In Deutschland und weltweit leiden Millionen Menschen an einem Tinnitus, also Ohrengeräuschen wie einem Klingeln, Rauschen oder Pfeifen. Zwar gibt es Vermutungen, was einen Tinnitus auslöst – dazu gehören etwa übermäßiger Stress oder Ohrschädigungen durch Lärm. Bei vielen Menschen ist aber nicht genau nachweisbar, wieso sie an einem Tinnitus erkrankt sind.

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Ein Grund, um stetig in diesem Bereich weiterzuforschen, wie Linus Milinski, Doktorand an der Oxford University, betont. Er und sein Team tun genau das – und wollen Parallelen zwischen Tinnitus und dem Schlafverhalten eines Menschen festgestellt haben. Sie gehen davon aus, dass Schlaf und Tinnitus im Hirn eng miteinander verbunden sind, wie jetzt das Online-Magazin „ScienceAlert“ berichtet.
Tinnitus: Erkenntnisse sollen neue Behandlungswege ermöglichen
Dem Magazin gegenüber berichtet Milinski, dass sowohl Tinnitus als auch Schlaf auf spontaner Gehirnaktivität basieren würden. „Ich glaube, dass die Erforschung dieser Ähnlichkeiten neue Wege zum Verständnis und letztendlich zur Behandlung von Phantomwahrnehmungen eröffnen könnte“, so der Forscher, der 2022 zu den ersten Menschen gehörte, der untersuchte, wie Schlaf und Tinnitus einander beeinflussen können.
Phantomwahrnehmung
Als Phantomwahrnehmung bezeichnet werden Töne (zum Beispiel Klingeln, Rauschen oder Pfeifen), die von Tinnitus betroffene Menschen hören, die aber nicht durch äußere Schallquellen verursacht werden und somit auch nicht für Außenstehende wahrnehmbar sind.
Dazu erforschten sie die Gehirnaktivität von Frettchen, da diese über ein ähnliches Gehörsystem wie Menschen verfügen. 2024 veröffentlichten Milinski und sein Team dann die Erkenntnis: Bei Frettchen mit stärkerem Tinnitus, die aufgrund dessen an Schlafstörungen litten, stellten die Forscher verminderte Tinnitus-Symptome fest, sobald diese in die nicht-REM-Phase (REM = rapid eye movement, auch Traumphase genannt) ihres Schlafs übergingen.
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Das könnte ein Zeichen dafür sein, dass bestimmte Schlafphasen Tinnitussymptome unterdrücken und somit mildern. Eine Erkenntnis, auf die nun aufgebaut werden kann. „Ich hoffe, dass diese Forschung zu einem größeren Bewusstsein für Tinnitus führt und neue Wege eröffnet, Behandlungen zu erforschen“, so Milinski gegenüber „ScienceAlert“.







