Eine Amokfahrt mit zwei Toten erschüttert Leipzig. Bei dem festgenommenen Fahrer handelt es sich um einen 33-Jährigen mit deutscher Staatsangehörigkeit. Er soll auch in Deutschland geboren worden sein. Der Mann sei von Einsatzkräften noch an seinem Fahrzeug gestellt und festgenommen worden, teilte die Polizei in der sächsischen Stadt am Montagabend mit.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

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Wie die „Bild“-Zeitung berichtet, wurde der Tatverdächtige nach seiner Festnahme in die Uniklinik Leipzig gebracht, wo ihn ein Arzt untersuchte. Aufgrund seiner psychischen Verfassung soll der Mediziner den 33-Jährigen als nicht haftfähig eingestuft haben. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Mordes in zwei Fällen und versuchten Mordes in mindestens zwei Fällen.

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Den „Bild“-Angaben zufolge handle es sich beim mutmaßlichen Täter um einen Haustechniker aus Leipzig. Der Mann sei verheiratet und Vater eines Kindes. Zudem sei er Boxtrainer in einem Leipziger Boxclub. Dem Bericht zufolge soll ein Streit Auslöser der Tat gewesen sein. Bestätigt ist dies nicht. Nach Informationen dieser Zeitung war der Tatverdächtige bis Anfang dieses Jahres ehrenamtlicher Boxtrainer bei einem Klub in Leipzig.

Leipzig: „Es ist ein Amoktäter“ 

„Es ist ein Amoktäter“, sagte Sachsens Innenminister Armin Schuster (CDU). Leipzigs Polizeipräsident René Demmler gab an, dass der mutmaßliche Täter in der Gegend um Leipzig wohnhaft sei. Nach Informationen unserer Redaktion gehen derzeit auch die Ermittler des Landeskriminalamts von einer Amoktat aus, und nicht von Terrorismus. Es gibt demnach auch keine Einträge in der Datei des Verfassungsschutzes, in der Extremisten gespeichert sind.

Der mutmaßliche Täter war der Polizei bekannt, es gibt eine Akte. Was genau die Straftaten gewesen sein sollen, ist unklar. Nach Recherchen dieser Redaktion handelt es sich jedoch nicht um politisch motivierte Delikte.

Kretschmer: Mutmaßlicher Täter „psychisch auffällig“

Laut Sachsens Ministerpräsidenten Michael Kretschmer (CDU) handelt es sich bei dem Verdächtigen um einen jungen Mann, der „psychisch auffällig“ ist. Der Vorfall sei etwas, „das einen unglaublich auch anfasst“. Das sagte Kretschmer am Rande eines Bürgerdialogs in Meißen. 

Laut Informationen dieser Redaktion war der Mann noch vor Kurzem in einer Psychiatrie in Sachsen in Behandlung. Der mutmaßliche Amokläufer hielt sich demzufolge auf eigenen Wunsch freiwillig in der Klinik im Raum Leipzig auf. Er sei dort „stationär“ aufgenommen worden, heißt es vonseiten des Sozialministeriums in Dresden auf Nachfrage. Das Ministerium ist die Fachaufsichtsbehörde der psychiatrischen Klinik. 

Leipzig: Tatverdächtiger hielt sich im April in Psychiatrie auf

Nach einem kurzen Aufenthalt wurde der nun Tatverdächtige Ende April 2026 entlassen. Manche Medien berichten, der Mann sei am Tag vor der Tat aus der Klinik gekommen. Dem widerspricht die Aussage des Ministeriums nun. Während der Zeit dieses Aufenthalts in der Klinik habe weder eine Selbstgefährdung noch eine Fremdgefährdung bestanden.

Es lagen damit keine medizinischen Gründe vor, den Patienten, der sich freiwillig in der Klinik aufhielt, am Verlassen der Klinik zu hindern und damit gegen seinen Willen festzuhalten, hebt das Ministerium hervor. Details zur Therapie und der Behandlung nennt die Landesregierung nicht, aufgrund der ärztlichen Schweigepflicht.

Video soll Festnahme in Leipzig zeigen

Auf Videos, die in den sozialen Medien kursieren, ist zu sehen, wie ein Mann auf der Straße festgenommen wird. Er trägt ein blaues T-Shirt und einen Kurzhaarschnitt mit rasiertem Nacken. Seine Oberarme sind tätowiert. Der Mann liegt am Boden, ein Polizist kniet auf seinem Rücken, schnallt die Handschellen fest. Die Echtheit der Aufnahmen ist bisher nicht bestätigt. Bestätigt ist zudem nicht, ob auf der Videosequenz tatsächlich der mutmaßliche Täter zu sehen ist. Verifizieren lässt sich: Das auf dem Video abgebildete Fahrzeug passt zu Bildern des mutmaßlichen Tatwagens, die offizielle Fotoagenturen verbreiten.

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Der Tatverdächtige fuhr mit einem Auto vom Augustusplatz durch die Grimmaische Straße in Leipzig über den Markt bis kurz vor die Thomaskirche. Zwei Menschen starben. Die Polizeidirektion Leipzig hat nach eigenen Angaben ein Hinweistelefon geschaltet unter +49 341 966 46666, das Landeskriminalamt Sachsen habe ein Hinweisportal eingerichtet mit der Adresse sn.hinweisportal.de. Zeuginnen und Zeugen, die sich gegen 16.45 Uhr in der Leipziger Innenstadt aufhielten und Hinweise zum Hergang, zum Fahrzeug oder zum Fahrer machen könnten, sollen sich melden.

mit dpa