- Wann wir an Gewicht zunehmen, könnte sogar wichtiger sein als wie viel
- So könnte frühe Adipositas das Risiko für bestimmte Krebsarten deutlich erhöhen
- Was Forscher aus Schweden jetzt herausgefunden haben
Wissenschaftler aus Schweden haben die Gesundheitsdaten von rund 630.000 Menschen analysiert. Grundlage der Studie, über die „Science Alert“ berichtet, bildeten Gewichtsmessungen im Alter zwischen 17 und 60 Jahren. Die Forscher kamen dabei zu dem Ergebnis, dass insbesondere der Zeitpunkt der Gewichtszunahme einen entscheidenden Einfluss auf das Krebsrisiko hat. Darüber hinaus zeigten sich deutliche Unterschiede zwischen Männern und Frauen.
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Krebsrisiko: Das Alter bei der Gewichtszunahme ist entscheidend
Frühere Forschungsarbeiten zum Zusammenhang zwischen Krebs und Übergewicht konzentrierten sich überwiegend auf das Körpergewicht zu einem bestimmten Zeitpunkt. Der Schwerpunkt lag dabei vor allem auf dem mittleren bis späten Erwachsenenalter. Ein weiterer Ansatz bestand darin, Gewichtsveränderungen zwischen zwei Zeitpunkten zu erfassen und daraus Rückschlüsse auf ein erhöhtes Krebsrisiko zu ziehen.
Die Forschungsgruppe aus Schweden verfolgte hingegen einen neuen methodischen Ansatz. Im Mittelpunkt stand der individuelle Gewichtsverlauf über die gesamte Lebensspanne, der auf mehreren Gewichtsmessungen basierte, um mögliche Zusammenhänge mit der Entstehung von Krebs präziser untersuchen zu können. Da Zeitpunkt und Ausmaß von Gewichtsveränderungen von Person zu Person erheblich variieren, ist eine kontinuierliche Betrachtung der Entwicklung des Körpergewichts von besonderer Bedeutung.
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Die Wissenschaftler konnten dabei zentrale Erkenntnisse gewinnen. Entscheidend für das Krebsrisiko ist insbesondere das Alter, in dem die Gewichtszunahme einsetzt. Je früher sich im Leben eine Adipositas entwickelt, desto stärker steigt das Risiko für eine spätere Krebserkrankung an.
Gewichtszunahme: Unterschiede bei den Geschlechtern
Bei der Auswertung der Daten konnten die Wissenschaftler zudem deutliche geschlechtsspezifische Unterschiede feststellen. Männer, die bereits vor dem 30. Lebensjahr an Adipositas erkrankten, wiesen ein bis zu fünffach erhöhtes Risiko für Leberkrebs sowie ein doppelt so hohes Risiko für Nieren- und Bauchspeicheldrüsenkrebs auf. Insgesamt zeigte sich, dass insbesondere eine Gewichtszunahme vor dem 45. Lebensjahr für Männer mit erheblichen gesundheitlichen Risiken verbunden ist. Besonders häufig traten dabei Speiseröhren- und Leberkrebs auf, was die Forscher unter anderem auf chronische Entzündungsprozesse und anhaltendes Sodbrennen zurückführen.
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Bei Frauen, die bereits vor dem 30. Lebensjahr adipös wurden, zeigte sich ein etwa viereinhalbfach erhöhtes Risiko für Gebärmutterkörperkrebs, das sogenannte Endometriumkarzinom. Darüber hinaus nahm bei Frauen das relative Risiko bestimmter Krebsarten, darunter Brustkrebs nach den Wechseljahren sowie Meningeome, besonders stark zu, wenn die Gewichtszunahme nach dem 30. Lebensjahr erfolgte. Nach Einschätzung der Forscher spielen hierbei hormonelle Veränderungen im mittleren Lebensalter eine zentrale Rolle.
Eine besondere Ausnahme stellte die Gewichtszunahme im Jugendalter dar. Bei einigen Krebsarten, insbesondere beim Bauchspeicheldrüsenkrebs, erwies sich bereits das Körpergewicht im Alter von 17 Jahren als entscheidender Risikofaktor, unabhängig davon, wie sich das Gewicht im weiteren Lebensverlauf entwickelte.
Komplexes Zusammenspiel mehrerer Faktoren
Das Krebsrisiko entsteht durch ein komplexes Zusammenspiel verschiedener Faktoren. Dazu zählen insbesondere das biologische Geschlecht, die Geschwindigkeit der Gewichtszunahme, das jeweilige Lebensalter sowie die betroffene Krebsart. Nach Angaben der Forscher ist Übergewicht weltweit an der Entstehung von mindestens 13 unterschiedlichen Krebsarten beteiligt.
Das Forschungsteam verfolgt daher das Ziel, zukünftige Maßnahmen zur Krebsprävention stärker an Geschlecht und Alter der jeweiligen Person auszurichten. Eine frühzeitige Intervention könnte dazu beitragen, das Risiko für die Entstehung einer Krebserkrankung deutlich zu senken beziehungsweise die Heilungschancen zu verbessern. Die Ergebnisse der Untersuchung wurden auf dem Europäischen Kongress für Adipositas vorgestellt. Eine wissenschaftliche Begutachtung der Studie durch unabhängige Fachleute steht derzeit noch aus.











