2,5 Millionen werden in Filinchen-Werk Apolda investiert

Apolda.  Gutena erweitert Produktionskapazitäten in Apolda. Im September 2020 könnten „Filinchen“ & Co bereits mit neuer Anlage gebacken werden.

WHG-Senior-Chef Michael Heinemann, Junior-Chef Markus Heinemann mit einer frisch gebackenen und noch nicht geschnittenen Tafel „Filinchen“ und der Apoldaer Betriebsstättenleiter Manfred Geitner (rechts).

WHG-Senior-Chef Michael Heinemann, Junior-Chef Markus Heinemann mit einer frisch gebackenen und noch nicht geschnittenen Tafel „Filinchen“ und der Apoldaer Betriebsstättenleiter Manfred Geitner (rechts).

Foto: Martin Kappel

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Bis zu sieben Lkw steuern das Gewerbegebiet an der B87 bei Apolda jeden Tag an, um dort zwischen 60 und 70 Europaletten Ware vom Lager der Gutena Nahrungsmittel GmbH abzuholen. Wichtigster Bestandteil ist dabei das Waffelbrot „Filinchen“, das der Bekanntheit wegen schon fast den eigentlichen Firmennamen verdrängt hat.

In ganz Deutschland wird das knusprige Gebäck mittlerweile vertrieben und werden selbst die großen Handelsketten damit beliefert. Die Nachfrage nach dem „Filinchen“ und den anderen Produktlinien von Gutena ist ungebrochen, was zu einer Werksauslastung von etwa 98 Prozent geführt hat – und das obwohl außer sonntags tagsüber die Backautomaten kaum Zeit zum abkühlen finden. Das lässt wenig Raum für Revisionen, Wartungen oder Ausfälle.

2,5 Millionen Euro werden in Apoldaer Standort investiert

Diese Probleme könnten bald Geschichte sein. Denn wie diese Zeitung auf Anfrage erfuhr, hat Gutena ein rund 2,5 Millionen Euro schweres Investitionsprogramm in den Standort angestoßen.

„Gutena hat die Weichen auf Zukunft gestellt“, so Michael Heinemann, Geschäftsführender Gesellschafter der WHG Weißenfelser Handelsgesellschaft, zu der neben Gutena auch die GmbHs Neukircher Zwieback und Spreewaffel Berlin-Pankow gehören. Wesentlicher Bestandteil des Projektes sei eine „komplexe Anlage, die einen Kapazitätszuwachs ermöglicht“, so Michael Heinemann. Es handele sich um eine integrierte Back-, Produktions- und Verpackungsstraße, die aktuell bereits für das Unternehmen maßangefertigt werde. Das beinhalte etwa auch das unverkennbare Noppenmuster der Backeisen für die „Filinchen“.

Für die neue Fertigungsstraße ist bereits eine Schneise in der Werkshalle freigeräumt wurden. Den Grundstein legte Gutena bereits 2017. Damals investierte das Unternehmen etwa 2,8 Millionen Euro in eine Werkserweiterung (diese Zeitung berichtete).

Zusätzliche Produktionsstraße wird hochautomatisiert arbeiten

Die neue und zu einem hohen Maß automatisierte Anlage befinde sich laut WHG-Chef Michael Heinemann übrigens bereits in der Anfertigung. Ab Ende Februar oder Anfang März 2020 soll sie schrittweise eingebaut werden. „Spätestens zum 1. September wollen wir dann mit der Anlage arbeiten“, verrät der Unternehmer.

Von der Investition verspricht man sich eine ganze Menge: So soll die Produktion durch Kameras voll überwacht werden und die digitale Qualitätsüberprüfung Abweichungen von der Norm automatisch registrieren und aussortieren. Auch bedeute es eine Entlastung für die Mitarbeiter, die manchen monotonen Arbeitsschritt nicht mehr händisch ausführen müssten und andere Aufgaben übernehmen könnten.

Neue Gutena-Produktlinien befinden sich bereits in der Entwicklung

Neue Arbeitsplätze werden durch das Leistungsvermögen der Anlage also nicht entstehen, doch sei eine Erweiterung unter einer solchen Maßgabe auch nicht umsetzbar. Wie allen Branchen fehle es auch bei Gutena an möglichen Fachkräften auf dem Arbeitsmarkt. Derzeit sind in Apolda 46 Mitarbeiter beschäftigt.

Die Erweiterung der Produktionskapazität hat aber noch einen anderen entscheidenden Vorteil, so sei es später möglich zusätzliche Produktlinien einzurichten und die Produktpalette zu erweitern und an den Ernährungs- und Gesundheitstrends weiter anzupassen. Aktuell stelle Gutena 17 unterschiedliche Produkte her.

Der Freistaat Thüringen fördert die Investition mit 20 Prozent. Die Finanzierung des Vorhabens erfolgt wiederum über die DKB Erfurt.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Zu den Kommentaren
Im Moment können keine Kommentare gesichtet werden. Da wir für Leserkommentare in unserem Internetauftritt juristisch verantwortlich sind und eine Moderation nur während unserer Dienstzeiten gewährleisten können, ist die Kommentarfunktion wochentags von 22:00 bis 08:00 Uhr und am Wochenende von 20:00 bis 10:00 Uhr ausgeschaltet.