Wer auf seine Ernährung achten und den Zuckerkonsum möglichst gering halten möchte, greift selten zu Süßigkeiten oder Süßgebäck und gönnt sich nur gelegentlich ein Dessert. Dass solche Lebensmittel größere Mengen Zucker enthalten, ist allgemein bekannt. Weniger bekannt ist jedoch die Tatsache, dass sich Zucker auch in zahlreichen alltäglichen Produkten verbirgt.

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Denn in vielen Waren, die regelmäßig im Einkaufswagen landen und geschmacklich nicht unmittelbar mit Süße in Verbindung gebracht werden, steckt überraschend viel Zucker. Intensive Gewürze, Salz sowie andere Aromastoffe überdecken ihn dabei so geschickt, dass er beim Verzehr kaum auffällt. Die wichtigen Fragen und Antworten rund um das beliebte Süßungsmittel.
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Was genau ist die Zuckerabgabe?
Die Bundesregierung führt im Rahmen der Gesundheitsreform eine sogenannte Zuckerabgabe auf Getränke ein, also eine Steuer auf mit Zucker gesüßte Getränke. Der Expertenkommission zufolge sollen Getränke mit weniger als fünf Gramm Zucker pro 100 Milliliter steuerfrei bleiben. Bei fünf bis unter acht Gramm sollen 26 Cent Steuer je Liter fällig werden, bei acht Gramm Zucker und mehr dann 32 Cent. Auch sollten die Steuersätze jährlich der Inflation angepasst, Getränke mit Süßstoffen und 100-Prozent-Fruchtsäfte aber ausgenommen werden.
Die Abgabe soll ab dem Jahr 2028 greifen und laut dem Sparpaket schätzungsweise rund 450 Millionen Euro einbringen. Das Geld werde wiederum bei der gesetzlichen Krankenversicherung zur Entlastung eingesetzt, auch für Präventionsangebote.
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Was ist versteckter Zucker?
Der Begriff bezeichnet Zucker, der in verarbeiteten Lebensmitteln oder Getränken enthalten ist, auf der Zutatenliste jedoch nicht eindeutig als „Zucker“ erkennbar aufgeführt wird. Stattdessen verbirgt er sich häufig hinter unterschiedlichen Bezeichnungen. Dazu zählen unter anderem Maissirup, Dextrose, Fructose, Glucose, Maltodextrin oder Saccharose. Zwar liefert ein Blick auf die Zutatenliste grundsätzlich Hinweise auf den Zuckergehalt eines Produkts, doch die Lebensmittelindustrie entwickelt immer wieder neue Strategien, sodass Zucker nicht auf den ersten Blick zu erkennen ist.
Dennoch gilt: Nicht jede Zuckerart ist automatisch problematisch, ein dauerhaft hoher Konsum von zugesetztem Zucker kann jedoch mit verschiedenen gesundheitlichen Risiken verbunden sein. Dazu zählen unter anderem Diabetes, Übergewicht und Karies. Umso wichtiger ist es, Zutatenlisten aufmerksam zu lesen und sich mit den unterschiedlichen Bezeichnungen für Zucker vertraut zu machen, um den eigenen Konsum besser steuern zu können.
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In diesen Produkten ist versteckter Zucker
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt hingegen eine maximale tägliche Zuckeraufnahme von 50 Gramm. Das entspricht etwa fünf gestrichenen Esslöffeln. Und tatsächlich ist dieser Grenzwert oft schneller erreicht, als den meisten Konsumenten bewusst ist. Im Folgenden werden einige der größten Zuckerfallen vorgestellt:
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Süße Erfrischungsgetränke
Versteckter Zucker in Getränken ist weit verbreitet. Besonders deutlich wird das am Beispiel von Cola: Mit rund 53 Gramm Zucker pro 0,33-Liter-Flasche zählt sie zu den Spitzenreitern unter den Erfrischungsgetränken. Das entspricht etwa 17,5 Zuckerwürfeln. Auch Limonaden, Eistees sowie einige Getränke, die als „Durstlöscher“ nach dem Sport vermarktet werden, weisen vergleichbar hohe Zucker- und Kaloriengehalte auf.
Zwar gelten Fruchtsäfte und Smoothies aufgrund ihres Vitamingehalts oft als gesunde Alternative, doch auch sie enthalten erhebliche Mengen an Fruchtzucker. Laut einer Analyse von Stiftung Warentest enthalten Smoothies auf 250 ml zwischen 13 und 38 Gramm Zucker. Dieser wird vom Körper ähnlich wie herkömmlicher Zucker verarbeitet und kann bei übermäßigem Konsum eher zur Gewichtszunahme als zur Gewichtsreduktion beitragen.
Fruchtjoghurt, Fruchtquark und Joghurtdrinks
Joghurt gilt grundsätzlich als gesund – doch dieser Ruf gilt vor allem für die naturbelassene Variante. Bei Fruchtjoghurt hingegen sieht die Bilanz deutlich anders aus: Er ist ernährungsphysiologisch eher einem Dessert als einem gesunden Snack zuzuordnen. Ein einzelner Becher enthält im Durchschnitt rund acht Würfelzucker, was etwa 24 Gramm Zucker entspricht. Gleiches gilt für Quarkspeisen mit Geschmack und für Joghurtdrinks.
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Ketchup, Grillsoßen und Dressings
Zucker findet sich nicht nur in süßen Lebensmitteln, sondern auch in zahlreichen herzhaften Produkten wie Ketchup, Grillsoßen oder Salatdressings. Beim handelsüblichen Ketchup gehört Zucker neben Tomaten sogar zu den Hauptbestandteilen. Je nach Hersteller und Sorte kann eine Ein-Liter-Flasche bis zu 90 Stück Würfelzucker enthalten.
Auch viele Grillsoßen, insbesondere Barbecuesoßen, weisen einen hohen Zuckergehalt auf. In einigen Grillsoßen sind bis zu 40,5 Gramm Zucker pro 100 Gramm enthalten – Werte, die mitunter an den Zuckergehalt von Süßigkeiten heranreichen.
Ebenso in fertigen Salatdressings wird Zucker großzügig eingesetzt. Je nach Produkt und Hersteller machen Zuckeranteile zwischen zehn und zwanzig Prozent der Zusammensetzung aus. Pro Portion von etwa 30 Millilitern entspricht das schnell ein bis zwei Stück Würfelzucker – oft ohne dass dies beim Geschmack direkt auffällt.

Fertigprodukte
Der Großteil industriell verarbeiteter Lebensmittel enthält zugesetzten Zucker. Dieser wird in der Produktion häufig eingesetzt, da er als effektiver Geschmacksträger gilt und Aromen abrundet oder verstärkt. Besonders bei stark verarbeiteten Produkten wie Fleischsalaten (fünf bis acht Gramm pro 100 Gramm), Fertigsoßen (14 Gramm pro 100 Gramm) und Fertigsuppen (bis zu 20 Gramm pro Portion) sowie Tiefkühlpizzen (bis zu 13 Gramm pro Pizza) lohnt sich ein genauer Blick auf die Zutatenliste. Oft ist der Zuckergehalt höher als erwartet, selbst wenn das Produkt nicht süß schmeckt.
Hinzu kommt, dass Zucker nicht immer eindeutig als solcher erkennbar ist. Häufig wird er hinter verschiedenen Bezeichnungen versteckt, die auf den ersten Blick nicht unmittelbar mit Süße in Verbindung gebracht werden. Dazu zählen unter anderem Dextrose, Fruktose-Glukose-Sirup, Süßmolkepulver oder Gerstenmalzextrakt.
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Frühstückscerealien
Gerade bei Kindern stehen Cornflakes hoch im Kurs. Das ist kaum verwunderlich, denn viele der Produkte entpuppen sich als regelrechte Zuckerbomben: teilweise bis zu 40 Gramm auf 100 Gramm. Ähnlich verhält es sich mit Knuspermüsli, das ebenfalls häufig große Mengen an Zucker enthält (13 bis 20 Gramm auf 100 Gramm). Zusätzlich werden dort oft weitere Süßungsmittel eingesetzt, darunter Dextrose, Honig sowie Glukose-Fruktose-Sirup. Auch Müsliriegel, die auf den ersten Blick als gesunde Zwischenmahlzeit erscheinen, enthalten in vielen Fällen erhebliche Mengen an Zucker (12 bis 20 Gramm pro Riegel).
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Backwaren
Pommes sind lecker würzig – umso überraschender ist die Tatsache, dass sich in einer Portion mitunter die Menge eines Würfelzuckers verbergen kann. Auch bei Backwaren, die nicht zu den klassischen Süßgebäcken zählen, fällt der Zuckergehalt oft höher aus als erwartet. Beispiele hierfür sind etwa Laugenbrezeln oder Croissants. Selbst Brot, das gemeinhin als Grundnahrungsmittel ohne süße Komponente wahrgenommen wird, enthält häufig zugesetzten Zucker.
Alkohol
Vielen ist nicht bewusst, dass alkoholische Getränke oft erhebliche Mengen an Zucker enthalten. Darüber hinaus geht ein hoher Alkoholkonsum mit weiteren gesundheitlichen Risiken einher. So kann er unter anderem die Entstehung einer Fettleber begünstigen. Eine solche Fettleber wiederum gilt als relevanter Risikofaktor für die Entwicklung von Typ-2-Diabetes. Damit steht Alkoholkonsum nicht nur in Verbindung mit einem erhöhten Zuckereintrag, sondern kann indirekt auch Stoffwechselerkrankungen begünstigen.
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Konserven
Selbst in sauer eingelegtem Gemüse wie Gurken sowie in Gemüsekonserven, etwa Rotkohl im Glas, setzt die Lebensmittelindustrie häufig zusätzlich Zucker ein. Oft dient er hier als ausgleichende Komponente zu der Säure. Doch auch die Haltbarkeit von Konservenprodukten kann so verbessert werden.
Obst
Obst spielt eine zentrale Rolle in einer ausgewogenen Ernährung, enthält jedoch ebenfalls Zucker. Auch hier gilt daher der Grundsatz der richtigen Balance. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt eine tägliche Aufnahme von fünf Portionen Obst und Gemüse mit einem Gesamtgewicht von rund 650 Gramm, da diese Lebensmittel wichtige Vitamine und Nährstoffe liefern.
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Gleichzeitig ist zu beachten, dass insbesondere Obst von Natur aus Zucker enthält. Deswegen rät die DGE zu einer bestimmten Verteilung: Zwei der fünf Portionen sollten aus Obst bestehen, während der größere Anteil von drei Portionen auf Gemüse entfallen sollte.

















