• Zwar bietet Sonnencreme Schutz vor UV-Strahlen – doch dieser bröckelt, wenn die Creme falsch aufgetragen wird.
  • Ein häufiger Fehler ist es, zu wenig Sonnencreme für die einzelnen Körperpartien zu benutzen.
  • Lücken im Sonnenschutz entstehen auch dann, wenn nicht ausreichend nachgecremt wird.

Auch wenn die Sonne nicht scheint, raten Hautärzte dazu, die Haut mit Sonnencreme zu schützen – vor allem im Frühjahr und Sommer. Denn die Sonne sendet UV-Strahlung aus, die unsere Haut schädigen, vorzeitig altern lassen und das Hautkrebsrisiko erhöhen. Zuhause wie auch im Urlaub sollte man jedoch beim Eincremen bestimmte Fehler vermeiden. Wir erklären, wie Sie Sonnencreme richtig auftragen.

Eine Frau trägt Sonnencreme auf
Sicheren Schutz vor UV-Strahlung bietet eine Sonnencreme nur, wenn sie richtig aufgetragen wird. © iStock | JosuOzkaritz

Sonnenschutz beugt vorzeitiger Hautalterung und Hautkrebs vor

Es gibt zwei Haupttypen von UV-Strahlen, die auf unsere Haut einwirken: UVA- und UVB-Strahlen. UVA-Strahlen dringen tief in die Haut ein, zerstören Zellen und bewirken so eine vorzeitige Hautalterung mit stärkerer Faltenbildung. Charakteristisch für eine Haut, die über Jahre ungeschützt der Sonne ausgesetzt war, sind zudem Pigment- und Altersflecken.

UVB-Strahlen kommen nicht weiter als in die oberen Hautschichten, verursachen aber Sonnenbrände. Langfristige Exposition gegenüber UVA- und UVB-Strahlen erhöht das Risiko, an Hautkrebs zu erkranken. Wer zu Sonnencreme greift, kann sich vor den Folgen schützen. Aber nicht auf jedes Produkt ist Verlass: In einem Test von „Öko-Test“ hielten 11 von 26 Sonnenschutzmittel mit Lichtschutzfaktor 50 den angegebenen UV-Schutz nicht ein. Die Bestnote erzielten im Test nur zwei Sonnencremes.

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Lichtschutzfaktor sollte an Hauttyp angepasst sein

Der Lichtschutzfaktor (LSF) einer Sonnencreme zeigt an, wie gut sie vor UVB-Strahlung schützt. Ein LSF von 30 bedeutet: Die Haut kann theoretisch 30-mal länger der Sonne ausgesetzt werden, bevor ein Sonnenbrand entsteht, als es ohne Schutz der Fall wäre. Bei heller oder empfindlicher Haut, vielen Muttermalen oder einer Vorgeschichte von Hautkrebs (auch in der Familie), raten Dermatologen zu einem mit LSF von 50. Ob Sonnencreme oder Sonnenspray besser schützt, haben wir einen Experten gefragt.

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Zu welchem LSF man greifen sollte, hängt von Ihrem Hauttyp ab. Im Folgenden finden Sie eine Tabelle mit empfohlenen LSF-Werten für verschiedene Hauttypen:

HauttypEigenschaftenLSF
Typ ISehr helle Haut, blondes oder rotes Haar, Sommersprossen, verbrennt schnell, bräunt nie50+
Typ IIHelle Haut, blondes oder hellbraunes Haar, verbrennt schnell, bräunt langsam30-50
Typ IIIHaut von mittlerer Farbe, dunkles Haar, verbrennt manchmal, bräunt langsam20-30
Typ IVOlivenfarbene oder bronzefarbene Haut, dunkles Haar, verbrennt selten, bräunt leicht15-20
Typ VDunkle Haut, dunkles Haar, verbrennt nie, bräunt leicht10-15
Typ VISehr dunkle Haut, schwarzes Haar, verbrennt nie, bräunt leicht10 oder weniger

UV-Filter in Sonnencreme: Octocrylen gilt als bedenklich

Bei einer Sonnencreme kommt es zum einen auf den UV-Schutz an: Sie sollte sowohl UVA- als auch UVB-Filter enthalten. Zum anderen sollte man einen Blick auf die Inhaltstoffe werfen, da bedenkliche Substanzen enthalten sein können. Eine davon ist der chemische UV-Filter Octocrylen. Er wird eingesetzt, um die Stabilität von Sonnencremes zu erhöhen. Allerdings ist seine Verwendung umstritten. Denn Octocrylen kann Kontaktallergien auslösen und möglicherweise den Hormonhaushalt beeinflussen, wie etwa Studien an Zellkulturen nahelegen.

Eine Alternative zu Octocrylen sind mineralische Filter, die nicht in die Haut eindringen, sondern auf der oberen Hautschicht verbleiben. Die Pigmente aus den Filtern wirken wie ein Spiegel, indem sie die Sonnenstrahlen reflektieren.

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Faustregel: Sechs Esslöffel Sonnencreme für den Körper

Um einen angemessenen Schutz zu gewährleisten, sollte eine ausreichende Menge Sonnencreme aufgetragen werden. Um den gesamten Körper abzudecken, sind etwa sechs Esslöffel Sonnencreme nötig. Konkret bedeutet das, dass man für jede einzelne Körperregion (wie etwa Bauch, oberer Rücken, Unterschenkel) einen Strang Sonnencreme braucht – und dieser sollte von der Fingerspitze des Mittelfingers bis zum Handgelenk reichen.

Allerdings sollte die Haut nicht nur einmal, sondern mehrmals täglich eingecremt werden. Nach einer Woche Urlaub an der Sonne sollte ein Erwachsener drei Flaschen mit je 200 ml Sonnencreme aufgebracht haben.

So tragen Sie Sonnencreme richtig auf

Tragen Sie die Sonnencreme gleichmäßig auf alle Hautpartien auf und verreiben Sie sie so, dass keine weißen Flecken mehr zu sehen sind. Achten Sie darauf, auch schwer erreichbare Stellen wie den Rücken oder die Rückseite der Beine abzudecken.

Einige Stellen werden beim Auftragen von Sonnencreme oft ausgelassen: Vergessen Sie nicht, die Ohren, den Nacken, die Oberseite Ihrer Füße und die Unterseite Ihrer Arme zu schützen. Bei kahlen oder lichter werdenden Haaren ist auch der Schutz der Kopfhaut wichtig – hier kann ein Sonnenschutzspray oder ein breitkrempiger Hut hilfreich sein.

Eine Frau sprüht Sonnenschutzspray auf den Rücken ihres Kindes
An einem Tag am Strand sollte mehrmals Sonnencreme aufgetragen werden, besonders nach dem Baden und Abtrocknen. © iStock | solidcolours

Sonnencreme nach zwei Stunden neu auftragen

Tragen Sie die Sonnencreme mindestens 30 Minuten vor dem Sonnenbad auf, damit sie genügend Zeit hat, in die Haut einzuziehen und optimalen Schutz zu bieten. Wenn Sie aus dem Wasser kommen, sollten Sie die Creme nicht direkt auftragen, sondern erst dann, wenn die Haut wieder vollständig trocken ist.

Generell gilt: Nach jedem Schwimmen, starkem Schwitzen oder Abtrocknen der Haut mit einem Handtuch sollte Sonnencreme auftragen werden. Aber auch wenn es sich um eine ausgewiesene wasserfeste Sonnencreme handelt, sollte nach einem längeren Aufenthalt im Wasser der Sonnenschutz erneuert werden. Denn die Bezeichnung „wasserfest“ bedeutet, dass nach zweimal zwanzigminütigem Baden noch die Hälfte des ursprünglichen UV-Schutzes besteht.

Wenn Sie lediglich in der Sonne sitzen, weder ins Wasser gehen noch stark schwitzen, sollten Sie spätestens nach zwei Stunden zur Sonnencreme greifen, um den Schutz aufrechtzuerhalten.

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Kann ich Sonnencreme vom Vorjahr benutzen?

Auf jeder Sonnencreme ist in der Regel ein Symbol bedruckt, auf dem ein geöffneter Tiegel, ein „M“ (für Monat) und eine Zahl zu sehen sind. So bedeutet etwa die Kombination „M12“, dass die Creme geöffnet 12 Monate haltbar ist. Unabhängig davon ist das Mindesthaltbarkeitsdatum, das die Haltbarkeit im ungeöffneten Zustand angibt. An beide Angaben sollte man sich halten. Eine falsche Lagerung kann die Haltbarkeit jedoch verkürzen. An diesen Anzeichen erkennen Sie, dass die Sonnencreme abgelaufen ist.

Abgelaufene Sonnencreme ist mitunter nicht mehr wirksam, da sich die Inhaltsstoffe verändern, wenn sie mit Sauerstoff reagieren. Es ist zudem nicht ausgeschlossen, dass sich bei dieser chemischen Reaktion krebserregende Stoffe bilden. Das gilt besonders für Sonnencreme mit Octocrylen.