Gerhard Schröder bleibt Russland verbunden. Der ehemalige Bundeskanzler ist in den Aufsichtsrat des russischen Ablegers der deutschen Globus-Gruppe eingezogen. Das bestätigte die russische Hyperglobus GmbH der Deutschen Presse-Agentur. Schröder sei bereits am 30. September von den Anteilseignern in das Gremium aufgenommen worden.

Montag, Mittwoch, Freitag
Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
Hinter den Kulissen der Politik - meinungsstark, exklusiv, relevant.
Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.
Seit Beginn des Ukraine-Kriegs vor mehr als drei Jahren hat Schröders enge Verbindung zu Kremlchef Wladimir Putin immer wieder für Kritik gesorgt. Der 82-Jährige hat den russischen Präsidenten mehrfach persönlich getroffen und hält trotz des Krieges an der Beziehung fest.
Aktuelle News zum Ukraine-Krieg
Schröder soll Russland-Geschäft mitsteuern
Nach Angaben von Hyperglobus soll Schröder an der allgemeinen Unternehmensführung beteiligt sein und die strategische Entwicklung des Unternehmens in Russland leiten. Eine persönliche Bestätigung des Altkanzlers lag zunächst nicht vor.
Auch interessant
Was genau hinter der Personalie steckt, ist offen. Auf die Frage, ob Schröders Berufung mit den jüngsten russischen Zwangsverwaltungen ausländischer Unternehmen zusammenhängt, äußerte sich der Pressedienst von Hyperglobus nicht. Betroffen waren unter anderem die Handelskonzerne Metro und Auchan sowie der Lebensmittelkonzern Nestlé.
Hyperglobus betont zugleich, dass der russische Ableger seit Januar 2025 von der deutschen Holding getrennt sei. Das Unternehmen agiere in Russland seitdem „juristisch und organisatorisch“ eigenständig. Globus ist eine deutsche Handelsgruppe mit Sitz im saarländischen St. Wendel. Das Unternehmen betreibt vor allem große SB-Warenhäuser und gehört zu den größeren Lebensmittelhändlern in Deutschland.
Auch interessant
Schröder und Putin: eine lange Verbindung
Der SPD-Politiker war von 1998 bis 2005 Bundeskanzler in Deutschland. Noch kurz vor dem Ende seiner Amtszeit vereinbarte er mit Putin den Bau der Ostseepipeline Nord Stream und betonte dabei mehrfach seine enge Freundschaft zum Kremlchef. Nach seinem Ausscheiden aus der Politik übernahm Schröder mehrere Funktionen in russischen Unternehmen. Er wurde unter anderem Aufsichtsratschef der Nord Stream AG und später Vorsitzender des Aufsichtsrats des russischen Energiekonzerns Rosneft.
Seine Nähe zu Putin sorgte bereits vor dem russischen Angriff auf die Ukraine für Kritik. Nach Beginn des Krieges im Februar 2022 rückte die Beziehung noch stärker in den Fokus. Schröder traf Putin dennoch weiterhin persönlich und reiste auch nach Moskau.
mkx mit dpa









