Auf dem Subkontinent wird Deutsch gelernt. „In Indien nehmen zurzeit rund 250.000 Menschen an Deutschkursen teil“, berichtet Friedrich Merz (CDU) bei dem Besuch eines deutschen Unternehmens in der indischen Wirtschaftsmetropole Bangalore. Der Bundeskanzler nutzt seinen Antrittsbesuch in Indien, um für das Leben und Arbeiten in seinem Land zu werben.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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Auf seiner ersten Station in Ahmedabad hatte Merz bereits sechs euphorische Inder im Alter von 18 bis 22 Jahren getroffen, für die sich bald ihr Traum erfüllt, in Deutschland zu leben und zu arbeiten. Als Mechatroniker oder Pflegekräfte wollen sie sich ein Leben aufbauen in einem Land, dessen Sprache sie zwar in wenigen Monaten gelernt haben, das sie aber noch nie besucht haben. Keiner von ihnen hat schon einmal Schnee gesehen, wie sie dem Kanzler berichteten.

Die Zeiten, in denen die CDU mit der Parole „Kinder statt Inder“ über die Marktplätze zog, sind längst vorbei. Um seinen Mangel an Fachkräften auszugleichen, bemüht sich Deutschland seit einigen Jahren aktiv um gut ausgebildete Inder. Mittlerweile sind indische Studenten und Beschäftigte fester Teil deutscher Universitäten und des deutschen Arbeitsmarkts.
Rund 60.000 Inder studieren derzeit in Deutschland, sie sind die größte Gruppe ausländischer Studenten. Hinzu kommen 170.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte, 2015 waren es noch etwa 25.000. „Die Zahl der dringend benötigten hoch qualifizierten indischen Fachkräfte in Deutschland wächst rasant“, lobt Merz. „Jetzt schon gehören Inderinnen und Inder mit zu den erfolgreichsten Zuwanderern in Deutschland.“
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Indische Arbeitskräfte gehören dem Institut der deutschen Wirtschaft (IW) zufolge zu den Topverdienern, da ein großer Anteil von ihnen in akademischen Berufen in den Branchen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik arbeitet. Für deutsche Firmen ist es eine Chance, dass die USA den Zuzug etwa hoch qualifizierter IT-Spezialisten erschweren. Deutschland bemüht sich aber auch um indische Pflegekräfte.
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Indiens Regierungschef Narendra Modi bietet offensiv an, Deutschland zu helfen: „Indien verfügt über talentierte Jugendliche, und sie leisten einen wichtigen Beitrag für die deutsche Wirtschaft.“ Zwar wächst die indische Wirtschaft rasant, ebenso aber die Bevölkerung auf bald 1,5 Milliarden Einwohner. Noch kann der Arbeitsmarkt die vielen hoch qualifizierten Hochschulabsolventen nicht aufnehmen.

„Das ist eine Chance für beide Seiten, die wir nutzen wollen“, kündigt Merz an. Der Kanzler und Modi vereinbaren, die Partnerschaften zwischen Hochschulen und Unternehmen zu intensivieren, duale Ausbildungs- und Studienangebote zu schaffen und die bürokratischen Hürden, etwa bei der Visa-Vergabe, zu senken. Digitale Angebote zum Deutschlernen in Indien sollen ausgebaut werden.
Allerdings zeigen Untersuchungen, dass viele ausländische Fachkräfte Deutschland wieder verlassen. Stichwort Willkommenskultur: Als Gründe nennen sie etwa, dass sie keinen Anschluss finden oder sich nicht zugehörig fühlen. Merz rät den jungen Indern daher im Gespräch, dass sie Kontakte außerhalb der Arbeit knüpfen und Anschluss in Chören oder Sportvereinen suchen. Denn der Kanzler weiß: Ein Erfolg ist die deutsche Charmeoffensive nur, wenn die Eingeladenen auch bleiben.






![Friedrich Merz (CDU) und Bärbel Bas (SPD) im Juni im Bundeskanzleramt. Pressekonferenz [press conference] nach der ?bergabe des Berichts der Altersicherungskommission zur Rentenreform in Berlin](https://img.sparknews.funkemedien.de/413277497/413277497_1790592399_v16_9_1200.jpeg)

