Die Deutschen lieben Eier: Im Jahr 2025 lag der durchschnittliche Eierkonsum hierzulande pro Kopf bei 252 Stück. Das waren vier mehr als noch im Vorjahr, wie aus Zahlen des Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat hervorgeht. Dabei hatten Eier lange Zeit einen schlechten Ruf und standen in Verdacht, die Gesundheit zu gefährden – unter anderem wegen ihrem hohen Cholesteringehalt.

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Ihr Ruf ist zwar besser geworden, doch eine Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) kratzt erneut am Eier-Image. Denn das Gremium empfiehlt nur noch ein Ei pro Woche. Sollte man also doch wieder weniger davon essen? Lesen Sie hier, was ein Ernährungsmediziner dazu sagt.
Eier und Cholesterin: Ist der schlechte Ruf ein Mythos?
Laut der Deutschen Herzstiftung kommen auf 100 Gramm Ei rund 470 Milligramm Cholesterin. Das entspricht pro Ei etwa 280 Milligramm. Damit zählen Eier zu den cholesterinreichsten Lebensmitteln. Doch ist es auch ein Grund, auf die Eier deswegen zu verzichten? „Früher nahm man an, dass das Cholesterin aus Eiern den Cholesterinspiegel im Blut erhöhen könnte. Neuere Studien belegen jedoch, dass der Körper den Cholesterinspiegel weitestgehend unabhängig vom aufgenommenen Nahrungscholesterin reguliert“, sagt Dr. Winfried Keuthage, Ernährungsmediziner und Fachbuchautor.
Denn generell habe das Cholesterin aus dem Ei und der Nahrung nur einen geringen Einfluss darauf, wie viel Cholesterin letztendlich im Blut zirkuliert. „Cholesterin wird nur teilweise über die Nahrung aufgenommen, ein größerer Teil stellt der Körper selbst her“, erläutert der Mediziner.
Eier seien daher nicht relevant für den Cholesterinspiegel von gesunden Menschen, da der Körper bei erhöhter Cholesterinaufnahme die Eigenproduktion reguliert und dementsprechend wieder senkt. „Es ist wichtiger, insgesamt auf eine gesunde Ernährung und ausreichend Bewegung zu achten, als sich Gedanken über den Cholesteringehalt eines einzelnen Nahrungsmittels zu machen“, empfiehlt der Experte.
Cholesterin und Statine
Wie viele Eier darf man bei hohem Cholesterin essen?
Klar ist jedoch, dass Menschen, die Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen mitbringen, ihren Cholesterin-Blutspiegel kontrollieren lassen sollten. Hohe Cholesterin-Spiegel begünstigen Ablagerungen an den Wänden der Blutgefäße, auch Arterienverkalkung genannt.
„Niedrige LDL-Cholesterinwerte sind im Allgemeinen gut für die Gesundheit, da sie das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen senken“, sagt Dr. Winfried Keuthage. Falls bereits Herz-Kreislauf-Erkrankungen bekannt sind oder weitere Risikofaktoren wie Diabetes oder Bluthochdruck vorliegen, sei häufig eine medikamentöse Senkung des LDL-Cholesterinspiegels notwendig.
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Eier und Cholesterin: Warum empfiehlt die DGE nur ein Ei pro Woche?
Doch der Cholesteringehalt im Ei ist nicht der Grund, warum die DGE nun auch für gesunde Menschen nur noch ein Ei pro Woche empfiehlt. „Ich gehe davon aus, dass diese Begrenzung primär nichts mit gesundheitlichen Aspekten zu tun hat“, vermutet Dr. Winfried Keuthage. Und tatsächlich begründet die DGE, die früher noch bis zu drei Eier pro Woche empfohlen hat, ihre Entscheidung mit der Umwelt. Denn die Eierproduktion verursacht schädliche CO₂-Emissionen.
Lässt man den Umweltaspekt außer acht, dann gilt aber: „Ein Ei pro Woche ist wenig, wenn man bedenkt, wie viele leckere und gesunde Speisen mit Eiern gemacht werden“, sagt Keuthage. Grundsätzlich sei das Ei „ein fantastisches Lebensmittel.“ Es enthalte Vitamine, Spurenelemente, Antioxidantien und alle essenziellen Aminosäuren.
„Essentielle Aminosäuren sind lebensnotwendige Eiweißbausteine, welche der Körper nicht selbst herstellen kann und daher mit der Nahrung zugeführt werden müssen“, erklärt der Mediziner. Die meisten Nährstoffe befinden sich übrigens im Eigelb und bleiben größtenteils auch beim Kochen erhalten.
Eier: Welche Vitamine und Nährstoffe stecken darin?
Im Ei stecken zudem Proteine. „Sie sind besonders wichtig für den Muskelaufbau und den Muskelerhalt sowie als Bestandteil zur Erhaltung von Zellen und Hormonen“, sagt der Experte. Ein mittelgroßes Ei liefert ungefähr sieben Gramm Protein. Auf 100 Gramm hochgerechnet sind das immerhin knapp 13 Gramm. Andere Lebensmittel, vor allem pflanzliche Eiweißquellen wie Hanfsamen oder Mandeln, liefern zwar mit etwa 25 Gramm Protein pro 100 Gramm deutlich mehr Eiweiß, doch sie können bei Weitem nicht mit der gleichen biologischen Wertigkeit glänzen, denn der menschliche Körper kann das Eiweiß aus dem Ei fast vollständig verwerten. „Das macht Eier zu einer hervorragenden Proteinquelle“, erklärt der Mediziner.
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt, dass gesunde Erwachsene bis 65 Jahre täglich 0,8 Gramm Eiweiß pro Kilogramm Körpergewicht zu sich nehmen. Das entspricht für eine Person mit einem Körpergewicht von 70 Kilogramm etwa 56 Gramm Eiweiß pro Tag. Daher das Fazit des Experten Keuthage: „Natürlich kann man auch ohne Eier auskommen, man muss sie nicht konsumieren. Aber grundsätzlich sind Eier wertvolle Zutaten bei vielen gesunden Rezepten. Eier in Speisen sollte man also durchaus mehrmals in der Woche essen.“
Dieser Artikel erschien erstmals im April 2025 und wurde aktualisiert.








