Es ist noch nicht lange her, da passte zwischen Marjorie Taylor Greene und Donald Trump kein Blatt. Fotos zeigen die frühere Abgeordnete aus Georgia in inniger Umarmung mit dem US-Präsidenten. Der deutet ein Küsschen auf die Wange an, während Taylor Greene mit Maga-Kappe („Make America Great Again“) auf dem Kopf breit grinst.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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Mit der Verbundenheit ist es spätestens seit dem 21. November vergangenen Jahres vorbei. An diesem Tag gab die 51-Jährige ihr Ausscheiden aus dem Repräsentantenhaus zum 5. Januar dieses Jahres bekannt. Vorausgegangen war eine sich über Monate hinstreckende Entfremdung zwischen Taylor Greene und dem Präsidenten. Den endgültigen Bruch markierte schließlich Trumps Zögern bei der Veröffentlichung der Akten zum 2019 verstorbenen Sexualstraftäter Jeffrey Epstein. Es sei „wirklich erstaunlich, wie hart er kämpft, um die Veröffentlichung der Epstein-Akten zu verhindern“, schrieb Taylor Greene damals auf „X“.
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In der für ihn typischen Art wertete Trump das Abrücken seiner früheren Vertrauten als „Verrat“ an ihm. Statt von Taylor Greene sprach er von „Traitor Greene“ und warf ihr vor „weit nach links“ gerückt zu sein.
Taylor Greene: Trump bedient nur die Interessen seiner Groß-Spender
In einem Interview mit der in den USA bekannten Journalistin und Youtuberin Kim Iversen legte Taylor Greene vergangenen Mittwoch noch einmal nach – und zwar so heftig, dass das Tischtuch zwischen Trump und ihr wohl endgültig zerschnitten sein dürfte. Die ehemalige Politikerin ließ kein gutes Haar an der Maga-Bewegung, ging mit Trumps Außenpolitik hart ins Gericht und warf ihm vor, lediglich die Interessen seiner Großspender und der Tech-Konzerne zu bedienen.
„Ich denke, die Leute merken es: Es war alles gelogen“, sagte Taylor Greene. Es gehe Trump vor allem um „die Groß-Großspender, die das ganze Geld für seine Kampagnen und das 250. Jubiläum der USA und seinen großen Anbau am Weißen Haus gespendet haben“, wütete die 51-Jährige weiter. Diese seien die wahren Profiteure von Trumps Politik. „Sie bekommen die Verträge mit der Regierung, sie bekommen Straffreiheit oder jemand, den sie lieben, oder ihre Freunde bekommen Straffreiheit.“

Kritik an Trumps Haussender: Fox-Zuschauer werden „gehirngewaschen“
Einmal „on fire“, holte Taylor Greene zum Rundumschlag aus. Trumps Bewegung sei „nicht für Amerika oder die Amerikaner. Es geht um fremde Länder. Die sagen, wo es hier langgeht“, so die frühere Trump-Vertraute, die bereits im Juni vergangenen Jahres den US-Militärschlag gegen den Iran als Fehler bezeichnet hatte. Im Interview führte sie nun aus, wen sie mit „fremde Länder“ konkret meint – Israel. „Wir sehen einen Krieg zugunsten Israels, wir sehen die Menschen in Gaza, unschuldige Menschen in Gaza, Hunderttausende ermordet, damit sie dort irgendwelche Immobilien bauen können. Es fließt und fließt Geld“, wütete Taylor Greene und spielte damit auch auf Trumps Idee an, in Gaza zu investieren und den Küstenstreifen zur „Riviera des Nahen Ostens“ zu machen. Trumps Plan ziele darauf ab, eine „neue Weltordnung zu errichten“, sagte die ehemalige Rechtsauslegerin der Republikaner in ihrer Suada.
Zum Abschluss bekam auch noch Trumps Haussender Fox News sein Fett weg. Vor allem Babyboomer würden das Programm stundenlang verfolgen und sich indoktrinieren lassen. „Sie sind die am meisten gehirngewaschene Generation, weil sie diesen Mist einfach den ganzen Tag lang schlucken. Ihnen wird die Propaganda im Fernsehen regelrecht eingetrichtert“, schloss Taylor Greene, die früher selbst Verschwörungstheorien verbreitet und unter anderem Anhängerin der QAnon-Bewegung gewesen war. Diese behauptet, dass eine „satanische Elite“ Kinder entführt, tötet und aus ihrem Blut ein Verjüngungsserum destilliert.








