• Die vorläufigen Ergebnisse der Kommunalwahl in NRW stehen fest.
  • Die Wahlbeteiligung lag bei 56,8 Prozent.
  • In mehreren Städten kommt es am 28. September zu Stichwahlen um die Oberbürgermeister-Posten.

Das vorläufige Ergebnis bei den Kommunalwahlen in Nordrhein-Westfalen (NRW) liegt vor. Das sind die Zahlen der Landeswahlleiterin im schnellen Überblick:

  • CDU: 33,3 Prozent
  • SPD: 22,1 Prozent
  • AfD: 14,5 Prozent
  • Grüne: 13,5 Prozent
  • Linke: 5,6 Prozent
  • FDP: 3,7 Prozent

Die Wahlbeteiligung lag laut Landeswahlleiterin bei 56,8 Prozent und damit deutlich über der von 2020 (51,9 Prozent).

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Damit bleibt die CDU trotz leichter Rückgänge klar die stärkste Kraft. Zu den Gewinnern im bevölkerungsreichsten Bundesland gehört aber auch die AfD, die ihr Ergebnis fast verdreifachen konnte. Sie landete in der bundesweit beachteten Wahl auf dem dritten Platz hinter der SPD. Die Grünen mussten im Vergleich zu den Kommunalwahlen 2020 erhebliche Einbußen hinnehmen.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

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Die Abstimmung in NRW galt als erster politischer Stimmungstest für die schwarz-rote Bundesregierung unter Kanzler Friedrich Merz (CDU) nach der vorgezogenen Bundestagswahl im Februar.

NRW-Kommunalwahlen – Wüst: „Das Ergebnis muss uns zu denken geben“

Das Erstarken der AfD im Westen löste bei den anderen Parteien Sorge aus. „Dieses Ergebnis muss uns zu denken geben, kann uns auch nicht ruhig schlafen lassen“, sagte NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU). „Selbst meine Partei nicht, die diese Wahl so klar gewonnen hat.“

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Gewählt wurden neben den Kommunalparlamenten auch Bürgermeister, Oberbürgermeister und Landräte. Unter anderem in diesen Großstädten gibt es am 28. September Stichwahlen um die Oberbürgermeister-Posten:

  • Aachen: Die amtierende Oberbürgermeisterin Sibylle Keupen (parteilos/Grüne) holte 32,9 Prozent der Stimmen und tritt gegen Michael Ziemons (CDU) an (40,6 Prozent).
  • Bonn: Die amtierende Oberbürgermeisterin Katja Dörner (Grüne) bekam 33,1 Prozent der Stimmen, ihr Herausforderer, der Landtagsabgeordnete Guido Déus (CDU), holte 38,9 Prozent.
  • Bochum: Jörg Lukat (SPD, Grüne) erhielt 43,1 Prozent der Stimmen. Er tritt in der Stichwahl gegen Andreas Bracke (CDU) an, für den 22,9 Prozent der Wählerinnen und Wähler stimmten.
  • Bielefeld: Christiana Bauer von der CDU (33,0 Prozent) und Ingo Nürnberger von der SPD (30,3 Prozent) treten in der Stichwahl um das Amt des Bielefelder Oberbürgermeisters an.
  • Düsseldorf: Die Stichwahl entscheidet, ob der amtierende Oberbürgermeister Stephan Keller von der CDU (43,6 Prozent) oder Clara Gerlach von den Grünen (22,2 Prozent) das Amt künftig innehat.
  • Dortmund: Amtsinhaber Thomas Westphal von der SPD (27,4 Prozent) muss sich seinem CDU-Herausforderer Alexander Kalouti (17 Prozent) stellen.
  • Duisburg: Der amtierende Duisburger Oberbürgermeister von der SPD, Sören Link, konnte 46 Prozent der Stimmen einfahren. Er muss sich in der Stichwahl gegen Carsten Groß (AfD) behaupten, der 19,7 Prozent der Stimmen holte.
  • Essen: Der amtierende Oberbürgermeister, Thomas Kufen von der CDU (42,3 Prozent), tritt in der Stichwahl gegen Julia Klewin von der SPD (20,2 Prozent) an.
  • Köln: Die Stichwahl entscheidet zwischen Berivan Aymaz von den Grünen (28,1 Prozent) und Torsten Burmester von der SPD (21,3 Prozent).
  • Münster: Tilman Fuchs von den Grünen geht mit 41,3 Prozent der Stimmen mit einem leichten Vorsprung in die Stichwahl. Für seinen Herausforderer von der CDU, Georg Lunemann, stimmten 37,3 Prozent.
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In der größten NRW-Stadt Köln kommt es zur Stichwahl zwischen der Grünen-Landtagsvizepräsidentin Berivan Aymaz und dem SPD-Mann Torsten Burmester. In der Landeshauptstadt Düsseldorf lag Amtsinhaber Stephan Keller (CDU) vorn, er muss aber in die Stichwahl gegen Clara Gerlach (Grüne). In Bonn muss sich die grüne Oberbürgermeisterin Katja Dörner einer Stichwahl gegen den CDU-Kandidaten Guido Déus stellen, der im ersten Wahlgang die Nase vorn hatte.

In den Ruhrgebietsstädten Gelsenkirchen, Duisburg und Hagen kamen AfD-Kandidaten in die Stichwahl, sie treten gegen SPD-Kandidaten (Gelsenkirchen, Duisburg) und einen CDU-Kandidaten (Hagen) an.

Wahlergebnis in NRW: So reagieren die Parteien

Der Linken-Vorsitzende Jan van Aken hat das Abschneiden seiner Partei als grandios betitelt. „Das ist ein grandioses Ergebnis für die Linke – wir haben unser Ziel nicht nur erreicht, sondern übertroffen! Der Aufschwung der Linken setzt sich ungebremst fort und das gibt uns den Rückenwind für die kommenden Wahlen“, sagte er nach einer ersten Prognose.

Die nordrhein-westfälischen Grünen haben sich enttäuscht über das Abschneiden ihrer Partei bei den Kommunalwahlen geäußert. „Unser landesweites Ergebnis bleibt hinter unseren Ansprüchen zurück“, teilten die Grünen-Landesvorsitzenden Yazgülü Zeybek und Tim Achtermeyer in Düsseldorf mit. „Bei der vergangenen Kommunalwahl hatten Zukunftsthemen Rückenwind, derzeit haben sie oft Gegenwind.“ Das mache sich dann auch in den Wahlergebnissen bemerkbar. „Wir werden die Zeit nutzen, um uns das Ergebnis genau anzuschauen“, erklärten Zeybek und Achtermeyer.

Die AfD-Landtagsabgeordnete Enxhi Seli-Zacharias hat das Abschneiden ihrer Partei nach der ersten Prognose für die Kommunalwahlen als großartig bezeichnet. „Ich freue mich riesig“, sagte sie im WDR-Fernsehen. „Für die AfD geht es jetzt auch darum, einmal ganz deutlich zu zeigen: Wir haben unsere Wählerschaft zementiert. Es ist nicht mehr ein reines Frustwählen.“ Laut erster Prognose könnte die AfD ihr Ergebnis mehr als verdreifachen. 

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Wahlen in NRW: Wie die großen Parteien zuletzt abschnitten

Seit 1999 hat die CDU bei Kommunalwahlen in NRW regelmäßig landesweit die meisten Stimmen geholt. Auch bei der vorangegangenen Kommunalwahl 2020 war sie mit 34,3 Prozent Siegerin, gefolgt von der SPD mit 24,3 Prozent. Die Grünen erreichten mit 20 Prozent ihr bestes Ergebnis und holten ihre ersten drei OB-Posten in NRW – in Aachen, Bonn und Wuppertal.

Die AfD kam auf 5,1 Prozent, die FDP auf 5,6 Prozent. Die Linke erreichte 3,8 Prozent. Wahlforscher rechneten diesmal mit deutlich höheren Ergebnissen für die AfD und sollten damit auch Recht behalten.

Beteiligung bei Kommunalwahlen in Nordrhein-Westfalen leicht gestiegen

Die Wahlbeteiligung lag nach Angaben des WDR mit 58,5 Prozent höher als bei der Kommunalwahl 2020. Bis 12.00 Uhr noch hatten etwa 32 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimmen abgegeben, wie Landeswahlleiterin Monika Wißmann mitteilte. 2020 lag der Anteil mittags bei etwa 29 Prozent. Die Angaben beruhen auf einer Stichprobe aus acht Kommunen. Bei der Kommunalwahl 2020 lag die Wahlbeteiligung inklusive Briefwahl am Ende des Wahltags bei 51,9 Prozent.

fmg mit dpa/afp