Der Krieg gegen die Taliban in Afghanistan endete mit einem Desaster. Nach 20 Jahren US-Militäreinsatz wurden die Truppen hektisch abgezogen, inzwischen haben die Islamisten das Land wieder unter Kontrolle. Nun ist ein bislang unbekanntes Detail des US-Einsatzes bekannt geworden. Wie die „Washington Post“ herausgefunden hat, manipulierte der US-Auslandsgeheimdienst CIA über Jahre den Opiumanbau in Afghanistan. Dafür warfen Agenten mit Hilfe von Flugzeugen Mohnsamen über dem Hindukusch ab.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

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Opium wird aus Schlafmohn gewonnen. Es gilt seit Jahrhunderten als harte Droge und ist auch der Grundstoff für Heroin. Afghanistan galt lange als größter Produzent.

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Die Samen der CIA sollten den Anbau des Schlafmohns offenbar manipulieren. Die genauen Details der Mission sind laut dem Bericht unklar. Offenbar enthielten die Samen der CIA weniger von dem Stoff, der für die Heroin-Produktion nötig ist. Sie sollten sich auf den Feldern ausbreiten und die dortige Sorte wie eine invasive Art verdrängen.

Heroin-Produktion in Afghanistan zurückgegangen

Erst vor wenigen Tagen hatte die UN geschätzt, dass die Produktion von Opium in Afghanistan dieses Jahr um fast ein Drittel eingebrochen ist. In dem von den islamistischen Taliban kontrollierten Land wurden nur mehr 296 Tonnen Opium hergestellt, wie das UN-Büro für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (UNODC) in Wien mitteilte. Dass die Preise trotz des schwindenden Angebots fallen, könnte laut den UN-Fachleute beunruhigende Gründe haben.

Afghanistan: Die Taliban haben den Anbau von Schlafmohn verboten.
Afghanistan: Die Taliban haben den Anbau von Schlafmohn verboten.© AFP | MOHSEN KARIMI

Die Taliban verboten 2022 den Anbau von Mohn. Die 2025 hergestellten Mengen liegen laut UNODC 32 Prozent unter dem Vorjahres-Wert, und 95 Prozent unter der letzten Ernte vor dem Verbot.

Opium-Anbau in Nachbarländern ausgebaut

Normalerweise wird Opium teurer, wenn weniger geerntet wird. Doch in der jüngsten Anbau-Saison haben die UNODC-Fachleute einen Abwärtstrend bei den Preisen beobachtet. Das könnte darauf hinweisen, dass Mohn nun verstärkt in anderen Ländern in der Nachbarschaft Afghanistans angebaut werde, hieß es in dem UN-Bericht. Das UNODC verwies auf stark gestiegene Anbau-Flächen in zwei Staaten, die in dem Bericht nicht explizit genannt wurden.

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Zusätzliche Daten und eine genaue Beobachtung der Lage seien nötig, um zu beurteilten, in welchem Umfang der Opium-Anbau aus Afghanistan abgewandert sein könnte, hieß es. Als weitere mögliche Faktoren für den Preisrückgang wurden eine Normalisierung des Marktes seit dem Taliban-Verbot sowie ein Abverkauf von Lagerbeständen genannt.

lro/dpa