Es ist ein bisschen wie bei einem Schulkind, das die Hausaufgaben vergessen hat und sie am nächsten Tag nachliefern muss: nicht das Ende der Welt – aber peinlich ist es schon.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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Vor allem dann, wenn alle anderen zuschauen. Das gilt in der Schule genauso wie unter Staaten auf der internationalen Bühne, und das dürfte in diesen Tagen die EU spüren. Die 27 Staaten haben es nicht geschafft, rechtzeitig vor einem UN-Klimagipfel einen neuen Klimaschutzplan bis 2035 vorzulegen. Stattdessen fahren sie nach New York mit einer Absichtserklärung im Gepäck: Man will das nachholen, ganz bald.
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Die USA sind kein Klima-Zugpferd mehr, auf China sollte man auch nicht setzen
Die Zeit drängt. Im November findet im brasilianischen Belém die diesjährige Weltklimakonferenz statt. Bis dahin sollen alle Vertragsstaaten des Pariser Klimaschutzabkommens neue Pläne vorlegen, wie sie bis 2035 Emissionen senken wollen. Die Logik des Abkommens: Mit jedem neuen Plan sollen die Ziele – und mit ihnen die tatsächliche Politik – ein bisschen ehrgeiziger werden, sodass die Staatengemeinschaft am Ende gemeinsam die große Lücke schließen kann, die jetzt noch existiert zwischen dem Status Quo und dem, wo die Emissionen hinmüssen, wenn es eine erträgliche Zukunft geben soll.

Wenn aber jetzt selbst Vorreiter wie die EU sich nicht dazu durchringen können, weiterhin ernsthaft auf Klimaschutz zu setzen, dann wird es schwer, andere davon überzeugen. Die USA sind mit der Wiederwahl Donald Trumps als mögliches Zugpferd weggebrochen, auf China muss man in diesem Zusammenhang auch nicht setzen. An Europa hängt deshalb viel.
Die EU muss jetzt also wirklich liefern und schnell einen Plan vorlegen. Sonst ist es irgendwie doch das Ende der Welt.





