Europa hat gerade ein Drohnen-Problem – und es wird von Tag zu Tag größer. Die Nachrichten über echte oder vermeintliche Drohnen-Sichtungen häufen sich. Dänemark, Norwegen, Polen, Rumänien, zuletzt Schleswig-Holstein und in der Nacht zu Freitag auch der Flughafen München: Im europäischen Luftraum sind jede Menge Flugkörper unterwegs, die da nicht hingehören und deren Lenker sicherlich nichts Gutes im Schilde führen. Der Verdacht liegt nahe, dass es sich um Provokationen und Spionage-Einsätze Russlands handelt. Die Nervosität in den westlichen Ländern ist mit Händen zu greifen.
Auch interessant
Drohnen in München: Sichtungen schüren Angst und Unsicherheit
Wir sind inzwischen an einem Punkt angelangt, an dem sich die Drohnen-Story jederzeit verselbstständigen kann. Bürger, die irgendwelche Lichtpunkte am Nachthimmel sehen und diese nicht identifizieren können, werden womöglich schnell glauben, dass ein feindliches Flugobjekt über ihrem Garten kreist und sie selbst Ziel der hybriden Kriegsführung Moskaus geworden sind. Unbedarfte Nachahmer wiederum könnten angesichts der wiederholten Sichtung großer Drohnen über kritischer Infrastruktur geneigt sein, mit harmlosen Hobby-Geräten aus dem Elektromarkt anderswo Angst und Schrecken zu verbreiten.

Russland streitet die Verantwortung für die jüngsten Drohnen-Überflüge ab. Klar ist aber, dass das oben geschilderte Szenario ganz und gar im Interesse des Kremls wäre. Russlands Gewaltherrscher Wladimir Putin will die westlichen Gesellschaften destabilisieren. Die Menschen dort sollen das Gefühl bekommen, dass ihre Politiker und Behörden sie nicht schützen können. Diesen Gefallen sollte man ihm nicht tun. Wer sich von Angst leiten lässt, hat schon verloren.




