Die Doku „Melania“ ist seit fast sechs Wochen beim Amazon-Streamingdienst Prime Video im Programm. Wie viele Menschen in Deutschland den Dokumentarfilm über Melania Trump schon gesehen haben, ist unklar. Prime Video macht dazu keine Angaben. Er stehe bei dem Streaminganbieter aber aktuell auf Platz fünf in der Filmkategorie „Dokumentation“. Ein überraschender Erfolg.

Doku zur Amtseinführung floppt trotz Millionenbudget

Der Film dokumentiert die 20 Tage vor der zweiten Amtseinführung von US-Präsident Donald Trump im Jahr 2025 und zeigt Melania Trump bei der Planung des Großevents und des Umzugs ihrer Familie zurück nach Washington. Die Doku biete „einen seltenen Einblick in die persönlichen und beruflichen Herausforderungen der Vorbereitung auf ihr Amt als First Lady“, heißt es von Amazon.

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Der Film, der am 30. Januar in den Kinos anlief, hat weltweit bisher rund 16,6 Millionen US-Dollar (etwa 14 Millionen Euro) eingespielt und „erzielte damit den erfolgreichsten Kinostart eines Dokumentarfilms der letzten zehn Jahre (Musik- und Konzertfilme ausgenommen)“, wie die Amazon MGM Studios zum Streamingstart am 9. März erklärten. Allerdings betrug das Produktionsbudget rund 40 Millionen Dollar (33,9 Millionen Euro) – der Film gilt somit als ein Flop. Melania Trump selbst erhielt als Gage für den Film 28 Millionen Dollar, also rund 23,7 Millionen Euro. Ein Großteil des Budgets floss also an sie.

Donald Trump begleitet seine Frau zur Filmpremiere

Zur Weltpremiere in Washington am 29. Januar erschien die Porträtierte in Begleitung ihres Mannes. Regie führte bei dem Film Brett Ratner, der ihn zusammen mit Fernando Sulichin, Marc Beckman und Melania Trump produzierte.

„Zum ersten Mal ist ein weltweites Publikum eingeladen, dieses entscheidende Kapitel mitzuerleben – einen privaten, unverfälschten Blick auf meinen Weg zur First Lady der Vereinigten Staaten von Amerika, auf dem ich Familie, Beruf und Wohltätigkeit unter einen Hut bringe“, zitierte Amazon die First Lady.

Film kassiert Spott und Kritik bei den Oscars

Doch vor allem bei den Kritikern kam der Film nicht gut an, die Kritiken waren vernichtend. Auch auf der zu Amazon gehörenden IMDb (Internet Movie Database; eine Internet-Filmdatenbank) erhielt der Film keine gute Bewertung durch User, lediglich 1,6 von 10 Punkten. Zum Vergleich: Das in diesem Jahr bei den Oscars als bester Dokumentarfilm ausgezeichnete Werk „Ein Nobody gegen Putin“ hat eine Bewertung von 7,4.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

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Bei der Oscarverleihung machte sich dann Moderator Jimmy Kimmel, der die Preise für die besten Dokumentarfilme (Kurzfilm und Langfilm) präsentierte, über den Film lustig. Dokus würden oft unter großem persönlichem Risiko gedreht, so Kimmel, weil sie durch das, was sie vermittelten oder anprangerten, Ungerechtigkeiten offenlegten oder Mächtige kritisierten würden. Dann kam der Seitenhieb: „Es gibt auch Dokumentarfilme, in denen man durch das Weiße Haus läuft und Schuhe anprobiert.“

nes/dpa