Spätestens seit dem US-Militäreinsatz in Venezuela ist klar: Wir leben in einer neuen, brutalen Zeit. Die klassische Diplomatie, die UN-Charta, internationale Abkommen – perdu. Das Faustrecht, auf das sich die Großkopfeten der globalen Politik berufen können, ist das neue (Un-)Ordnungsprinzip. US-Präsident Donald Trump hat sich einen Freifahrtschein verpasst, der unter dem Etikett „nationale Sicherheit“ praktisch alles erlaubt.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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Was heute venezolanische Ölraffinerien sind, können morgen die Bodenschätze Grönlands oder Lithiumvorkommen in Mexiko sein. In Trumps Instrumentenkasten befinden sich verschiedene Optionen, die vom harten wirtschaftlichen Druck über Erpressung bis zu hin Militär-Interventionen reichen. Gezielte punktuelle Schläge sind dabei wahrscheinlicher als eine potenziell verlustreiche Bodenoffensive.
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Trump hat die Büchse der Pandora geöffnet
Trumps Beispiel der Legitimierung des Rechts des Stärkeren dürfte Schule machen. Dabei stellen sich unangenehme Fragen: Mit welcher juristischen Grundlage will man dem russischen Präsidenten Wladimir Putin eigentlich entgegentreten, der eine moskaufreundliche Regierung in der Ukraine herbeibomben möchte? Und wie soll Chinas Staatschef Xi Jinping gestoppt werden, sich Taiwan durch Invasion oder Embargo einzuverleiben?

Trump hat die Büchse der Pandora geöffnet, die die Welt in neue Risiken stürzt. Die EU – auch Bundeskanzler Friedrich Merz – hält sich mit Kritik zurück. Man hat Angst, dass Trump seinen militärischen Schutzschirm abzieht. Die wattierten Statements mögen nachvollziehbar sein. Und dennoch ist die Schwäche Europas erschreckend. Der Kontinent muss schmerzhaft lernen: Nur Bannerträger westlicher Werte zu sein, reicht nicht. In diesen Zeiten zählt Macht.








