Die Sendung „Hart aber fair“ ist schon weit fortgeschritten, als Moderator Louis Klamroth einen Einspieler mit Linken-Politikerin Heidi Reichinnek ankündigen will. Doch statt das zu tun, spricht er die Co-Parteivorsitzende Ines Schwerdtner mit Frau Reichinnek an. Die nimmt es mit Humor und sagt nur: „Fast”.

„Hart aber fair“: Das waren die Gäste am Montagabend

Norbert Röttgen (CDU), stellv. Fraktionsvorsitzender, zuständig für Auswärtiges und Verteidigung Ines Schwerdtner (Die Linke), Co-Parteivorsitzende Nicole Schilling, Stellvertreterin des Generalinspekteurs der Bundeswehr Özge İnan, Journalistin und Autorin Carlo Masala, Politikwissenschaftler an der Universität der Bundeswehr München Annabell Günther, Jura-Studentin und Reservistin Helena Clear, macht ein Freiwilliges Soziales Jahr

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Den Rest des Abends geht es weitaus weniger ausgelassen zu. Das Thema an diesem Montagabend bei „Hart aber fair“ lautet: „Krieg in Europa: Keine Sicherheit ohne Wehrpflicht?” Statt immer nur über die jungen Menschen zu sprechen, hat man sich gleich mehrere in die Sendung eingeladen.

Da ist zum einen die Jura-Studentin Annabell Günther, die nach dem Abitur zur Bundeswehr gegangen ist, weil sie „eine Herausforderung gesucht hat – sowohl physisch als auch psychisch und heute Reservistin ist. Eine Frau, die sagt, dass sie ihre Zeit beim Militär „positiv geprägt” habe und sie dort „viel über sich und die Gesellschaft” gelernt habe. Und dann ist da zum anderen Helena Clear, die gerade nach dem Abitur ein Freiwilliges Soziales Jahr macht, sich selbst nicht vorstellen kann, ihr Leben für Deutschland zu riskieren, aber auch bewundert, wenn Menschen freiwillig zur Bundeswehr gehen. „Das muss jeder für sich selbst entscheiden”, sagt sie.

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„Hart aber fair” in der ARD: Fragebogen zur Wehrpflicht sorgt für Debatte

Ab 2026, so will es ein aktueller Gesetzesentwurf, sollen alle Männer des 2008er-Jahrgangs einen Fragebogen ausfüllen. Dieser soll abfragen, ob ein grundsätzliches Interesse am Wehrdienst vorherrscht. Özge İnan ist Journalistin und Autorin und findet das „nicht in Ordnung, weil viele Sachen den Staat nichts angehen.” Zudem, so ihr Argument, für das sie viel Applaus aus dem Publikum erntet, seien die 2008 geborenen Menschen noch Kinder.

Etwas, das Annabell Günther völlig anders beurteilt: „Ich war mit 18 schon in der Lage, die Tragweite meiner Entscheidung zu verstehen.” Was sie hingegen, genauso wie Helena Clear, nicht verstehen könne, sei die Tatsache, dass im Gesetzesentwurf Geschlechterunterschiede gemacht werden. Sie wünscht sich, auch da herrscht Einigkeit mit Claer, ein verpflichtendes Dienstjahr für Männer und Frauen, militärisch oder zivil. Das ist etwas, was auch CDU-Politiker Norbert Röttgen begrüßt, wenngleich er die dafür nötige Grundgesetzänderung aufgrund einer mangelnden Zwei-Drittel-Mehrheit anzweifelt.

Schwerdtner sorgt bei „Hart aber fair” für die lauteste Diskussion

Hier schließt sich auch der Kreis zur Linken-Co-Parteivorsitzenden Ines Schwerdtner. Die spricht sich nämlich wenig überraschend „gegen jeden Zwangsdienst” aus. Spricht von einer Wehrpflicht „durch die Hintertür” und den „größten armen Schweinen, die keine andere Wahl haben” als sich aufgrund ihrer finanziellen Herkunft bei der Bundeswehr zu verpflichten.

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Im Krisenmodus
 

Dieser Vorwurf ist es dann auch, der für den lautesten Moment des Abends sorgt. Carlo Masala ist Politikwissenschaftler an der Universität der Bundeswehr München und entgegnet lautstark: „Die Bundeswehr als Unterschichtenarmee zu bezeichnen ist völlig falsch.” und auch Nicole Schilling, die Stellvertreterin des Generalinspekteurs der Bundeswehr, sagt: „Das stimmt einfach nicht.”

Und auch Reservistin Annabell Günther sieht das so und bekommt das Abschlusswort der Sendung: „Ich kann nachvollziehen, dass jemand keinen Dienst an der Waffe machen will, ich kann es aber nicht nachvollziehen, wenn jemand keinen Dienst für dieses Land machen will.”