Es sollte einer der größten europäischen Börsengänge der jüngeren Rüstungsgeschichte werden: Gerade erst kündigte die Bundesregierung an, beim deutsch-französischen Rüstungskonzern KNDS einzusteigen. Dessen Aufträge befinden sich durch den Ukraine-Krieg und die europäische Aufrüstung auf einem Allzeithoch. Doch nun hat der Hersteller des Kampfpanzers Leopard 2 überraschend seinen geplanten Börsengang vorläufig abgesagt.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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Vor dem Hintergrund der aktuellen Marktschwankungen werde der Börsengang erst bei Wiederkehr besserer Marktbedingungen fortgesetzt, teilte das Unternehmen mit. Zuvor hatte die „Financial Times“ berichtet, dass die Eigentümer Probleme hätten, Investoren von der geplanten Bewertung von mehr als zwölf Milliarden Euro zu überzeugen.
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Die Aktien von KNDS sollten im Rahmen einer Doppelnotierung in Frankfurt und Paris platziert werden, wie das Unternehmen Ende Juni mitgeteilt hatte.
Vorausgegangen war eine Einigung zwischen der deutschen und der französischen Regierung über die künftige Eigentümerstruktur des Unternehmens. Danach erwerben die Bundesrepublik Deutschland und der französische Staat jeweils einen Anteil von 40 Prozent an KNDS. Die verbleibenden 20 Prozent sollten im Zuge des Börsengangs an institutionelle Investoren veräußert werden.
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KNDS ist aus der Fusion von Krauss-Maffei Wegmann und dem französischen Unternehmen Nexter hervorgegangen. Der Konzern hat insgesamt rund 11.000 Mitarbeiter. In Deutschland unterhält KNDS elf seiner weltweit 34 Standorte. Werke gibt es unter anderem in Hamburg, den nordrhein-westfälischen Städten Remscheid und Mülheim an der Ruhr und im thüringischen Ebeleben. In Frankreich gibt es zehn KNDS-Standorte. Der Umsatz des Konzerns lag im vergangenen Jahr bei 4,4 Milliarden Euro.
Der Börsengang des deutsch-französischen Konzerns sollte einer der größten im europäischen Verteidigungssektor in jüngerer Zeit sein. Allerdings schwankten Rüstungsaktien, die in der Folge des russischen Angriffs auf die Ukraine vor gut vier Jahren stark zugelegt hatten, zuletzt teilweise stark. Im Januar hatte beispielsweise der tschechische Rüstungskonzern CSG zwar einen starken Start beim Börsengang hingelegt. Inzwischen hat das Papier aber mehr als die Hälfte seines Wertes verloren.
os/dpa/afp








