Die Hoheiten vereinten sich

Wer hätte das gedacht? Diese Frage ist am Wochenende wohl am häufigsten ausgesprochen worden: Der Königinnentag in Heiligenstadt sorgte für Begeisterung.

Der 4. Deutsche Königinnentag zog 234 Königinnen, Prinzessinnen und andere Hoheiten aus 15 Bundesländern nach Heiligenstadt. Foto: Eckhard Jüngel

Der 4. Deutsche Königinnentag zog 234 Königinnen, Prinzessinnen und andere Hoheiten aus 15 Bundesländern nach Heiligenstadt. Foto: Eckhard Jüngel

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Heiligenstadt. Wer hätte gedacht, dass 20 Jahre nach der Einheit hunderte Königinnen aus allen Teilen Deutschlands sich ein Stelldichein im Eichsfeld geben, Heiligenstadt eine Großveranstaltung mit solchem Ausmaß schultert, Thüringens Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht in selten erlebtem Überschwang auf einer Eichsfelder Bühne die Eichsfelder und tausende Gäste begeistert? Es mag einige geben, die das dachten, einige, die es sich wünschten, und doch hatte der Königinnentag im Vorfeld auch Kritiker, die sich am Wochenende verstummt waren.

Melanie Martin ist begeistert. Ein bisschen Nervosität kommt auf, als sie im Storm-Museum der Thüringer Ministerpräsidentin ein Gastgeschenk überreichen will. Die Weinkönigin aus Hitzacker an der Elbe spricht danach angetan von der Begegnung, sie stellt die Herzlichkeit in den Vordergrund und nennt Heiligenstadt "eine tolle Stadt".

Thüringen, das Eichsfeld, Heiligenstadt – die Plattform, die die Königinnen bei ihrem vierten gesamtdeutschen Treffen erhalten haben, lässt den Chef der Arbeitsgemeinschaft Deutsche Königinnen, Matthias Roeper, frohlocken: "Heiligenstadt, eine wunderbare Gastgeberstadt." Der Satz kommt von Herzen. Er stellt vor allem das Engagement von Tourismus-Chef Gerhard Stiz heraus, will das aber als Kompliment für das gesamte Team, das sich um die Organisation gekümmert hat, verstanden wissen. Allerdings werde der nächste Königinnentag 2013 wohl nicht wieder in Heiligenstadt stattfinden. Vielleicht in Witzenhausen, wo er seinen Ursprung hat. "Oder immer in einem anderen Bundesland", sagt Roeper. So könne man noch deutlicher zeigen, dass Deutschland aus Regionen, nicht aus der Ost-West-Grenze bestehe.

Nach einem prall gefüllten Rahmenprogramm am Samstag mit Vorstellung der Königinnen, Autogrammstunde, Feier und Feuerwerk sowie einem nicht minder dicht gedrängten Kalender am Sonntag mit Königinnenbild auf der Drehleiter der Feuerwehr, einem Festumzug, bei dem so manche Nummer nicht zur erwarteten Königin passte, und den Vorstellungen der einzelnen Hoheiten ist eins klar: Der Königinnentag wird für Heiligenstadt vorerst ein einmaliges Erlebnis bleiben – für viele Gäste und Hoheiten aber ein unvergessliches. Denn es ist der Königinnentag der deutschen Einheit und die sei, so sagt es Ministerpräsidentin Lieberknecht, in ihrer schönsten Gestalt aufgetreten – in Form von würdevollem, einladendem Adel in seiner ganzen Schönheit.

Die beeindruckte auch Landrat Werner Henning, der von einer begeisternden Lebensfreude sprach, die die Hoheiten ausstrahlen und in dem Zusammenhang von einem manchmal konservativen Eichsfeld. Und beides passt zusammen, Heiligenstadt darf sich für ein Wochenende Mittelpunkt der Deutschen Königinnenlandschaft nennen. Denn 234 haben den Weg in die Metropole des Eichsfeldes gefunden – einige von ihnen hatten zuvor noch nie etwas von der Region, der Stadt gehört. Das hat sich beeindruckend geändert.

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