Willkommen in Palm Beach, Florida, dem 9000-Einwohner-Kaff der Superreichen! Hier gibt es jede Menge Strand, haufenweise Milliardäre (laut „Forbes“ fast 60 an der Zahl), Hedgefonfds-Manager, einen US-Präsidenten als berühmtesten Bewohner und einen Flughafen (jährlich knapp sieben Millionen Passagiere), der allerdings schon im weit weniger exklusiven West Palm Beach (hohe Kriminalitätsrate!) liegt.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

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Der 1936 eröffnete Palm Beach Airport sorgt nun für Herzrasen bei Donald Trumps reichen Nachbarn auf der 25 Kilometer langen Insel, die gemeinhin als Palm Beach bekannt ist. Schon in der Vergangenheit hatte Trumps Anwesenheit in seinem Golfressort Mar-a-Lago, das er 1985 zum Schnäppchenpreis von sieben Millionen US-Dollar erworben hatte, für Ärger gesorgt. Bewohner beschwerten sich über Straßensperren und den Hubschrauber-Landeplatz, den sich Trump während seiner ersten Amtszeit als Präsident hatte einrichten lassen. Trump selbst wiederum klagte, weil sich Mar-a-Lago eigentlich in der Einflugschneise des Flughafens befindet. Vom Flieger aus kann man das Anwesen sehen, besonders bei Dunkelheit, wenn es hell erleuchtet ist.

Nachbarn wurden über Änderung der Flugroute nicht informiert

Mit Trumps zweiter Amtszeit ist es damit aber auch ohne Klage vorbei. Wurden Flugzeuge bisher nur Richtung Norden umgeleitet, wenn Trump tatsächlich in seinem Wohlfühlressort residierte, ist dies nun laut einem Bericht der „Washington Post“ dauerhaft der Fall. Den Preis dafür zahlen seine Nachbarn nördlich von Mar-a-Lago, die jetzt täglich den Fluglärm ertragen müssen. „Man bringt seinen Müll zur Mülltonne und merkt, dass direkt über einem ein Flugzeug fliegt, dessen Unterseite man sehen kann“, klagt etwa Nancy Pullum. Auch Margie Yansura ist erbost. „Wir leben seit 45 Jahren hier und haben hart dafür gekämpft, dieses historische Viertel zu erhalten. Ich bin im Ruhestand. Ich würde gerne ausschlafen, aber das geht nicht, da es morgens um 6 Uhr losgeht und bis 23 Uhr dauert“, sagte sie dem Blatt aus der Hauptstadt.

Bitter stößt den Anwohnern auch auf, dass sie vorab über die Änderung der Flugroute offenbar nicht informiert wurden. „Es ist einfach passiert. Niemand wusste davon. Die Fluglotsen wussten nichts davon. Der Flughafen wusste nichts davon. Palm Beach County wusste nichts davon“, so Nancy Pullum, die auch Vorsitzende des Bürgerkomitees gegen Fluglärm ist.

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Abgeordnete will Angelegenheit mit dem Secret Service klären

Vom Secret Service gibt es zur Flugverbotszone über Mar-a-Lago nur ein unverbindliches Statement eines Sprechers. „Wir sind uns bewusst, dass diese Änderungen Auswirkungen auf die Öffentlichkeit haben könnten, und danken der Stadt Palm Beach für ihr Verständnis, während wir uns um die Sicherheit des Präsidenten bemühen“, hieß es in einem Statement gegenüber der „Washington Post“.

Mittlerweile hat sich die Stadtverwaltung von Palm Beach eingeschaltet und mit der demokratischen Abgeordneten Lois Frankel gesprochen. Die will sich nun laut der Zeitung „Palm Beach Daily News“ an den Secret Service wenden, um die Angelegenheit zu klären. Ob sie damit Erfolg haben wird, ist jedoch mehr als fraglich.

tok