Von Berlin nach Kopenhagen in vier statt wie bisher in sieben Stunden, von Lissabon nach Madrid in drei Stunden statt in neun: Wenn es um den Eisenbahn-Hochgeschwindigkeitsverkehr in Europa geht, dann malt die EU-Kommission die Zukunft in goldenen Farben.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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Am Mittwoch stellte die Brüsseler Behörde einen Aktionsplan für den Ausbau der Verbindungen zwischen europäischen Metropolen bis 2040 vor. Das grenzüberschreitende Reisen mit der Bahn und mit Tempo 200 km/h und mehr soll zugleich billiger und einfacher werden – und zwar selbst dann, wenn durch Umstiege mehrere Anbieter in mehreren Ländern beteiligt sind. „Wir möchten hier wirklich ein neues Reisezeitalter einläuten“, sagte der zuständige EU-Kommissar Apostolos Tzitzikostas.

Ticket-Preise: Mehr Wettbewerb soll Bahnfahren billiger machen
Klimaschädliche Kurzstreckenflüge sollen überflüssig werden, die Kommission erhofft sich durch mehr Bahn-Hochgeschwindigkeitsverkehr zudem neue Impulse für Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Wirtschaft. Auf den einzelnen Strecken will die Behörde mehr Wettbewerb ermöglichen, indem die Barrieren für den Markteintritt neuer Anbieter gesenkt werden.
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Vieles von dem, was die Kommission jetzt als neu ins Schaufenster stellt, befindet sich freilich bereits in der Umsetzung oder zumindest in Planung: Mit der Fertigstellung des Fehmarnbelt-Tunnels unter der Ostsee und der dazugehörigen Anbindung werden sich Anfang der 2030er Jahre die Fahrzeiten mit Bahn oder Auto zwischen Deutschland und Dänemark drastisch reduzieren. Spanien und Portugal wiederum hatten sich kürzlich darauf verständigt, das Projekt einer Hochgeschwindigkeitsverbindung zwischen ihren beiden Hauptstädten nach mehr als zehn Jahren Pause wieder aufzunehmen. In Osteuropa läuft unter anderem der Bau der „Rail Baltica“: Diese Magistrale soll die drei baltischen Republiken besser vernetzen und besser an Polen anbinden.

Wirklich neu ist jetzt, dass die Kommission eine übergreifende Finanzierungsstrategie für Hochgeschwindigkeitsprojekte entwickeln will – und zwar gemeinsam mit Mitgliedsstaaten, Bahngesellschaften und Investoren. Die Rahmenbedingungen für Betreiber und Hersteller sollen verbessert werden. Das dient dem Zweck, die europäische Bahnindustrie besser aufzustellen im Wettbewerb mit Konkurrenten aus Übersee. „Wir können es uns nicht leisten, eine weitere strategische Industrie an Asien zu verlieren“, sagte Tzitzikostas.
Grenzüberschreitender Verkehr: Der Fahrkartenkauf soll für Verbraucher einfacher werden
Die Kosten für die Fertigstellung des geplanten europäischen Hochgeschwindigkeitsnetzes schätzt die Kommission bis 2040 auf rund 345 Milliarden Euro. Sofern Geschwindigkeiten von mehr als 250 Kilometer ermöglicht werden sollen, könnten bis 2050 sogar fast 550 Milliarden Euro erforderlich sein.
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Sehr konkrete Auswirkungen auf Verbraucher könnte ein Gesetzesvorhaben haben, das die Kommission Anfang 2026 vorlegen will: Es geht dabei um den Verkauf von Fahrscheinen sowie um Fahrgastrechte. Der Brüsseler Behörde schwebt vor, dass Verbraucher künftig im Internet problemlos grenzüberschreitende Fahrkarten kaufen können – und zwar selbst dann, wenn mehrere Bahngesellschaften aus verschiedenen Ländern beteiligt sind. Das ist bisher nicht immer der Fall.
Eine Fahrt von Frankfurt nach Madrid mit Umstiegen in Paris und Barcelona wäre dann ebenso einfach zu buchen wie eine Fahrt von Frankfurt nach Köln, Hamburg oder Berlin. Nach den Vorstellungen der Brüsseler Behörde sollen auch andere Verkehrsträger wie Flugzeug und Fernbus einbezogen werden und die Fahrgastrechte entsprechend auch auf diesen Teilen der Reisekette gelten.







