Bahnchefin Evelyn Palla plant, noch in diesem Jahr allen Beschäftigten mit Kundenkontakt im Fernverkehr und an Bahnhöfen freiwillig Bodycams zur Verfügung zu stellen. Wie die Deutsche Presse-Agentur aus Teilnehmerkreisen eines von Palla einberufenen Sicherheitsgipfels in Berlin erfuhr, gehört dies zu den kurzfristigen Maßnahmen, mit denen die Deutsche Bahn den Schutz ihres Personals verbessern will. Die Bahn verwies auf Nachfrage auf eine Pressekonferenz am Nachmittag.
Auch interessant
Bei dem Treffen in der Bundeshauptstadt sind neben Palla auch Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) und Martin Burkert, Chef der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) anwesend. „Der Gipfel muss heute handeln“, sagte Burkert kurz vor Beginn der Gesprächsrunde in Berlin. Die Erwartungen seien hoch, es gebe wichtige Entscheidungen zu treffen.
Auch interessant
Neben Bodycams: EVG auch für Verschärfungen im Strafrecht
Der Sicherheitsgipfel wurde nach dem tödlichen Angriff auf einen 36 Jahre alten Zugbegleiter in Rheinland-Pfalz einberufen. Der Fall sorgte bundesweit für großes Entsetzen. Der Zugbegleiter wurde von einem Fahrgast angegriffen, der kein Ticket hatte und daher des Zuges verwiesen werden sollte. Dabei erlitt der 36-Jährige so schwere Kopfverletzungen, dass er im Krankenhaus starb. Der mutmaßliche Angreifer, ein 26 Jahre alter Grieche, sitzt in Untersuchungshaft.
Auch interessant
Palla nimmt mit der Maßnahme eine Kernforderung der EVG auf. Diese fordert flächendeckend den Einsatz von Bodycams auch mit Tonaufnahme. Damit sollen auch verbale Übergriffe auf Mitarbeiter besser dokumentiert und nachverfolgbar werden. Schon jetzt können Beschäftigte mit Kundenkontakt im Regionalverkehr Bodycams erhalten und tragen. Die Gewerkschaft dringt zudem darauf, dass künftig flächendeckend stets zwei Zugbegleiter in den Regionalzügen Tickets kontrollieren statt wie bisher oft nur einer.
Auch interessant
Den Angaben der Bahn zufolge kam es im vergangenen Jahr zu insgesamt rund 3000 körperlichen Übergriffen auf Beschäftigte des eigenen Konzerns. Das war zwar ein leichter Rückgang im Vergleich zum Jahr davor. Doch das Sicherheitsgefühl innerhalb der Belegschaft habe sich deutlich verschlechtert, betonte die EVG und verwies auf eine eigene Umfrage unter rund 4000 Mitarbeitenden aus dem vergangenen Jahr.
dpa/jcst






