Irgendwann zwischen einem schweißtreibenden Fußballturnier gegen eine Mannschaft von Jugendfußballerinnen außerhalb von Rabat und dem Empfang zum 70-jährigen Bestehen der marokkanisch-deutschen Beziehungen greift Johann Wadephul zum Telefon.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

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Der Außenminister klingelt bei seinem US-Kollegen Marco Rubio durch. Auch während des Besuches Wadephuls in Marokko, so das Signal, bemüht man sich um Austausch und ein Ende des Iran-Krieges. Beide seien sich einig gewesen, dass es eine schnelle Verhandlungslösung brauche, hieß es im Anschluss aus Delegationskreisen des deutschen Außenministers. Derzeit sähen beide Minister eine Chance auf Bewegung, um eine bedingungslose Öffnung der Straße von Hormus zu erreichen, ist weiter zu hören.

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Iran-Sanktionen: Deutschland und USA bereit zu weiterem Druck

Voraussetzung für langfristige Stabilität sei es, dass Teheran bereit sei, dauerhaft auf die Entwicklung von Nuklearwaffen zu verzichten, wurde in der deutschen Delegation betont. Um zu diesem Ergebnis zu kommen, könne es erforderlich sein, den Druck auf den Iran weiter zu erhöhen. Hierbei wollten Deutschland und die USA weiter zusammenwirken, etwa im Sanktionsbereich. Die beiden Außenminister hätten vereinbart, sich in den kommenden Tagen weiter eng abzustimmen.

Die beiden Amtskollegen geben sich harmonisch. Immer wieder heißt es aus deutschen Diplomatenkreisen, im Auswärtigen Amt in Berlin halte man viel von Marco Rubio. Dieser sei ein echter Transatlantiker.

Die Informationen über das Telefonat drangen indes nach außen, während sich US-Präsident Donald Trump und Bundeskanzler Friedrich Merz beharken. Der CDU-Politiker hatte am Montag beim Besuch einer hessischen Schule gesagt, die Amerikaner hätten „offensichtlich keine Strategie“. Er könne nicht erkennen, wie die USA den Krieg zu einem erfolgreichen Ende führen wollten. Merz sprach auch von einer „Demütigung“ der USA durch die iranischen Revolutionsgarden. Trump reagierte empört. „Der deutsche Kanzler weiß nicht, wovon er redet“, schimpfte der 79-Jährige.

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Trump und Merz: Transatlantisches Verhältnis zerrüttet?

Manch einer fürchtet schon, das transatlantische Verhältnis sei zerrüttet. Trump kann nachtragend sein. Just am Mittwochabend lässt er dann auch fallen, die USA könnten ihre Truppenstärke in Deutschland reduzieren. Eine Drohung, mit der er schon länger spielt. Es ist sein Weg zu sagen: Das US-Beistandsversprechen gilt nicht mehr – aber wenn ihr nach meinen Regeln spielt, helfe ich euch (vielleicht). Die Truppen zu reduzieren, würde Europa verwundbarer gegen Russland machen. Trump weiß, wie groß die Sorge davor ist. Doch alte Versprechen und vertrauensvolle Bündnisse wie die Nato nerven ihn. Beobachter fürchten, er suche nur den passenden Anlass, um sie auszuhöhlen.

Dabei hatten Merz’ erste beiden Auftritte im Oval Office einigen Europäern Hoffnung gemacht, der Kanzler könne sich mit freundlich, aber bestimmtem Verhalten Trumps Respekt verdienen und ihnen so einen vernunftgeprägten Zugang zum Präsidenten erhalten.

Und jetzt? Auf der Arbeitsebene versuchen beide Seiten, weiterhin miteinander auszukommen.

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Inwieweit Marco Rubios Ansatz zur Beilegung des Iran-Krieges aber von seinem Chef gedeckt ist, ist fraglich. Trump donnerte am Mittwoch öffentlich weiter gegen Teheran. „Der Iran bekommt es nicht auf die Reihe. Sie wissen nicht, wie man einen Anti-Atomwaffen-Deal abschließt. Sie sollten sich lieber bald schlau machen!“, schrieb er auf seiner Plattform Truth Social. Überschrieben ist die Darstellung mit den Worten „NO MORE MR. NICE GUY“ (sinngemäß „Nett war gestern“).

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Trump droht – Ölpreis steigt erneut an

Der Ölpreis legte daraufhin deutlich zu. Am Mittwochabend wurden die Aufschläge noch ausgeweitet. Der Preis für ein Barrel (159 Liter) Öl der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Juni stieg um 7,1 Prozent auf 119,19 US-Dollar. In der Spitze kletterte der Ölpreis kurzzeitig bis auf 119,76 Dollar.

Zurzeit gilt eine Waffenruhe. In der Straße von Hormus belastet eine Art Pattsituation der Kriegsparteien die Weltwirtschaft: Der Iran blockiert die Meerenge zwischen dem Iran und dem Oman weitestgehend, die USA reagieren darauf mit einer Blockade von Schiffen, die iranische Häfen anlaufen oder verlassen.

BM Wadephul reist nach Marokko
Außenminister Wadephul beim Fußball in Marokko: Der Iran-Krieg bleibt das dringlichste Thema.© IMAGO/AA | Thomas Imo

Trump: Erst mal keine persönlichen Gespräche zu Iran

Von weiteren direkten Gesprächen zwischen seinen Chefverhandlern Steve Witkoff und Jared Kushner will Trump offenbar bis auf Weiteres absehen. Man verzichte auf zeitaufwendige persönliche Treffen, auch wenn er diese bevorzuge, sagte Trump am Mittwoch im Weißen Haus. Es sei „lächerlich“, 18 Stunden zu fliegen, um am Ende absehbar unbefriedigende Ergebnisse zu erhalten.

Zwar habe es Fortschritte gegeben, ein Durchbruch sei aber noch nicht erreicht, sagte er. Eine Einigung werde es nur geben, wenn Teheran vollständig auf Atomwaffen verzichte. Auf die Frage, ob dafür aus seiner Sicht zusätzlicher militärischer Druck nötig werden könnte, zeigte sich Trump unentschieden. „Ich weiß es nicht“, sagte er. Das hänge davon ab, wie weit der Iran in den Gesprächen gehe.

Nach Informationen des US-Portals „Axios" will Trump den Druck aufrechterhalten. Einen iranischen Vorschlag, zunächst die Seeblockade zu lockern und Gespräche über ein Abkommen zum Atomprogramm später zu führen, lehne er ab. Zugleich bereite sich das US-Militär dem Bericht zufolge auf neuerliche Luftangriffe vor, um die Verhandlungen voranzubringen. Trump habe einen solchen Einsatz bislang jedoch nicht angeordnet.

(mit dpa)