- Thorsten Frei soll als neuer Fraktionschef in die Fußstapfen von Jens Spahn treten
- Frei sitzt seit 2013 im Bundestag, stand bis 2025 allerdings selten im Fokus der Öffentlichkeit
- Was muss man über den CDU-Politiker wissen? Ein Steckbrief
Thorsten Frei war bislang keiner, der laut auftritt. Seit 2013 sitzt der CDU-Politiker im Bundestag, lange galt er als enger Vertrauter von Friedrich Merz (CDU). Seit 2025 steht er selbst im Rampenlicht: Als Chef des Kanzleramts ist Frei bereits eine zentrale Figur der Bundesregierung.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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Nun rückt der 52-Jährige noch weiter in den Mittelpunkt. Die Vorsitzenden der CDU und CSU, Merz und Markus Söder, haben den Kanzleramtschef offiziell als neuen Vorsitzenden der Unionsfraktion im Bundestag vorgeschlagen.
Frei gilt als umgänglich – einer, der mit hartnäckiger Freundlichkeit auch harte Positionen vertritt, etwa in der Migrations- und Innenpolitik. Was gibt es sonst noch über den CDU-Mann zu wissen? Ein Überblick.
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Thorsten Frei: Die wichtigsten Infos zum Politiker im Steckbrief
| Name | Thorsten Frei |
| Geburtsdatum | 8. August 1973 |
| Amt | Bundesminister für besondere Aufgaben und Chef des Bundeskanzleramts |
| Partei | CDU |
| Familienstand | Verheiratet, drei Kinder |
| Wohnort | Donaueschingen |
Thorsten Frei: Frau, Kinder, Ausbildung – Das Wichtigste zu seinem Privatleben
Thorsten Frei kommt am 8. August 1973 in Bad Säckingen (Baden-Württemberg) auf die Welt und wächst in einer römisch-katholischen Familie auf. Sein Vater ist Polizist, seine Mutter arbeitet als Industriekauffrau.
- Ausbildung: Frei besucht das Scheffel-Gymnasium in Bad Säckingen, das er 1993 mit dem Abitur abschließt. Anschließend leistet er bis 1994 seinen Grundwehrdienst bei der Deutsch-Französischen Brigade ab. Danach beginnt er ein Studium der Rechtswissenschaften an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, das er 1999 mit dem Ersten Staatsexamen abschließt. Nach dem Rechtsreferendariat am Landgericht Waldshut-Tiengen besteht er 2001 sein Zweites Staatsexamen.
- Familie: Im Jahr 2007 heiratet Thorsten Frei seine Frau Katharina Frei. Sie ist Lehrerin für Englisch und Französisch. Das Paar hat drei Kinder – zwei Töchter und einen Sohn – und lebt in Donaueschingen, Baden-Württemberg.
- Beruf: Thorsten Frei ist Jurist. Nach Abschluss seines Studiums und des Referendariats arbeitet er von 2001 bis 2002 als Rechtsanwalt in Waldshut-Tiengen. 2002 Regierungsrat im Staatsministerium Baden-Württemberg und persönlicher Referent des Staats- und Europaministers Christoph Palmer, in Stuttgart.
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Thorsten Frei bei der CDU: Die wichtigsten Stationen seiner Karriere
Thorsten Frei startet seine politische Karriere auf kommunaler Ebene: Von 1999 bis 2004 ist er Mitglied und CDU-Fraktionsvorsitzender im Gemeinderat von Bad Säckingen. Gleichzeitig engagiert er sich in regionalen Gremien und übernimmt Führungsrollen innerhalb der CDU auf Kreis- und Landesebene. 2004 wird Frei zum Oberbürgermeister der Großen Kreisstadt Donaueschingen gewählt, 2012 wird er mit 99,4 Prozent der Stimmen wiedergewählt. Zudem ist er seit 2007 stellvertretender Landesvorsitzender der CDU Baden-Württemberg und seit 2017 Kreisvorsitzender der CDU Schwarzwald-Baar.

2012 wird Frei als CDU-Direktkandidat für den Bundestagswahlkreis Schwarzwald-Baar nominiert und zieht ein Jahr später mit 56,7 Prozent der Erststimmen in den Bundestag ein, wofür er sein Amt als Oberbürgermeister aufgibt.
Bei der Bundestagswahl 2017 sichert sich Frei mit dem zweitbesten Stimmenergebnis in Baden-Württemberg erneut das Direktmandat. Im Bundestag ist Frei Mitglied des Auswärtigen Ausschusses und des Ausschusses für die Angelegenheiten der Europäischen Union. Von 2018 bis 2021 ist er stellvertretender Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion mit Zuständigkeiten unter anderem für Recht, Verbraucherschutz und Innenpolitik. Zudem übernimmt er Funktionen als Vorsitzender der Deutsch-Schweizerischen Parlamentariergruppe sowie als Vorsitzender des Kuratoriums der Bundeszentrale für politische Bildung.
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Bei der Bundestagswahl 2021 sichert sich Frei mit 36,4 Prozent der Stimmen erneut das Direktmandat für seinen Wahlkreis. 2021 wählt die CDU-Fraktion ihn zum Ersten Parlamentarischen Geschäftsführer. Auch bei der Bundestagswahl 2025 holt Frei im Schwarzwald-Baar-Kreis mit 42,3 Prozent der Stimmen das Direktmandat. Im Kabinett von Friedrich Merz (CDU) ist er Bundesminister für besondere Aufgaben und Chef des Bundeskanzleramts.
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Im Juli 2026 wurde Frei offiziell als neuer Vorsitzender der Unionsfraktion im Bundestag vorgeschlagen. Bundeskanzler Merz und und CSU-Vorsitzender Söder unterbreiteten diesen Vorschlag erst dem Fraktionsvorstand der Union, dann den Abgeordneten.
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Thorsten Frei: Für welche Themen setzt sich der Politiker ein?
Thorsten Frei gilt als Vertreter eines konservativen und ordnungspolitisch orientierten Flügels der CDU. Er meidet Kulturkampf-Rhetorik und warnt davor, Grundsätze für kurzfristige politische Vorteile zu verbiegen – etwa im Umgang mit politischen Gruppierungen wie dem Bündnis Sahra Wagenknecht.
- Polizei: Frei betont die zentrale Rolle der Polizei für den Rechtsstaat. Frei kritisierte die Beweislastumkehr im Berliner Antidiskriminierungsgesetz, die seiner Ansicht nach Polizisten der Willkür aussetzt. Er sprach sich außerdem gegen pauschale Rassismusvorwürfe aus. Klare Rückendeckung des Staates für die Polizei sowie die Bereitstellung ausreichender Ressourcen und Befugnisse, um deren Arbeit zu stärken, gehören zu Freis Forderungen. Um gezielt Terror abwehren zu können, brauche es „Onlinedurchsuchung oder die Auswertung der Videoüberwachung mit Mitteln der Gesichtserkennung und der künstlichen Intelligenz“, sagte Frei der „Augsburger Allgemeinen“.
- AfD: Im Umgang mit der AfD vertritt Frei eine klare Linie. Er betont im Interview mit dieser Redaktion: „Wir werden politisch alles tun, um die AfD zu bekämpfen. Die AfD ist keine normale Partei.“ Entsprechend könne man im Parlament nicht so tun, „als sei sie eine Partei wie jede andere.“ Gleichzeitig zweifelt Frei an, wie sinnvoll es ist, die AfD durch Einschränkungen im parlamentarischen Ablauf, etwa den Verzicht auf gemeinsame Abstimmungen, zu bekämpfen. Ob dies bislang erfolgreich war, „lässt sich sicherlich bestreiten“, so Frei.
- Migration: Frei fordert einen strengen Kurs in der Migrationspolitik. Zur Begrenzung illegaler Migration gehörten seiner Meinung nach auch „Zurückweisungen an der Grenze, die wir mit unseren Nachbarn abstimmen.“ Außerdem sollten Asylsuchende in dem Land, in dem sie zuerst europäischen Boden betreten, ihr Asylverfahren durchlaufen: „Niemand kann im Land seines Wunsches Asyl beantragen. Das muss nach europäischem Recht dort passieren, wo jemand die Europäische Union erstmals betritt. Das ist so gut wie nie Deutschland.“

Thorsten Frei: Erfolge und Kontroversen
Thorsten Frei forderte im Sommer 2023 in einem Gastbeitrag für die FAZ die Abschaffung des individuellen Rechts auf Asyl. Statt der geltenden Regeln plädierte er für eine „Institutsgarantie“, bei der jährlich ein festgelegtes Kontingent von etwa 300.000 bis 400.000 Schutzbedürftigen direkt aus dem Ausland aufgenommen werden soll. Frei kritisierte die existierende Praxis als „Recht des Stärkeren“, da nur körperlich fitte Menschen den Weg nach Europa schafften, während Schwächere keine Chance hätten.

Sein Vorstoß stieß auf breite Kritik – auch aus den Reihen der CDU. Der Vorschlag wurde als realitätsfremd und menschenrechtswidrig bezeichnet, da er gegen die Genfer Flüchtlingskonvention und die Europäische Menschenrechtskonvention verstoße. Die damalige Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Reem Alabali-Radovan (SPD), etwa bezeichnete die Idee als „brandgefährlich und geschichtsvergessen“. Ins CDU-Parteiprogramm fand der Vorstoß keinen Eingang – zurückgenommen hat Frei ihn aber auch nicht.








![Friedrich Merz (CDU) und Bärbel Bas (SPD) im Juni im Bundeskanzleramt. Pressekonferenz [press conference] nach der ?bergabe des Berichts der Altersicherungskommission zur Rentenreform in Berlin](https://img.sparknews.funkemedien.de/413277497/413277497_1790592399_v16_9_1200.jpeg)


