Das Wort „staatstragend“ hat in der deutschen Sprache einen negativen Klang. Auch dann, wenn es um Politik und Parteien geht. Das ist natürlich absurd. Denn in einem demokratischen Staat sollte es die Aufgabe der handelnden Personen sein, für Freiheit und Verfassung einzustehen und den Staat im besten Sinne zu tragen.

Wahl im Magdeburger Landtag: Zwei Stimmen extra aus der Opposition

Ministerpräsidentenwahl in Sachsen-Anhalt
Staffelübergabe im Magdeburger Landtag: Sven Schulze (zweiter von links) ist neuer Ministerpräsident Sachsen-Anhalts. Sein Vorgänger Reiner Haseloff gratuliert. Ebenfalls im Bild: Landtagspräsident Gunnar Schellenberger (links) und Fraktionschef Guido Heuer. Alle vier gehören der CDU an. © Hendrik Schmidt/dpa | Hendrik Schmidt

Wie wichtig das ist, ließ sich am Mittwochmorgen im Landtag von Sachsen-Anhalt beobachten: Die Wahl des CDU-Politikers Sven Schulze zum neuen Ministerpräsidenten und Nachfolger des langjährigen Regierungschefs Reiner Haseloff lief erstaunlich reibungslos ab. Schulze erhielt im ersten Wahlgang sogar zwei Stimmen mehr, als die Koalition aus CDU, SPD und FDP Sitze hat.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

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Kein Drama, keine Panne, kein Begleichen alter Rechnungen und kein Triumph der als gesichert rechtsextremistisch eingestuften AfD: Wenn es ums Ganze geht, dann ist in Deutschland auf die staatstragenden Parteien der Mitte Verlass. Das sollten auch jene wertschätzen, die den neuen Regierungschef nicht kennen (was selbst in Sachsen-Anhalt sehr viele sind), oder sich die Frage stellen, ob er tatsächlich das Format hat, das wichtige Amt auszufüllen.

Kommentarfoto Thorsten Knuf
Politik-Korrespondent Thorsten Knuf© Funke Foto Services | Reto Klar

In Sachsen-Anhalt geht es inzwischen tatsächlich ums Ganze. Im September wird ein neuer Landtag gewählt. Bei Umfragen geben 40 Prozent der Befragten an, die AfD wählen zu wollen. Die Partei hofft sogar, dass es für eine absolute Mehrheit und damit den ersten AfD-Ministerpräsidenten in Deutschland reichen wird.

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Die Kräfte der Mitte haben bei der Abstimmung am Mittwoch keinen Zweifel daran gelassen, dass sie sich des Ernstes der Lage bewusst sind. Nun ist es an den Wählern, dem Beispiel zu folgen.