Dass Donald Trump das Politische und das Persönliche vermischt, dass er den Slogan „America First“ bei jeder sich bietenden Gelegenheit zu „Trump First“ verhunzt, ist nicht ganz neu.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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Neu sind die Dimension und die Schamlosigkeit der Selbstbereicherung, die der 80-Jährige in seiner zweiten Amtszeit praktiziert. Der jüngste Finanzbericht beim Office of Government Ethics ist der Beweis. Er ist eine amtliche Vermögensskizze, 927 Seiten dick. Er zeigt, wie der Präsident der Vereinigten Staaten 2025 Geld wie Heu scheffelte. So als sei das Weiße Haus ein Start-up für Selbstbedienung.
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Trump: Summe ist selbst für ihn obszön
Die Summe ist selbst für Trump-Verhältnisse obszön und übersteigt bei Weitem jede Zahl, die der gelernte Immobilienhändler jemals zuvor in seiner Karriere erreicht hat: mehr als 2,2 Milliarden Dollar frische Einnahmen, davon mehr als 1,4 Milliarden Dollar aus Krypto-Geschäften.
Krypto, die Kunst, aus heißer Luft erst digitale Münzen, dann politischen Einfluss und am Ende sehr reales Familienvermögen zu pressen, ist der Kern des neuen Trump-Reichtums, den der Nutznießer gerade vor laufender Kamera für absolut unanrüchig erklärt hat. Viele seiner Anhänger, die seinem Aufruf zum Kauf folgten, erlitten teils massive Verluste.
Trump und Krypto: Besonders heikel ist der Deal mit den Emiraten
Das schamloseste Beispiel heißt „World Liberty Financial“. Der Name klingt nach Freiheitsglocke. Das Geschäftsmodell riecht nach Schmuddel-Kasse. Trump gründete die Firma mit seinen Söhnen Donald Jr. und Eric kurz vor der zweiten Amtseinführung im Januar 2025. Mehr als eine halbe Milliarde Dollar kam aus Token-Verkäufen zusammen. Das sind digitale Wertmarken, die Käufern Zugang, Mitsprache, Gewinnhoffnung oder bloß Spekulation versprechen – oft ohne dass dahinter ein klassisches Unternehmen, Produkt oder ein echter Sachwert steht.
Besonders heikel ist der Deal aus den Emiraten: Sie zahlten 500 Millionen Dollar für 49 Prozent Anteil an World Liberty, wenige Tage bevor Trump den Amtseid leistete. Später bekamen die Potentaten aus dem Nahen Osten Zugang zu sensibler amerikanischer Chip-Technologie für Künstliche Intelligenz. Keine weiteren Fragen, Euer Ehren.

Prominenz treibt Memecoins in Milliardenhöhe
Daneben steht der sogenannte $TRUMP-Memecoin, der ebenfalls kurz vor der Amtseinführung aus dem Boden schoss und dem Präsidenten über 630 Millionen Dollar einbrachte. Ein Memecoin ist kein Unternehmen, keine Fabrik, keine Erfindung. Er ist ein digitales Zeichen, dessen Wert aus Aufmerksamkeit entsteht, aus Herdentrieb, aus der Hoffnung auf den nächsten Käufer.
Bei normalen Bürgern nennt man so etwas Spekulation. Beim Präsidenten wird daraus die Monetarisierung von Macht. Dass mit Memecoins Milliarden in der realen Finanzwelt bewegt werden, liegt nicht an produktiver Leistung, sondern an der Übersetzung von Prominenz in Marktpreis. Ein Schmierengeschäft.
News aus den USA
Trump baut als Präsident den Rechtsrahmen für etwas, wovon er selbst profitiert
Bei Donald Trump kommt etwas hinzu. Das Amt ist der Preistreiber. Trump reguliert durch politische Anweisungen den betrugsanfälligen Markt, in dem seine Familie engagiert ist. Er baut als Präsident den Rechtsrahmen für eine Branche, von der er persönlich profitiert. Während andere ins Klo greifen. Nach Analysen der Firma Nansen haben laut „New York Times“ fast eine Million Menschen, die Trumps Memecoin gekauft haben, bis Ende Juni zusammengerechnet 3,8 Milliarden Dollar verloren.
Noch vor wenigen Jahren verteufelten die Republikaner, Trump vorneweg, Krypto-Währungen als Spielwiese für Betrüger und Drogengeld. Nun wurde unter der Führung des 45. und 47. Präsidenten mit dem „Genius Act“ der erste große Stablecoin-Rahmen der USA geschaffen. Ein trockengelegter Sumpf ist das nicht. Sondern ein Sumpf mit Präsidentensiegel.
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Republikaner schweigen zu Trumps Machenschaften
Und die Partei? Sie schweigt, teils mit geballter Faust in der Tasche, weil sie gelernt hat, dass Empörung gegen Trump Karrieren abrupt verkürzt. Kaum ein Republikaner findet Worte für einen simplen Tatbestand: In einer funktionierenden Demokratie darf ein Präsident nicht gleichzeitig oberster Regelsetzer und größter Profiteur eines dubiosen Finanzmarktes sein. Das höchste Amt darf nicht den Marktwert seiner Geschäfte nach oben treiben.
Genau das tut es. Und wie. Man muss sich kurz erinnern: Als Trump 2017 ins Amt kam, rümpfte Washington die Nase darüber, dass sich ausländische Delegationen regelmäßig in seinem damaligen Nobel-Hotel im ehemaligen Hauptpostamt der Hauptstadt einquartierten – für 500 Dollar die Nacht und mehr. Von Vorteilsnahme im Amt war die Rede. Von Bestechung und Bestechlichkeit.
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Im Rückspiegel betrachtet alles Pipifax. Was heute geschieht, ohne dass ein breiter Aufschrei der Empörung durchs Land geht, verhält sich im Vergleich etwa so wie ein Paddelboot zur „Titanic“. Und das zu einer Zeit, in der Otto Normal-Amerikaner querbeet für fast alles im täglichen Leben mehr bezahlen muss.
Kaliforniens Gouverneur Gavin Newsom hat darum recht, wenn er sagt: „Donald Trump ist der korrupteste Präsident in der Geschichte der Vereinigten Staaten.“













