Eichsfelder Natur erlebbar machen

Heiligenstadt  Der Thüringer Urwaldpfad im Heiligenstädter Stadtwald ist ein Projekt vom WWF und der Kreisstadt.

Gemeinsam mit dem World Wildlife Fund Deutschland hat die Stadt Heiligenstadt jetzt einen Familienrundwanderweg angelegt, der den Urwaldpfad mit einbindet. Damit wird eine Lücke im Thüringer Urwaldpfadnetz geschlossen. Deshalb wurde neben einer Informationstafel auch eine Holzskulptur aufgestellt, die von Jochen Schaub (WWF-Referent) enthüllt wurde.

Gemeinsam mit dem World Wildlife Fund Deutschland hat die Stadt Heiligenstadt jetzt einen Familienrundwanderweg angelegt, der den Urwaldpfad mit einbindet. Damit wird eine Lücke im Thüringer Urwaldpfadnetz geschlossen. Deshalb wurde neben einer Informationstafel auch eine Holzskulptur aufgestellt, die von Jochen Schaub (WWF-Referent) enthüllt wurde.

Foto: Eckhard Jüngel

Natur so weit das Auge reicht, Vogelgezwitscher und eine munter brabbelnde Wandergruppe. Sie machen sich im Heiligenstädter Stadtwald in die Spur und erkunden den neuen Rundwanderweg. Dieser wird durch die Kreisstadt und den World Wildlife Fund (WWF) Deutschland gemeinsam entwickelt und bezieht den bereits bestehenden Urwaldpfad mit ein.

Zunächst enthüllt WWF-Referent Jochen Staub die Stele des Motorsägenkünstlers Michael Krüger. Eichhörnchen, Buntspecht, Fuchs und Kardinalskäfer sind detailverliebt und farblich passend rund um den Holzstamm angebracht. In großen schwarzen Lettern prangt der Schriftzug „Thüringer Urwaldpfad“ in der Mitte der Stelle. Doch ein besonderes Augenmerk liegt auf dem schwarz-weiß dargestellten Käfer. Dieses Symbol ist auch auf dem Rundwanderweg immer wieder zu finden. Es soll den Kardinalskäfer darstellen. Denn dieser lebe vor allem in den „alten und gebrechlichen Buchen“, erklärt Jochen Staub. Und solche alten Bäume gebe es im Heiligenstädter Stadtwald. In dem Zusammenhang hebt der Referent noch besonders die Beschaffenheit der Buche hervor.

Auch die Eibe spielt oberhalb von Heiligenstadt eine wichtige Rolle. Sie sei eine heimische Baumart, die sehr alt werden könne. Aber der einstige militärische Bedarf in ganz Europa sorgte dafür, dass es nun nicht mehr viele alte Eiben gibt. „Sie wurden für den Bogenbau gebraucht“, so Jochen Staub. All diese Informationen finden die Wanderer auf der Schautafel zu Beginn des Rundwanderweges.

Anregung aus dem Bayerischen Wald

Das Besondere an dem Projekt der Stadt des WWF: der Urwaldpfad, den es seit 2017 gibt, wird mit einbezogen. Forstwirt Peter Haseloff erzählt, dass ihn ein Professor, mit dem er im Heiligenstädter Stadtwald einst unterwegs war, auf die besonderen Bäumen und ihr Alter aufmerksam machte. Daraufhin holte er sich im Bayerischen Wald Anregung, wie ein solcher Urwaldpfad aussehen könne. Durch die Nichtbewirtschaftung seien dort Waldstrukturen entstanden, die von „besonderer Schönheit und Bedeutung für den Naturschutz“ sind. Der WWF ist vom Thüringer Umweltministerium damit beauftragt worden, diese Wälder erlebbar zu machen und für diesen alten Lebensraum zu sensibilisieren. Gleichzeitig sollen die Besucher durch die „Thüringer Urwaldpfade – Wege in die Urwälder von morgen“ auf solche Gebiete aufmerksam gemacht werden. Dazu erklärt Jochen Staub, dass an den verschiedenen Urwaldpfaden auf die jeweiligen anderen hingewiesen wird, um auch dort zu wandern.

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