Im Netz trifft eine Entscheidung einen wunden Punkt: Frauengesundheit. Ab April übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen für starke Raucherinnen und Raucher zwischen 50 und 75 Jahren einmal jährlich ein Lungenkrebs-Screening per Niedrigdosis-CT. Und diese Entscheidung löst Unmut aus, besonders bei Frauen.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

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Denn während Raucher künftig jährlich zur Lungenkrebsvorsorge gehen können, wird die Gebärmutterhalskrebsvorsorge für Frauen ab 35 seit 2020 nur alle drei Jahre übernommen. Gynäkologische Bildgebung zur Vorsorge muss immer selbst bezahlt werden. Diese beiden Leistungen stehen zwar nicht im direkten Zusammenhang miteinander, aber die Wut ist verständlich.

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Ob die medizinische Entscheidung hinter beiden Leistungen richtig ist, bleibt eine Frage für Fachleute. Aber die Debatte, die sie ausgelöst hat, verdient Aufmerksamkeit. Denn Frauen haben gelernt, dass ihre Gesundheit im Zweifel nachrangig behandelt wird – in der Forschung, in der Diagnostik, in der Wahrnehmung von Schmerz. Dieses Misstrauen ist historisch gewachsen.

Es geht nicht darum, zwei Kassenleistungen gegeneinander auszuspielen, sondern um den Grundsatz. Rauchen ist ein modifizierbarer Risikofaktor – eine Gebärmutter zu haben nicht. Das Screening gilt zwar für Raucher und Raucherinnen gleichermaßen, richtet sich aber an eine Gruppe, die ihr Risiko zumindest teilweise hätte beeinflussen können. Das biologische Geschlecht hingegen ist keine Wahl, bekommt aber weniger Vorsorge.

Funke Mitarbeiter
Aino Akay ist Volontärin in der FUNKE Zentralredaktion.© FUNKE Foto Services | Reto Klar

Diese Debatte als Missverständnis abzutun, wäre zu einfach. Es ist kein Angriff auf das Screening für Raucher, sondern die Aufforderung, genauer hinzuhören.