischen Gemelli-Klinik wurde dabei ein Lappen der rechten Lunge entfernt, in dem sich das Adenokarzinom befand, wie der Vatikan mitteilte. Leo XIV. ist sportlich, nicht als Raucher bekannt und hatte zuletzt keine gesundheitlichen Probleme. Hier die wichtigsten Fragen und Antworten zum Thema.

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Wie geht es dem Papst?
Der Eingriff sei ohne Komplikationen verlaufen. Und der Papst sei „regulär aufgewacht und in sein Zimmer im zehnten Stock der Klinik gebracht worden“, hieß es. Es befindet sich nicht in den für Päpste vorgesehenen Räumen, da die derzeit renoviert werden.
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Wann kam der Verdacht auf?
Aus dem vom Vatikan am Dienstagabend verbreiteten Kommuniqué geht hervor, dass der Verdacht auf einen bösartigen Tumor bereits seit einer früheren Untersuchung bestand. Unmittelbar nach der Operation sei er durch eine feingewebliche Schnellschnittuntersuchung bestätigt worden.
Lungenspezialist über weitere Therapie
Wie geht es mit der Therapie weiter?
Der Papst soll etwa eine Woche im Krankenhaus bleiben. Alle öffentlichen Termine bis zum 20. Oktober sind abgesagt.
Wie ist die Lebensqualität nach Entfernung eines Lungenlappens?
Die Aussichten, sich schnell zu erholen, „sind hervorragend“, sagt Dr. Jan Volmerig, Direktor der Klinik für Thoraxchirurgie und Leiter des zertifizierten Lungenkrebszentrums der Evangelischen Kliniken Essen-Mitte, gegenüber unserer Redaktion. „Beim Papst wurde der rechte Unterlappen entfernt. Das macht zu Beginn etwa 25 Prozent der Gesamtleistungskapazität der Lunge aus. Meist erholen sich die Patienten, die sehr oft im ähnlichen Alter wie der Papst sind, recht schnell und haben häufig nach einem Jahr eine ähnliche Lungenfunktion wie vor der Operation. Sportliche Betätigung ist sehr früh möglich und unterstützt dies natürlich. Es kommt halt immer drauf an, wie fit man vorher war.“
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Was ist ein Adenokarzinom?
Die Fachgesellschaften teilen Lungenkrebs in zwei Hauptgruppen ein: nicht kleinzellige Karzinome, die häufigste Form, und kleinzellige Karzinome, die aggressiver sind. Laut der Amerikanischen Krebsgesellschaft machen diese etwa 10 bis 15 Prozent der Fälle aus. Das Lungenadenokarzinom gehört zur weniger aggressiven Gruppe und ist die häufigste Art von Lungenkrebs. Adenokarzinome sind bösartige Tumoren aus sogenannten Drüsenzellen.
Wie ist die Prognose insgesamt?
„Sehr gut“, so Dr. Volmerig. Im Frühstadium liege die Fünf-Jahres-Überlebensrate bei über 80 bis 95 Prozent. „In diesem Bereich ist eine vollständige Heilung möglich.“ Es hängt noch von der genauen Größe des Tumors und möglicher Beteiligung von Lymphknoten ab.

Muss noch eine weitere Therapie über Bestrahlung oder Chemotherapie erfolgen?
„Bestrahlung mit ziemlicher Sicherheit nicht. Ob eine Chemotherapie nötig ist, werden die Ergebnisse der feingeweblichen Untersuchung des Tumors beziehungsweise der Ausbreitung zeigen. Dann wird entschieden, ob eine Chemo- oder Immuntherapie oder eine Kombination empfohlen werden.“
Hat sich die Verträglichkeit bei der Chemotherapie verbessert?
„Das ist höchst individuell. In nahezu allen Fällen geht es sehr gut als ambulante Therapie. Aber manchmal ist auch eine stationäre Begleitung nötig, wenn die Nebenwirkungen wie Übelkeit oder Blutbildveränderungen zu stark sind.“
Krebs: Darum sind auch Nichtraucher betroffen
Der Papst gilt als Nichtraucher. Lungenkrebs ist also nicht nur die Folge von Nikotin?
„Ganz genau. Dies betrifft etwa 15 Prozent der Patienten, die nie in ihrem Leben geraucht haben“, so Krebsspezialist Dr. Jan Volmerig. Auch viele Frauen seien darunter. „Es hat genetische Gründe, aber auch Umweltgifte wie Feinstäube spielen eine Rolle.“ Wie Radon, „dem wir ja alle ausgesetzt sind“. Bei Radon handele es sich um ein natürliches, radioaktives Edelgas, das aus dem Erdboden aufsteigt und unbemerkt (geruchlos, farblos) über Risse oder Undichtigkeiten in Gebäude gelangen kann.
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Wie kann man Lungenkrebs früh erkennen?
Viele Erkrankungen aber bleiben lange unauffällig, so die Deutsche Krebshilfe. Kleine Tumoren würden fast immer zufällig entdeckt. Umso wichtiger sei es, anhaltende Symptome ernst zu nehmen und mit einem Arzt oder einer Ärztin zu besprechen.
Welche Symptome sollte man ärztlich abklären lassen?
Dazu gehören anhaltender oder veränderter Husten, Atem- oder Luftnot, Brustschmerzen, blutiger Auswurf, unbeabsichtigter Gewichtsverlust, wiederkehrende Atemwegsinfekte, Fieber oder Schluckbeschwerden. Hinter diesen Warnzeichen könnten Lungenkrebs oder andere schwerwiegende Lungenprobleme stehen, aber auch harmlosere Erkrankungen, etwa eine chronische Bronchitis, erklärt der Krebsinformationsdienst. Deshalb ist eine ärztliche Abklärung wichtig.
Raucher können Anspruch auf Screening prüfen lassen
Etwa 58.400 Menschen erkranken laut Robert-Koch-Institut in Deutschland jedes Jahr neu an Lungenkrebs. Das Hauptrisiko sei mit großem Abstand das Rauchen. Starke Raucher sollten ebenso wie Ex-Raucherinnen und Raucher prüfen, ob sie für die kostenlose Früherkennung infrage kommen. Seit April 2026 haben Menschen mit starkem Zigarettenkonsum unter bestimmten Voraussetzungen alle zwölf Monate Anspruch auf ein Lungenkrebsscreening. Das Angebot richtet sich an Menschen zwischen 50 und 75 Jahren, die mindestens 25 Jahre ohne lange Unterbrechung geraucht und mindestens 15 Packungsjahre haben.










