Es ist helllichter Tag, als in einem Hafen voller Kriegsschiffe plötzlich eine gewaltige Wasserfontäne in die Höhe spritzt. Ein vom ukrainischen Inlandsgeheimdienst SBU veröffentlichtes Video soll den Angriff einer Unterwasserdrohne auf ein russisches U-Boot zeigen. Es könnte ein weiteres spektakuläres Kapitel im Krieg zwischen der Ukraine und Russland sein, in dem kleine ukrainische Drohnen die gewaltige russische Marine in Bedrängnis bringen.
„Zum ersten Mal in der Geschichte haben Unterwasserdrohnen vom Typ Sub Sea Baby ein russisches U-Boot der Kilo-Klasse gesprengt“, erklärte der SBU am Montag auf Telegram. Der Angriff erfolge demnach im Hafen der russischen Stadt Noworossijsk am Schwarzen Meer, wo das U-Boot vor Anker lag. Die Angaben sind von unabhängiger Seite nicht überprüfbar.
News: Ukrainian SBU special operation has hit a $400mn Russian submarine in Novorossiysk.
— Christopher Miller (@ChristopherJM) 15. Dezember 2025
The Security Service of Ukraine conducted what it called a “unique special operation” targeting the port of Novorossiysk. “For the first time in history, underwater ‘Sub Sea Baby’ drones… pic.twitter.com/5ogO5dwJkx
„Infolge der Explosion hat das U-Boot kritische Schäden erlitten und wurde außer Dienst gestellt“, hieß es vom SBU weiter. Bei dem Ziel der Drohne handelte es sich um ein konventionell angetriebenes U-Boot. Nach Angaben von Militäranalysten verfügt Russland über mehr als 30 solcher U-Boote. Russland hat sich bislang nicht zu dem Vorfall geäußert.
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Russland dementiert Attacke auf rund 500 Millionen Dollar teures U-Boot
„An Bord des U-Boots befanden sich vier Abschussvorrichtungen für Kalibr-Marschflugkörper, die der Feind für Angriffe auf das Gebiet der Ukraine einsetzt“, begründete der SBU den Dohneneinsatz. Es habe sich um eine gemeinsame Operation der 13. Hauptabteilung für militärische Spionageabwehr des SBU und der ukrainischen Marine gehandelt.

Nach Angaben der russischen Kriegsmarine gab es zwar einen Angriff, der sei aber nicht erfolgreich gewesen. „Keines der Schiffe oder U-Boote der Schwarzmeerflotte, die in der Bucht des Marinestützpunktes Noworossijsk stationiert sind, oder ihre Besatzungen sind durch die Sabotageaktion zu Schaden gekommen, sie verrichten normal ihren Dienst“, sagte der Leiter des Pressedienstes der russischen Schwarzmeerflotte, Alexej Ruljow.
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U-Boote der Kilo-Klasse: „Schwarze Löcher“
U-Boote der Kilo-Klasse sind dieselbetriebene, vergleichsweise kleine Unterseeboote, die vor allem für Einsätze in Küstennähe und flacheren Meeren entwickelt wurden. Sie gelten als besonders leise, weshalb sie im Westen oft den Spitznamen „Black Hole“ (Schwarzes Loch) tragen, weil sie für Sonar schwer zu orten sind. Die Boote werden seit den 1980er-Jahren gebaut und von der russischen Marine sowie mehreren anderen Staaten genutzt. Durch ihre Zuverlässigkeit und relativ niedrigen Kosten sind die Modelle bis heute ein wichtiger Bestandteil der russischen Seestreitkräfte.
Der Bau eines solchen U-Boots könnte Russland heute wegen der westlichen Sanktionen, die alles teurer machen, bis zu 500 Millionen Dollar (425 Millionen Euro) kosten, wie der SBU weiter mitteilte. Das gesprengte Boot war nach Darstellung des Geheimdienstes zuvor auf der von Russland annektierten Schwarzmeer-Halbinsel Krim stationiert gewesen. Es sei wegen früherer Angriffe mit ukrainischen Seedrohnen wie andere Kriegsschiffe aus der Bucht von Sewastopol nach Noworossijsk verlegt worden. Auf der Krim war es den ukrainischen Streitkräften eigenen Angaben nach bereits im August 2024 gelungen, ein U-Boot zu beschädigen.
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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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Auch russische Häfen im Schwarzen Meer hat die Ukraine bereits angegriffen, darunter auch Noworossijsk. Ein wichtiger Ölterminal musste dort Ende November nach einem Angriff mit einer ukrainischen Drohne seinen Betrieb einstellen. Mit ihren Seedrohnen hatte die Ukraine zuletzt auch mehrfach Öltanker der so bezeichneten russischen Schattenflotte attackiert.
Russland seinerseits greift regelmäßig den ukrainischen Schwarzmeerhafen Odessa an, wo in den vergangenen Tagen türkische Transportschiffe getroffen worden waren.
os/dpa/afp











