Da sind die am Strand von Tel Aviv in den Sand gegrabenen Schriftzüge wie „Thank you“ – in so großen Buchstaben, dass Donald Trump sie nicht übersehen konnte, als seine Air Force One am Montagmorgen auf dem Ben-Gurion-Flughafen einschwebte.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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Da sind die roten Baseball-Kappen im Maga-Stil mit der Aufschrift „Trump der Friedens-Präsident“, die einige Abgeordnete in der Knesset tragen, als der 79-Jährige sich den Weg durch das israelische Parlament bahnt.
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Da ist der immer wieder einsetzende Pro-Trump-Beifall Tausender Israelis, die am „Platz der Geiseln“ den historischen Tag begehen, an dem die letzten 20 lebenden israelischen Hamas-Geiseln freikommen sollten.
Da ist eine achtstöckige Werbetafel in Jerusalem, die Trump mit einer Medaille im Stile des Nobelpreises abbildet, darunter die Worte: „Sie sind unser Gewinner.“
Trump, ein „Koloss”, der in Israel für Tausende Jahre in Erinnerung bleiben wird?
Und da ist am Nachmittag beim internationalen Gaza-Gipfel in Sharm-el-Scheich, der die Weichen für den Wiederaufbau völlig zerstörten Gazastreifens stellen soll, der aus reinem Gold bestehende „Nil-Orden“, den Ägyptens Präsident Abdel-Fattah al-Sisi dem Amerikaner für „seine entscheidende Rolle bei der Beendigung des Krieges im Gazastreifen“ verlieh.

Keine Frage: So viel nahezu uneingeschränkte Wertschätzung, Dankbarkeit und Anerkennung, so viele Glücksmomente, festgehalten in Hunderten symbolträchtigen Fotos, hat der 47. Präsident der Vereinigten Staaten seit Betreten der politischen Bühne vor zehn Jahren wohl noch nie erfahren.
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Trump selber hatte die Latte vor der Landung in Tel Aviv sehr hoch gelegt. Der von ihm maßgeblich orchestrierte Deal zwischen Hamas und Israel zur Beendigung des am 7. Oktober 2023 begonnenen Krieges „könnte die größte Sache sein, an der ich jemals beteiligt war”, sagte der Präsident dem News-Portal Axios.
Israels Parlamentspräsident Amir Ohana bestätigte den Befund mit der Bemerkung, Trump sei ein „Koloss“, der in Israel für Tausende Jahre in Erinnerung bleiben werde. Ähnliche Schmeicheleien gab es von Netanjahu: „Ich habe noch nie jemanden gesehen, der die Welt so schnell und so entschlossen bewegt hat wie unser Freund Donald J. Trump.“

Donald Trump: „Israel hat alles gewonnen, was mit Waffengewalt zu gewinnen ist“
In seiner von „Standing Ovations“ begleiteten Rede in der Knesset erklärte Trump: „Es sollte nun allen in dieser Region klar sein, dass jahrzehntelange Förderung von Terrorismus und Extremismus, Dschihadismus und Antisemitismus nicht funktioniert hat – sie hat sich komplett und gänzlich als Bumerang erwiesen.“ In die Zukunft gerichtet gab Trump dem Gastgeber dies mit auf den Weg: „Israel hat alles gewonnen, was mit Waffengewalt zu gewinnen ist. Jetzt ist es an der Zeit, diese Siege über die Terroristen auf dem Schlachtfeld in den ultimativen Preis des Friedens und des Wohlstands für den gesamten Nahen Osten umzuwandeln.“
Dabei keimen schon jetzt Zweifel auf, wie sehr die Hamas als besiegt gelten kann. Auf dem Flug nach Israel hatte Trump der Terrorgruppe die Erlaubnis erteilt, sich vorübergehend erneut zu bewaffnen. Die Hamas versuche, nach Monaten des Kriegs wieder Ordnung herzustellen, sagte Trump vor Journalisten an Bord der Air Force One.

„Sie haben offen darüber gesprochen, und wir haben ihnen für einen Zeitraum die Erlaubnis erteilt“, sagte Trump demnach. „Sie müssen verstehen, sie haben vermutlich 60.000 Menschen verloren. Da gibt es viele Vergeltungsmaßnahmen.“
Berichten zufolge errichten Hamas-Mitglieder im Gazastreifen neue Checkpoints, ernennen neue Gouverneure und schlagen Kritiker zusammen. Der Kampf gegen Israel, so die Organisation, werde fortgesetzt. Nach einer in die Niederlage getriebenen Gruppe sieht das nicht aus.
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Doch Trump feierte in der Knesset den Triumph. Bei all dem wechselseitigen Lob ging beinahe unter, dass Trump und Netanjahu unterschiedliche Akzente setzten, als es um die Beschreibung des Status quo ging. Während Trump kategorisch erklärte, mit der Freilassung der Geiseln (im Gegenzug kamen fast 2000 palästinensische Häftlinge frei) sei der Krieg „vorbei“, drückte sich der israelische Premierminister verhaltener aus. Er sprach von „großen Sicherheitsherausforderungen“, auch weil die Hamas sich bisher einer vollständigen Entwaffnung verweigert.








