Jared Kushner hat am Donnerstag bei der Gründung des umstrittenen, von Donald Trump forcierten „Friedensrates“ im Rahmen des Weltwirtschaftsforums in Davos einen „Masterplan“ für den Gazastreifen präsentiert. Kushner ist Immobilienentwickler, Finanzinvestor, Schwiegersohn von US-Präsident Donald Trump und auch sein ehemaliger Politikberater. Den „Masterplan“ für „New Gaza“ präsentierte er in einer Präsentation, die unter anderem „Küstentourismus“, einen Mobilitätshub und eine neue Digital- und Energieinfrastruktur für Gaza vorsieht.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

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Man plane für „katastrophalen Erfolg“, sagte Kushner. Zunächst habe man über eine „freie Zone“ und eine Hamas-Zone nachgedacht. Diese Idee habe man allerdings schnell verworfen, so Kushner. „Es gibt einen Masterplan. Wir werden das im Nahen Osten schrittweise umsetzen.“ So sollen Städte mit zwei, drei Millionen Einwohnern innerhalb von drei Jahren gebaut werden, sagte Kushner. „Solche Projekte sind also durchaus machbar, wenn wir es anpacken.“

Kushner stellt „Masterplan“ für Gaza vor: „Wir haben keinen Plan B“

Kushners Präsentation wirkte eher wie die Vorstellung eines Hochglanz-Immobilienprojektes in einem hippen, neuen Stadtteil als der Aufbauplan für ein Kriegsgebiet. Während Kushner sprach, wurden mehrere Folien eingeblendet, auf denen sein Vorhaben für Gaza skizziert wurde.

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Der Plan für Gaza folgt demnach verschiedenen Phasen und sieht zunächst den Aufbau von Rafah, der Stadt Chan Yunis und von Gaza-Stadt vor. Neben Hotelanlagen an der Küste sollen auch Wohnareale, ein Hafen, ein Flughafen sowie Industrieanlagen entstehen.

„Die Leute fragen uns, was unser Plan B ist“, sagte Kushner. „Wir haben keinen Plan B, wir haben einen Plan. Wir haben eine Vereinbarung unterzeichnet. Wir alle sind fest entschlossen, diese Vereinbarung zum Erfolg zu führen.“ „New Gaza“ könne ein Ort werden, an dem die Menschen Erfolg hätten und wo es eine Beschäftigungsquote von 100 Prozent gebe, schwärmte Kushner.

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Schwiegervater Donald Trump trat nach der Vorstellung von Kushner erneut auf die Bühne und lobte den Plan für das Gebiet. „Im Herzen bin ich Immobilienmakler, und bei mir dreht sich alles um die Lage. Ich sagte: ‚Schaut euch diese Lage am Meer an, schaut euch dieses wunderschöne Grundstück an, was es für so viele Menschen bedeuten könnte‘.“ Es werde „so, so toll“ in Gaza werden. Und weiter: „Menschen, die jetzt in so ärmlichen Verhältnissen leben, werden es so gut haben.“

Während die Vorstellung am Donnerstag den Anschein erweckte, dieser Masterplan könne innerhalb kurzer Zeit umgesetzt werden, geht der Krieg im Nahen Osten weiter. Am Mittwoch etwa sind drei Journalisten bei einem israelischen Angriff im Gazastreifen getötet worden.

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Gaza in der Waffenruhe: Ärzte und Experten über die echte Lage
Im Krisenmodus
 

Auslöser des Kriegs war das Massaker der Hamas und anderer extremistischer Organisationen in Israel, bei dem am 7. Oktober 2023 rund 1200 Menschen getötet und mehr als 250 weitere in den Gazastreifen verschleppt wurden. Israel reagierte mit massiven Luftangriffen und Bodeneinsätzen im Gazastreifen. In den zwei Jahren des Gaza-Kriegs wurden laut lokaler Behörden mehr als 70.000 Palästinenser getötet. Seit dem 10. Oktober gilt eine Waffenruhe. Es kommt jedoch weiterhin zu gewaltsamen und auch tödlichen Zwischenfällen.