Rot ist eine Signalfarbe. Es ist zum einen die Farbe, die Donald Trump für seinen Aufstieg zum US-Präsidenten genutzt hat. Die eingängigen „Make America Great Again“-Mützen nutzen eine helle Nuance der Farbe. Doch im etwas dunkleren Spektrum wird Rot nun auch zum Symbol des Widerstandes gegen die US-Regierung. Vor allem handgestrickte Mützen sind derzeit angesagt.

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Proteste in Minneapolis: Zipfelmützen werden Zeichen des Widerstandes

Nach dem Vorgehen der Immigrationsbehörde ICE in im US-Bundesstaat Minnesota, wo zwei Bürger erschossen wurden, waren die Proteste in Minneapolis groß. Paul S. Neary, Mitarbeiter des Wollgeschäfts „Needle&Skein“ in einem Vorort der Metropole, hatte die Idee, die Zipfelmütze „nisselue“ nachzustricken. Diese erinnern an die norwegische Widerstandsbewegung gegen die deutschen Besatzer im Zweiten Weltkrieg. Die Idee ging Mitte Januar viral, sodass in manchen Geschäften das rote Garn ausging. „Needle&Skein“ bewirbt die Strickanleitung als auch fertige Mützen mit dem kreativen Slogan: „Melt the ICE Hat“ (auf Deutsch: Schmelzt das Eis).

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Bislang wurde die Anleitung zehntausendfach aus über 50 Ländern auf dem Internetportal ravelry.com aufgerufen, für je 5,95 Dollar. Rund 700.000 Dollar sind bisher zusammengekommen, schreibt das Wollgeschäft auf Instagram. Mit dem Erlös werden den Angaben zufolge Hilfsorganisationen für Migranten unterstützt. Das Stricken einer Mütze sei nur ein kleiner, individueller Akt: „Aber denkt daran, aus vielen kleinen Handlungen kann ein Momentum entstehen.“

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Rote Mützen als Symbol: Großer Protesttag am 26. Februar

Weil im Zweiten Weltkrieg viele Norweger diese Mützen als Zeichen des Widerstandes trugen, wurde das Produzieren, Verteilen und Tragen solcher Mützen unter Androhung von Strafe am 26. Februar 1942 verboten. Das erklärt der Inhaber der norwegischen „Red Hat Factory“, Benjamin Antoni Andersen, in einem Beitrag auf Instagram.

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Gemeinsam mit „Needle&Skein“ ruft der Norweger zu einem weltweiten Protesttag an diesem Donnerstag (26. Februar) auf: Egal, welcher politischen, ethnischen oder religiösen Richtung, alle seien aufgerufen, an diesem Tag eine rote Mütze zu tragen und für Werte wie Demokratie, Menschenwürde und Zusammengehörigkeit einzustehen.

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Die Parallelen zwischen den Protesten in Minneapolis und vor mehr als 80 Jahren in Norwegen sind nicht zufällig: Die Methoden der US-Regierung, insbesondere der Grenzschutzbehörde, werden öffentlich regelmäßig mit der Geheimen Staatspolizei während der Zeit des Nationalsozialismus in Deutschland verglichen. Der Historiker Dominik Rigoll sieht Trump im Gespräch mit dieser Redaktion als Protofaschisten. Der Begriff „bezeichnet unter anderem die nationalistischen Sammlungsparteien, die nach 1918 in vielen Ländern vor den Faschisten existierten und zunächst viel bedeutender waren. (...) Auf die MAGA-Koalition um Trump passt Protofaschismus meines Erachtens auch. Dann wären wir also in dem Stadium, das vor dem Faschismus kommt.“

mit epd